Bezirkswahl 2023: Die Kandidaten im Stimmkreis Ansbach-Nord | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.09.2023 16:31

Bezirkswahl 2023: Die Kandidaten im Stimmkreis Ansbach-Nord

Der Stimmkreis Ansbach-Nord zur Bezirkswahl 2023: Wer hier als Direktkandidat zur Wahl steht, sehen Sie auch in unserer Bildergalerie. (Foto: Susanne Pfahler)
Der Stimmkreis Ansbach-Nord zur Bezirkswahl 2023: Wer hier als Direktkandidat zur Wahl steht, sehen Sie auch in unserer Bildergalerie. (Foto: Susanne Pfahler)
Der Stimmkreis Ansbach-Nord zur Bezirkswahl 2023: Wer hier als Direktkandidat zur Wahl steht, sehen Sie auch in unserer Bildergalerie. (Foto: Susanne Pfahler)

Zusammen mit der Landtagswahl werden in Bayern am 8. Oktober auch die sieben Bezirkstage gewählt. In Mittelfranken stellen sich dabei 13 Parteien zur Wahl.

Allerdings treten nur zehn davon auch mit einem Direktkandidaten im Stimmkreis 505 (Ansbach-Nord) an. Die Piratenpartei, die Tierschutzpartei und die Liste WiR haben keinen Erststimmen-Kandidaten nominiert. WiR ist das Kürzel für die Gruppierung „Windsheimer und Ortsteilbürger ins Rathaus“ um den Bad Windsheimer Bürgermeister Jürgen Heckel; sie will die Unterrepräsentation des Landkreises Neustadt/Aisch-Band Windsheim im aktuellen Bezirkstag beenden. Dieser Landkreis ist dort momentan überhaupt nicht im 33-köpfigen Gremium vertreten. Aus dem Landkreis Ansbach kommen derzeit vier Bezirksräte, aus der Stadt Ansbach zwei.

Die mittlere politische Ebene – zwischen Landtag, den Kreistagen und den kommunalen Räten – fristet im allgemeinen Bewusstsein über die meiste Zeit hinweg ein Schattendasein. Dabei werden dort in einem über eine Milliarde Euro schweren Haushalt eine Vielzahl von bedeutsamen Entscheidungen getroffen, vor allem im sozialen und Gesundheitsbereich sowie auch in der Kultur.

Der Bezirk ist unter anderem Träger von Kliniken, der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf und des Bad Windsheimer Fränkischen Freilandmuseums. Auch pflegt er internationale Partnerschaften, insbesondere mit Regionen in Frankreich und in Polen sowie auch mit dem nicht weit entfernten Tschechien.

Insgesamt bewerben sich 260 Frauen und Männer um einen der – mindestens – 24 Sitze im Bezirkstag. In den Stimmkreisen 505 stehen davon die besagten zehn Direktkandidaten auf dem kleinen Erststimmen-Zettel, die anderen 250 auf dem Zweitstimmen-Zettel.

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Herbert Lindörfer (CSU)

Der 49-jährige Herbert Lindörfer aus Feuchtwangen will bei der Bezirkswahl sein Direktmandat verteidigen. Auf die Frage nach seinen drei wichtigsten politischen Schwerpunkten nennt der 3. Bürgermeister der Stadt Feuchtwangen zunächst den sozialen Sektor: „Unsere Verantwortung liegt insbesondere darin, ein sicheres Netz für die Schwachen in unserer Gesellschaft zu spannen. Das umfasst Angebote für Menschen mit Behinderungen, Pflegeprogramme für unsere Senioren und Beratungsdienste für Menschen in schwierigen Lebensphasen“, schreibt er dazu.

Sein zweites Hauptanliegen ist die Kultur: Kultur sei die Seele des Bezirks, meint Lindörfer. Er setzt sich für die Förderung kultureller Institutionen wie Theater und Musikvereine ein, da sie das Zusammenleben bereicherten und Identität stifteten. Bildung sei wichtig, weil man in die Zukunft investieren müsse. Von der Maschinenbauschule bis zu den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf und der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl — jede dieser Einrichtungen leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur Bildungslandschaft und damit „zur Zukunft unserer Heimat“.

