„Bratwurst, Bier und Politik” in Illesheim: Und dann holt Felßner Veganer-Witze raus | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.06.2025 17:00

„Bratwurst, Bier und Politik” in Illesheim: Und dann holt Felßner Veganer-Witze raus

Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, war der Hauptredner des politischen Abends in Illesheim.  (Foto: Antonia Müller)
Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, war der Hauptredner des politischen Abends in Illesheim. (Foto: Antonia Müller)
Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, war der Hauptredner des politischen Abends in Illesheim. (Foto: Antonia Müller)

Deftiges Essen und deftige Reden – der politische Abend der CSU am Feuerwehrfest in Illesheim setzte auf prominente Gäste. Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV), und der Landtagsabgeordnete Werner Stieglitz hielten Reden. Die Schirmherrschaft hatte der Bundestagsabgeordnete Tobias Winkler.

Gerade ein Mal ein Viertel des 1600-Personen-Zelts war um 18 Uhr gefüllt – eigentlich sollte es da losgehen mit „Bratwurst, Bier und Politik“. Eine unglückliche Zeit für Landwirtinnen und Landwirte, die wohl die Zielgruppe des Abends gewesen sein dürften. Das räumte auch die Organisatorin Beate Nijkamp, Geschäftsführerin des Bundeswahlkreises Fürth, vor Beginn ein.

Das Festzelt sollte sich ordentlich füllen

Die Strategie: Der Start wird verzögert, Felßner soll nicht vor 19 Uhr auf die Bühne. Das Ziel: Das Festzelt soll sich noch füllen, bis der Star-Sprecher des Abends loslegt. Um es vorwegzunehmen: Der Plan ging auf. Das Festzelt wurde im Minutentakt voller.

Los ging es dann um kurz vor 18.30 Uhr. CSU-Bundestagsabgeordneter Winkler begrüßte die Ehrengäste und rief die Grußwort-Redner auf. Der Illesheimer Bürgermeister, Roland Scheibenberger, stimmte auf den ersten politischen Abend seit 25 Jahren in der Gemeinde ein.

Markus Dehner, Vorsitzender der örtlichen Feuerwehr, betonte: Man möchte die „bayerische Tradition aufrechterhalten“ und Politiker auf die Bühne holen. Johannes Gerhäuser, Vorsitzender des Bad Windsheimer CSU-Ortsverbandes, betonte die Bedeutung der Feuerwehr, der Landwirtschaft und des ehrenamtlichen Engagements für den ländlichen Raum.

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Sicherheit war ein großes Thema bei Stieglitz

CSU-Landtagsabgeordneter Werner Stieglitz schoss sich dann besonders auf die Sicherheitspolitik ein. „Bayern ist und bleibt das sicherste Land in Deutschland“, rief er ins Mikrofon und erntete Applaus. Die Politik der CSU sei der Grund dafür. Stieglitz kam außerdem auf den Bürokratieabbau sowie die wichtige Rolle der Bildung und Forschung zu sprechen.

Die EU sei wichtig, auf die „radikalen Kräfte“ auf der linken und rechten Seite müsse man besonders Vorsicht geben.

Der Abend hätte eigentlich ein Wahlkampfauftakt sein sollen, erklärte der CSU-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Fürth, Tobias Winkler. Doch wegen der vorgezogenen Wahl gab es von Winkler erste Ergebnisse und Pläne der schwarz-roten Regierung statt Wahlkampfversprechen.

CSU sieht sich als Demokraten aus der Mitte

Themen der CSU, wie die Erhöhung der Pendlerpauschale und die Agrardieselvergütung seien durchgesetzt worden. Auch Winkler kam auf die Migration sowie die Bedrohung durch Links- und Rechtsextremisten zu sprechen. Die Demokraten aus der Mitte, zu denen er die CSU zählt, würden nicht zulassen, dass der Staat davon zerstört werde. „Wir sind echte Patrioten und wir bleiben Patrioten“, rief Winkler ins Mikrofon. Die Stimmung im Festzelt war auf Temperatur gebracht für den Hauptredner.

Mit einem hitzigen Thema stieg auch Felßner gleich ein: der Vorfall auf seinem Hof Ende März. Tierrechtsaktivisten von „Animal Rebellion“ hatten gegen Felßner als Wunschkandidat für den Posten des Bundeslandwirtschaftsministers protestiert. Felßner zog sich daraufhin zurück. „Ich hätte den Job wahnsinnig gerne gemacht“, sagte er in Illesheim. Doch es gehe um die Sache und da spiele der Posten für ihn keine entscheidende Rolle.

Über den Bauernkrieg vor 500 Jahren sprang der BBV-Präsident zu seinen vier zentralen Anliegen: die Ernährung sichern, der Ausstieg aus der fossilen Energie im richtigen Tempo, den „schwarzen Kohlenstoff“ auch stofflich ersetzen und dabei die Ressourcen schützen. Um das zu erreichen, werden auf den Flächen statt einer künftig drei Ernten nötig. Die Landwirtschaft sei also für all diese Punkte essenziell.

Die BBV-Kreisobmänner Reinhold Meyer (links) und Jürgen Dierauff (rechts) setzen bei Aktionen der Landwirte auf Geschlossenheit und ein organisiertes Vorgehen. (Foto: Thomas Schaller)
Die BBV-Kreisobmänner Reinhold Meyer (links) und Jürgen Dierauff (rechts) setzen bei Aktionen der Landwirte auf Geschlossenheit und ein organisiertes Vorgehen. (Foto: Thomas Schaller)

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Landwirte als Vorreiter beim Hauptredner

Die Landwirte als Vordenker, das war einer der Hauptpunkte des BBV-Präsidenten. „Wir haben uns schon Photovoltaikanlagen aufs Dach, da wusste der gewöhnliche Kinderbuchautor noch nicht einmal, was das ist“, überspitzte er.

Was auf dem Weg zu den Zielen dagegen nichts nutze, sei, die Tierhaltung zurückzufahren. Felßner holte aus zu einem umfangreichen Hieb gegen Vegetarier und Veganer. Auch er sei Teilzeitveganer, esse ab und an für ein paar Stunden kein Fleisch, witzelte er. Laute Lacher im Festzelt – Felßner weiß, wie er die Bierzelt-Besuchenden auf seine Seite zieht.

Bevor die Linedancer mit Cowboyhüten und Jeans zu Countrymusik tanzten, fasste Felßner seinen Schlussgedanken. Mit einer Agrarpolitik nach seiner Vorstellung könne man Probleme im Bereich Sicherheit, Wirtschaft, Migration und auch Bildung lösen. „Die Agrarpolitik ist die Mutter aller Politik“, steht für ihn fest. Kräftiger Applaus im Illesheimer Festzelt.


Antonia Müller
Antonia Müller
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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