Bienenroboter im BayernLab Neustadt steuern | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.02.2024 13:30

Bienenroboter im BayernLab Neustadt steuern

Nach der Themenwoche zu Robotik und Programmierung – das Team des BayernLab Neustadt von links: Bernd Böhm, Daniel Köder, Daniel Hoffmann und Christian Schweigert (Foto: Antonia Hoppert)
Nach der Themenwoche zu Robotik und Programmierung – das Team des BayernLab Neustadt von links: Bernd Böhm, Daniel Köder, Daniel Hoffmann und Christian Schweigert (Foto: Antonia Hoppert)
Nach der Themenwoche zu Robotik und Programmierung – das Team des BayernLab Neustadt von links: Bernd Böhm, Daniel Köder, Daniel Hoffmann und Christian Schweigert (Foto: Antonia Hoppert)

Schokoladenverzierungen, Schuhsohlen, Edelstahlteile: Der 3D-Drucker macht es möglich. „Robotik und Programmierung“ ist das Thema der vierten kostenfreien Workshop-Tage des BayernLab Neustadt. Leiter Bernd Böhm bot mit seinen drei Mitarbeitern zwölf Stationen zum Kennenlernen für Personen jeder Altersklasse.

Die Veranstaltungen des BayernLab reichen vom Ferienprogramm für Kinder bis hin zu Smartphone-Kursen für Einsteiger. Die Organisation verschiedener Workshoptage soll den Teilnehmern die Logik, die hinter Programmen steckt, erklären. „Wir sind fast schon eine digitale Grundschule“, sagt Bernd Böhm. Die einfachsten Aktivitäten richten sich dabei an Kindergartenkinder. Aber auch für ältere Menschen, für Personen ohne digitale Vorkenntnisse bis hin zu Fortgeschrittenen ist vieles dabei. An Computern können sich die Besucher rund um die Themen virtuelle Realität, 3D-Druck, künstliche Intelligenz und den souveränen Umgang im Netz informieren. Für Fragen steht das Team immer zur Verfügung.

Frühere Kinderspiele werden digital

Der „Bee-Bot“ ist für die jüngsten Besucher des Workshops. Der kleine Bienenroboter ist krabbelnd auf Schatzsuche. Anhand einer auf dem Boden aufgeklebten Landkarte muss der Nutzer das fleißige Bienchen mit Tasten auf dessen Rücken ins Ziel lenken – entgegen der Erwartung einer jungen Spielerin: „Aber die Biene kann doch fliegen, sie muss gar nicht laufen!“ Aber: „Wir wollen den Kindern beibringen, dass ein Roboter von vornherein nichts kann“, so Böhm: „Alles was für uns selbstverständlich ist, muss ihm erst beigebracht werden“.

Das Spiel gibt es auch in einer schwierigeren Version: Der „Ozobot“, ein Miniroboter, ist darauf programmiert sich an einer schwarzen Linie entlang zu bewegen. Die Bahn für den Winzling wird dafür zunächst anhand eines Puzzles gebaut. Hier können die Spieler kreativ werden und komplizierte Strecken errichten.

Lego, Kartenspiele, Domino und Puzzles – all diese beliebten Spiele werden hier digital erlebt. In verschiedenen Baustein-Kisten, geordnet nach Alter und Anspruch, bietet das „neue“ Lego-Erlebnis einen Einstieg in die Programmierung. Mit einem Tablet können die Spieler lustige Geschichten über die Lego-Figuren erfahren und so ihren Bauauftrag, den sie vorher über das Tablet erhalten haben, nachvollziehen. Ein Programmierstein, das „Gehirn“ des ganzen Baus, wird nach der Fertigstellung oben aufgesetzt. Mit Knopfdruck können – je nach Aufgabenstellung – ein Hebearm bewegt, ein Runder gelenkt, oder ein Karussell gedreht werden.

Der „Software Demonstrator“, ein digitaler Spieltisch, bietet die Möglichkeit, frühere Brettspiele miteinander und gegeneinander zu spielen. Er ist bei den Besuchern sehr beliebt, wird allerdings unter den 13 bayerischen Standorten der BayernLabs hin- und her verliehen. Schweren Herzens, wie Bernd Böhm gesteht: „Wir geben ihn ungern her, aber es hilft ja nichts. Hauptsache die Roboter werden benutzt und stehen nicht rum, das ist ja unser Ziel“.

Plätzchenausstecher mit Optikrätsel

Die Zusammenarbeit mit den Landkreisschulen klappt gut. Die Gymnasien Neustadt und Scheinfeld haben bereits mit Hilfe des „Labs“ 3D-Drucker aufgebaut, mit denen beispielsweise zur Weihnachtszeit im Kunstunterricht kreative Plätzchenausstecher für den Basar gedruckt wurden. Der Kreativität beim Entwurf der Ausstecher waren keine Grenzen gesetzt, und so wurden diese mit einem kleinen Optikrätsel versehen: Ein Weihnachtsbaum, in dem sich das gut getarnte Motiv eines Aischgründer Karpfens versteckt.

Besuche im und auch vom Lab sind für Schulklassen immer möglich. Je nach Lehrplan können gemeinsam spielerisch Inhalte erklärt werden, beispielsweise mit Georealität. Auf einem Spielkasten mit Spezialsand wird eine Höhenkarte projiziert, um die Topographie, das Gelände, zu spiegeln. Mit Gesten unter dem Projektor des Glaskastens, kann simuliertes Wasser auf die virtuelle Oberfläche geschüttet werden. Auch Jahres- und Tageszeiten, Vulkanausbrüche und die Eiszeit können nachgestellt werden – eine Bereicherung für den Erdkundeunterricht, die von den Schülerinnen und Schülern begeistert angenommen wird. Weitere Projekte mit Schulen sind geplant, und wenn die Zusammenarbeit Früchte trägt, soll sie nach Abstimmung mit dem Lehrplan in den folgenden Schuljahren fortgesetzt werden. Die einzige Anforderung an die Schüler: sie sollten lesen können. Das jedoch darf in Bayern mit Fug und Recht vorausgesetzt werden. Hoffentlich.

Seit fast sechs Jahren besteht das Neustädter BayernLab. Für den Jahrestag im Juni hat man sich noch nichts Konkretes vorgenommen, „nur“ ein Tag der offenen Tür scheint zu simpel: „Unsere Tür steht ja sowieso immer für jeden offen“, sagt Bernd Böhm. In den vergangenen Jahren haben er und sein Team bereits rund 16.000 Besucherinnen und Besucher begrüßt. Im Schnitt übrigens bleiben die Besucher rund zwei bis drei Stunden vor Ort, um die Angebote zu testen. Schon in den kommenden Osterferien wird erneut eine Themenwoche stattfinden. Diesmal ist eine Anmeldung nötig.


Von Antonia Hoppert [ANTONIA HOPPERT] (a.hoppert@flz.de)
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