Brauhausareal in Rothenburg: Neuer Investor und Betreiber in Sicht | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.03.2026 13:04

Brauhausareal in Rothenburg: Neuer Investor und Betreiber in Sicht

Noch liegt das Brauhausareal im Tiefschlaf. Dass sich hier bald etwas tut, scheint nun in greifbare Nähe zu rücken. (Foto: Simone Hedler)
Noch liegt das Brauhausareal im Tiefschlaf. Dass sich hier bald etwas tut, scheint nun in greifbare Nähe zu rücken. (Foto: Simone Hedler)
Noch liegt das Brauhausareal im Tiefschlaf. Dass sich hier bald etwas tut, scheint nun in greifbare Nähe zu rücken. (Foto: Simone Hedler)

Noch im Dezember 2025 hatte es sehr düster ausgesehen für das Hotelprojekt auf dem Brauhausareal. Weil auch nach Jahren der Planung kein zufriedenstellendes Ergebnis in Sicht war, hatte der Stadtrat eine letzte Frist gesetzt. Jetzt scheinen sich die Wolken zu lichten.

Bis zum 31. März sollte der verantwortliche Architekt Cemal Isin mit seinem Aalener Büro ein aktualisiertes Konzept und – noch viel wichtiger– einen Investor und Betreiber für das Projekt vorstellen. Andernfalls wäre die Zusammenarbeit beendet gewesen. Isin ist beides gelungen. „Nach den Rückmeldungen aus dem Stadtrat haben wir das Konzept grundlegend überarbeitet”, verkündete er in der Sitzung des Gremiums.

Außerdem hatte er einen neuen Partner mitgebracht: Rick van Erp, Gründer der Somersault-Group. Der will das geplante Hotel nicht nur betreiben, sondern auch finanzieren – gemeinsam mit einem weiteren Partner: dem Private-Equity-Unternehmen SevenAges. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in den Niederlanden. Somersault, betreibe bereits eine Reihe an ähnlichen Hotels in den Beneluxländern und im deutschsprachigen Raum, erläuterte van Erp, und sei für die Entwicklung, Positionierung und den Betrieb des Projekts verantwortlich.

Wellness-Bereich nach Kritik umgeplant

Für die Nutzung des ehemaligen Brauhausareals hatte bereits 2019 ein Investorenangebotsverfahren stattgefunden, das damals Isin und sein Team gewannen. Van Erp erinnerte noch einmal an die Kriterien, die dem Stadtrat von Anfang an wichtig waren. Man wollte einen Verdrängungswettbewerb mit den bestehenden Hotels vermeiden und deshalb auf das Luxussegment setzen. Auch die Gastronomie sollte sich von dem bestehenden Angebot unterscheiden. Außerdem war ein Wellness- und Spa-Bereich gewünscht, der auch von der Öffentlichkeit genutzt werden kann.

All diese Kriterien glaubt van Erp, mit seinen Ideen für das Hotelprojekt erfüllen zu können. Das Projekt in Rothenburg sei ihm seit 2022 bekannt, mit Isin sei jetzt eine Einigung über die Übernahme des Projektes erzielt und zugleich Vereinbarungen über die nächsten Schritte zur tatsächlichen Realisierung getroffen worden.Mit dem internationalen Hotelunternehmen Marriott als Vertriebspartner wolle man neue Kundengruppen erschließen. Denn vor allem ausländische Gäste seien dieser Kette treu.

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Kritik hatte es zuletzt besonders wegen des Wellness-Bereichs gehagelt, der im Laufe der Planungen immer weiter abgespeckt wurde. In der aktuellen Version ist er nun deutlich größer und soll 750 statt der zuvor geplanten 450 Quadratmeter umfassen.

Eine Bedrohung für bestehende Betriebe?

Der Bereich sei nun zweigeschossig angelegt, erläuterte Isin die Pläne. Im Erdgeschoss sind Räume für medizinische Behandlungen sowie eine Saftbar und der Empfang vorgesehen. Im Untergeschoss wird es ein Schwimmbad geben, außerdem Bereiche für Sauna und Wellness sowie die Umkleiden.

Auch die Zahl der Stellplätze wurde erhöht: von zuvor 73 auf nun 104. Die Anlieferungen für den Küchenbereich und die Müllentsorgung sollen über den Nuschweg laufen, die Nachbarn werden nicht gestört, versicherte Isin. Das Brauhaus und das Restaurant sollen beibehalten werden, die Zahl der Tagungsräume steigt von drei auf vier.

Dr. Dr. Günther Strobl (SPD-Fraktionsvorsitzender) wollte wissen, in welcher Qualitätskategorie das Hotel liegen werde. „Etwa 4,5 Sterne”, so van Erp. Fritz Sommer (UR) fragte, wie sich eine Verdrängung der bestehenden Einrichtungen vermeiden lasse. Er denke nicht, dass das neue Angebot eine Bedrohung für andere sein wird, antwortete van Erp. Im Gegenteil: Ein solches Projekt sei gut für die lokale Hotel- und Gastronomieszene. Man habe nicht vor, eine Sterneküche zu betreiben, sondern wolle gute Qualität anbieten, die allen zugänglich sei. Dabei wolle man sich „klug und gemeinsam über die Preise austauschen”.

„Sie haben uns überzeugt”

CSU-Fraktionschef Dr. Wolfgang Scheurer fand lobende Worte: „Die Pläne wurden von Mal zu Mal optimiert.” Der Wellnessbereich sei jetzt fast wie anfangs vom Stadtrat gewünscht, städtebaulich habe sich das Konzept verbessert. „Wenn das so realisierbar ist, entspricht das dem, was wir wollen”.

Strobl stimmte zu: „Sie haben uns überzeugt. Jetzt machen wir den Knopf zu.” Sogar die Grünen-Fraktion, die dem Projekt seit Beginn sehr distanziert gegenübersteht, gestand Isin zu, dass „sich etwas verbessert hat”, wie Stefan Stiegele es formulierte.

Knappe betonte in der Sitzung, dass es für eine Diskussion über Details wie beispielsweise die Anzahl der Stellplätze, derzeit noch zu früh sei. Im Bauleitverfahren würden viele Fachleute zu Rate gezogen, dann gehe es auch um die Feinheiten. „Es ist eine Verbesserung zu vorher. Die Frage ist, ob alles technisch so funktioniert”. Auch hinsichtlich der Prognose van Erps, 2028 das Hotel eröffnen zu können, äußerte Knappe leichte Skepsis. Allein das Bauleitverfahren könne rund ein Jahr dauern.

Mit zwei Gegenstimmen stimmte der Stadtrat schließlich der Präsentation zu. Damit starten die nächsten Schritte: Somersault und SevenAges werden den Kaufvertrag bezüglich des Grundstückes mit der Stadt abschließen, dann gemeinsam mit Isin den Bauantrag vorbereiten und einreichen. Zu den möglichen Investitionskosten wurde in der Sitzung nichts gesagt. Die Finanzierung erfolge durch Eigenmittel und rund 50 bis 60 Prozent Fremdkapital.

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