„Der Bezirkstag ist mehr als ein Verwaltungsorgan“, ist Lindörfer überzeugt. Er sei das Herz und die Seele der regionalen Politik. Als „Sozialparlament“ könne er unmittelbar das Leben der Menschen beeinflussen, sei es durch soziale Dienstleistungen, Bildungsangebote oder kulturelle Initiativen. „Wir haben die Möglichkeit und die Pflicht, direkte, greifbare Veränderungen für die Menschen in Mittelfranken zu schaffen“, so Lindörfer.

Der Bezirk Mittelfranken sei ein integraler Bestandteil im Leben der Menschen in Stadt und Landkreis Ansbach. Durch Bildungsinitiativen, Sozialprogramme und kulturelle Angebote schaffe er einen echten Mehrwert, der helfe, die Lebensqualität für alle Menschen zu erhöhen.

Lisa Renz-Hübner (Grüne)

Im Bezirk Mittelfranken seien wichtige Themen angesiedelt, die das Leben vieler Menschen vor Ort direkt betreffen, begründet Lisa Renz-Hübner aus Flachslanden ihre Direktkandidatur. Von Pflege und Inklusion über Klimaschutz bis zu Kultur oder Sport: Vieles, was für ein gutes Zusammenleben aller Menschen wichtig ist, werde vom Bezirksrat beeinflusst. Hier ist es Renz-Hübner wichtig, darauf zu achten, dass die politischen Lösungen für ganz Mittelfranken funktionieren.

Pflege, Klimaschutz und Energiewende sowie die psychische Gesundheit sind ihrer Ansicht nach die wichtigsten Themen für die Bezirkstagsarbeit. „Wir werden in den nächsten Jahren immer mehr ältere Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf haben. Für diese Menschen und ihre Familien brauchen wir wohnortnahe und flexible Pflegelösungen“, schreibt sie. Ein verschärfender Faktor sei, dass die Klinik Neuendettelsau die stationäre Behandlung einstellt – bislang sei dort aber unter anderem die geriatrische Rehabilitation untergebracht. Gerade im Kreis Ansbach sei das ein wichtiger Baustein, um gut und in Würde alt werden zu können. „Hier brauchen wir schnellstmöglich adäquaten Ersatz“, meint Renz-Hübner.

Die Ertüchtigung der bezirkseigenen Liegenschaften hin zu klimaneutralen Gebäuden soll bis 2040 abgeschlossen sein. Da stehen nicht zu unterschätzende Investitionen an, gerade im Bereich der Bezirkskliniken.

Auch unter jungen Menschen nähmen psychische Erkrankungen immer mehr zu. „Wir müssen mehr wohnortnahe ambulante Therapiemöglichkeiten schaffen, um diesen Menschen unkompliziert und möglichst schnell helfen zu können“, fordert die Direktkandidatin. Sie setzt sich außerdem für eine einvernehmliche Lösung beim Verkauf einer bezirkseigenen Fläche am Onolzbach an die Stadt Ansbach ein, auf der bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll.

Michaela Ebner (SPD)

Bildung für Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf, Gesundheit – speziell der Bereich der seelischen Gesundheit und Suchterkrankungen – und Soziales inklusive der Unterstützung von Menschen mit geistiger, körperlicher oder seelischer Behinderung im Rahmen der Eingliederungshilfe mit dem Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe sind die Hauptanliegen von Michaela Ebner.

Für die 42-Jährige ist es eine große Motivation, im sogenannten „Sozialparlament“, dem Bezirkstag, für die SPD politisch zu tätig zu werden. Die sozialdemokratischen Grundwerte möchte sie auch auf der dritten kommunalen Ebene, im Bezirk Mittelfranken, vertreten und an die „hervorragende Arbeit“ der bisherigen SPD-Vertreter anknüpfen. Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf sollen ihrer Ansicht nach gerechte Bildungschancen bekommen. Frühförderstellen, Integrative Kindergärten, das Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte, „aber auch Fachschulen wie die Maschinenbauschule in Ansbach oder die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Triesdorf möchte ich dabei besonders erwähnen“, schreibt sie.

