Ausbildung oder (duales) Studium? Handwerk oder kaufmännischer Bereich? Freie Wirtschaft, öffentlicher Dienst oder der Staat als Arbeitgeber? Junge Leute haben viele Optionen, ihren Traumberuf zu finden. Eine gute Möglichkeit, potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber kennenzulernen, bot die Ausbildungsplatzbörse in Neustadt
Unzählige Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern nutzen am Samstag die Gelegenheit, in der generalsanierten Markgrafenhalle sowie in der Neustädter Berufsschule ausbildende Unternehmen, Institutionen, Verbände und berufsbildende Schulen im Landkreis kennenzulernen. Vertreten waren unter anderem auch weitere potenzielle Arbeitgeber wie die Bundeswehr, Bundespolizei, Zoll, Kriminalpolizei und Justizbehörden. Auch hier war das Interesse groß.
Mehr als 115 Ausstellende waren vor Ort und informierten über rund 250 Berufe aus unterschiedlichsten Fachrichtungen. Viele von ihnen boten interessierten Jugendlichen zudem die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Sägen, Löten, naturwissenschaftliche Experimente, Radwechsel mit der Stoppuhr, Baggerfahrstation, Wettmelken und vieles mehr stießen bei den jungen Leuten auf großes Interesse. Viele Streicheleinheiten bekam ferner ein Kälbchen, das der Landwirtschaftsbereich dabei hatte.
Als eine zentrale Plattform für die Berufsorientierung bezeichnete Landrat Dr. Christian von Dobschütz die Ausbildungsplatzbörse, an der neben den Ausbildungsleitern und Azubi auch viele Firmenchefs teilnahmen und für Gespräche zur Verfügung standen. So mancher Schüler nutzte die Möglichkeit, noch vor Ort ein Praktikum festzulegen oder einen Gesprächstermin auszumachen. Für Informationen standen darüber hinaus Mitarbeitende der Agentur für Arbeit und Vertreter der Kammern zur Verfügung.
Keine Rendite sei sinnvoller und reichhaltiger als jene, die aus Investitionen in die Bildung erwachse. „Davon profitiert man sein ganzes Leben”, stellte von Dobschütz fest und merkte an, dass es in Deutschland zirka 1,2 Millionen Auszubildende gibt. Frankens Mehrregion sei eine starke Ausbildungsregion, die viele Fachkräfte hervorbringe. „Wir setzen auf wirtschaftliche Stärke.”
Um diese zu erreichen, seien gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig. Aufgrund des schon mehrere Jahre andauernden Fachkräftemangels seien Veranstaltungen wie die Ausbildungsplatzbörse enorm bedeutsam, betonte auch Neustadts Bürgermeister Klaus Meier. Dies konnten die Ausstellerinnen und Aussteller auf Nachfrage unterstreichen: Viele kommen schon seit Jahren zur Veranstaltung und nutzten die Chance, mit potenziellen Auszubildenden ins Gespräch zu kommen.
Die jungen Leute hätten, auch wenn die Wirtschaftslage aktuell etwas eingetrübt sei, eine so gute Ausgangsposition wie selten zuvor, um ihren Wunsch- und Traumberuf im Landkreis zu finden. Meier appellierte an die Jugendlichen, sich über die Lehrstellen zu informieren und vielleicht bei einer Schnupperlehre oder einem Praktikum tiefer einzusteigen. „Nutzt die Chance, ihr werdet ganz dringend von den Unternehmen gebraucht.”
Etliche Besucher und Besucherinnen nutzten die Gelegenheit, ein kostenloses Bewerbungsfoto machen zu lassen. Gerade die jungen Frauen machten zuvor noch von der Möglichkeit Gebrauch, sich nicht nur über die Ausbildung zur Kosmetikerin zu informieren, sondern vor dem Fotoshooting ihr Make-up auffrischen zu lassen. Keine Angst, sich die Hände schmutzig zu machen, hatten andere junge Leute bei den zahlreichen Mitmach-Stationen.
Für Ausstellende sowie die Besucherinnen und Besucher war es eine erfolgreiche Veranstaltung. Man kam ins Gespräch und konnte dabei so manches Vorurteil widerlegen, das gegenüber etlichen Branchen nach wie vor besteht. So wussten Vertreter aus dem Bereich Hotelerie und Gastronomie etwa viel Interessantes über Ausbildung und Karriere in ihrem Bereich zu berichten und räumten mit so manch überholter Vorstellung auf. Hier wie in anderen Branchen hofft man, Nachwuchs für sein Metier gewonnen zu haben. Als vorteilhaft erwies es sich immer, wenn junge Leute, die bereits eine Ausbildung absolvieren, von ihren Erfahrungen berichten konnten und so ein Austausch auf Augenhöhe und zwischen Gleichaltrigen erfolgte.