Die Reichsstadttage leben vom Engagement vieler Historiengruppen. Für die Aktiven bedeutet die Teilnahme aber nicht nur Arbeit. Sie wollen auch ungetrübt genießen. Den Mitgliedern der Ritterschar 1274 war das diesmal nicht möglich, denn in der Nacht zum Samstag brannte, wie erst gestern mitgeteilt wurde, eines ihrer Zelte. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Die Umstände des Vorfalls sind noch nicht geklärt. Es laufen kriminalpolizeiliche Untersuchungen. Ausgegangen wird aktuell von Brandstiftung. Verübt wurde die Tat laut Bericht der Polizeiinspektion am Samstagmorgen gegen 1.40 Uhr.
Das betroffene Baumwollzelt, das auf der Festwiese stand, diente Aktiven der Ritterschar 1274 auch als Übernachtungslager, weshalb den drei Personen, die dort laut Polizei zum Zeitpunkt des Feuers schliefen, erhebliche Gefahr gedroht hätte, wenn nicht ein Hund, der sich im Zelt aufhielt, angeschlagen hätte.
Das Feuer konnte daraufhin zügig gelöscht werden. Es entstand lediglich Sachschaden, den der Verein auf rund 600 Euro taxierte. Um herausfinden zu können, wer für den Brand verantwortlich ist, hofft die Polizei auf sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 09861/9710.
Eine zügige Aufklärung wünschen sich auch die Mitglieder der Ritterschar 1274. Der Vorfall sei natürlich für alle eine schlimme Erfahrung gewesen, erklärte gestern auf Anfrage der Redaktion Stefan Reinhard, Vorsitzender der Historiengruppe. Fahrlässigkeit, etwa im Umgang mit dem Lagerfeuer, scheide als Ursache aus, betonte Reinhard weiter. „Wir machen das nicht zum ersten Mal und haben brandtechnisch erfahrene Mitglieder in unseren Reihen, darunter auch Feuerwehr-Leute.“
Jeder der rund 50 Angehörigen der Gruppe habe überdies einen engen Bezug zu den verwendeten Kostümen und Requisiten – einschließlich der Zelte. Die Aktiven seien seriöse Darsteller und gingen auch entsprechend verantwortungsbewusst mit dem Thema Alkohol um, so Reinhard weiter. Es bleibe deshalb für ihn als Ursache nur Brandstiftung. So sehe das auch die Polizei.
Leider werde der Vorfall vermutlich nicht ohne Konsequenzen bleiben können. Unter Umständen müsse über eine strengere Bewachung des Festplatzes durch Sicherheitspersonal nachgedacht werden. Dafür sei es aber noch zu früh.
Einstweilen herrsche im Verein vor allem Erleichterung darüber, dass bei dem Brand niemand verletzt worden sei: „Ich bin unglaublich froh, dass das glimpflich ausgegangen ist. Wir hatten da wirklich großes Glück“, erklärte der Chef der Gruppe weiter. Und trotz des Schocks habe das Feuer den Aktiven die Festtage auch nicht komplett vermiest, so Reinhard: „Dank des guten Wetters und der großen Besucherzahl bleiben auch viele positive Erinnerungen.“