Eine gute Gesundheitsversorgung solle es überall geben, speziell im Bereich der seelischen Gesundheit und Suchterkrankungen. Neben den Bezirkskliniken ist der Ausbau wohnortnaher Hilfen und Beratungsangebote nötig, auch für Kinder und Jugendliche. Sozialpsychiatrische Dienste vor Ort, der Krisendienst Mittelfranken und eine personelle Aufstockung im Bereich der Therapeutinnen und Therapeuten sind dabei ihre zentralen Punkte.

Auch das Thema Sucht (unter anderem in der Schwangerschaft und im Alter möchte sie beispielsweise am Runden Tisch „Sucht“ besonders in den Blick nehmen. Dazu kommt das Ziel, Menschen mit Behinderung eine individuelle selbstbestimmte Lebensführung in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Hans Henninger (Freie Wähler)

Der 59-jährige Diplom-Verwaltungswirt Hans Henninger wurde 2018 über die Liste in den Bezirkstag gewählt, wo er stellvertretender Fraktionsvorsitzender ist. Außerdem ist Henninger Bürgermeister der Marktgemeinde Flachslanden, Kreisrat und stellvertretender Landrat.

Auch im Bezirk ist für ihn die Energiewende ein wichtiges Thema. „Mit Triesdorf haben wir ein überragendes Kompetenzzentrum“, sagt Henninger. „Wir sind gerade dabei, die Energieagentur Triesdorf zu gründen, die den Kommunen in Mittelfranken die dringend notwendige Unterstützung bei der sinnvollen Umsetzung der Energiewende bieten wird“, berichtet er. Außerdem beginne die Zonierung des Naturparks Frankenhöhe hinsichtlich Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Das werde neue Chancen für sinnvolle Bürger- und Gemeindeprojekte bringen.

Die Bezirksklinken seien in der vergangenen fünf Jahren aus den Negativschlagzeilen geführt und in ruhiges Fahrwasser gebracht worden. Für rund 15.000 Menschen, die jährlich in den Klinken und Einrichtungen behandelt werden und die rund 3.000 Beschäftigten sei das „ganz wichtig“. Das solle auch in den kommenden fünf Jahren mit den neuen Herausforderungen der aktuellen Kranhausreform so bleiben.Wichtig ist für Henninger auch der Umgang miteinander im Bezirkstag. Unter Führung des Bezirkstagspräsidenten Armin Kroder (Freie Wähler) sei es in den letzten fünf Jahren gelungen, alle demokratischen Kräfte gut in den Gestaltungsprozess der Bezirkspolitik einzubinden. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass das auch in den kommenden Wahlperiode so bleibt und nicht das Denken in politischen Lagern Einzug hält“, betont Hans Henninger. Der Bezirkstag sei ein kommunales Gremium und kein Parlament wie der Bundestag oder der Landtag mit Fraktionszwang und ähnlichen Dingen.

Johannes Meier (AfD)

Der 34-jährige Regionalverkaufsleiter Johannes Meier ist zwar der Direktkandidat der AfD für den Bezirkstag im Stimmkreis Ansbach-Nord, aber sein eigentliches Ziel ist der Landtag. Deshalb hat Meier, der auch AfD-Fraktionsvorsitzender im Ansbacher Stadtrat ist, bereits erklärt, dass er ein eventuelles Bezirkstagsmandat nicht annehmen würde, sollte er in den Landtag gewählt werden. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Zwar wäre es eine faustdicke Überraschung, wenn er das Landtags-Direktmandat holen würde, aber auf Platz 1 der mittelfränkischen AfD-Liste für den Landtag ist der Einzug in das Parlament sehr wahrscheinlich.

Dem Bezirkstag gehört Meier seit 2019 bereits in der laufenden Wahlperiode an. 2018 war er ebenfalls schon Direktkandidat der AfD im Stimmkreis Ansbach-Nord. Auf der Liste der AfD für den Bezirkstag steht er diesmal auf dem wenig aussichtsreichen Platz 11.

Politisch gilt sein Interesse dem sozialen Bereich. Als Vater von zwei Mädchen sei ihm die Familienpolitik „ein großes Anliegen“, betont er. Kinder zu bekommen sei für viele Familien derzeit eher eine finanzielle Belastung. Viele entschieden sich deshalb dagegen, eine Familie zu gründen, glaubt Meier.

Zu einer „familienfreundlichen Umgebung“ gehören für ihn ausreichende und bezahlbare Kita-Plätze. Diese sollten nach Meinung des AfD-Kandidaten komplett umsonst oder mit einer tragbaren Grundgebühr verfügbar sein. Bis zum dritten Lebensjahr sollten die Kinder aber zuhause bleiben können, gibt sich Meier wertkonservativ. Wenn die Eltern nur wieder arbeiten gehen, weil es finanziell nicht anders geht, sei das keine gute Situation für die Eltern, aber auch nicht für das Kind.

Beim Thema Energie, spricht er sich für eine Renaissance der Atomkraft aus, statt „alles zuzupflastern“ mit Photovoltaik und Windrädern.

Uwe Schildbach (Die Linke)

Für den 56-jährigen Heilerziehungspfleger Uwe Schildbach kommt den Themen Teilhabe und Inklusion, sozialpolitisch und auch persönlich aufgrund seines beruflichen Engagements, ein herausragender Stellenwert zu.

Aufgrund sozial-, bildungs- und gesundheitspolitischer Fehlentwicklungen in Bayern sei man trotz der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention von einer gleichberechtigten Teilhabe aller in Bayern lebenden Menschen noch „meilenweit“ entfernt, meint er. Der Bezirk Mittelfranken unterhält eine Vielzahl sozialer Einrichtungen und Krankenhäuser. Immer wieder komme es, so Schildbach, seitens der Politik, zu versuchen, Teilbereiche, ja sogar ganze Abteilungen abzustoßen oder zu privatisieren.

In den Bezirkskliniken seien die Trennung von der Neurologie und die damit vollzogene Abschaffung der Schmerztherapie für die Region Westmittelfranken, die Ausgliederung der Reinigungsdienste in eine Service-GmbH und somit die Verabschiedung vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, Ausgliederungsbemühungen bezüglich der geriatrischen Rehabilitation in Ansbach oder die Zukunft der soziotherapeutischen Wohnheime Problemfelder. Hier brauche es seitens der Bezirkspolitik eine klare Haltung. Gesundheit und unserer Krankenhäuser seien keine Ware und gehörten in öffentliche Hand. „Dafür kämpfe ich seit 15 Jahren im Bezirksrathaus in Ansbach. Neuendettelsau und Diakoneo sollten uns ein mahnendes Beispiel sein.“

Gerade heute seien die Themen Völkerfreundschaft und Frieden wichtiger denn je. Aufgrund der deutschen Geschichte und dem Wiedererstarken von Faschismus und Nationalismus in Europa und Deutschland, sei es nötig, die freundschaftlichen Bande zu den europäischen Nachbarn weiter zu stärken. Dafür möchte sich Schildbach „weiterhin mit Herzblut“ einsetzen.

Elisabeth Hilbel (FDP)

Die 31-jährige Elisabeth Hilbel aus Neusitz kämpft für die FDP um das Bezirkstags-Direktmandat im Stimmkreis Ansbach-Nord.

Der ländliche Raum liegt der stellvertretenden FDP-Kreisvorsitzenden, die sich auch in der LAG-Region an der romantischen Straße engagiert, nach eigenen Worten „sehr am Herzen“. Dieser stehe in vielen Bereichen vor großen Herausforderungen, zum Beispiel bei der Mobilität, aber auch in der Daseinsvorsorge und ganz besonders im Gesundheitswesen. Gleichzeitig würden damit die Entwicklung neuer Ideen und innovativer Lösungen gefördert. Diese Potenziale gelte es, zu unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt für Elisabeth Hilbel in der Unterstützung von Pflege- und Hilfsbedürftigen. Diese sollten nach ihrer Überzeugung so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Hierfür sei eine hohe Durchlässigkeit der stationären und der ambulanten Angebote sowie eine bessere Verzahnung dezentraler Angebote notwendig. Zudem hält sie den Erhalt und die Weiterentwicklung der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf für bedeutsam, da diese Institution mit seinen zahlreichen Einrichtungen und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ein vielfältiges und einmaliges Bildungsangebot biete.

Sie hält es für wichtig, sich auf der Bezirksebene zu engagieren, weil der Bezirk in vielen Lebensbereichen eine wichtige Rolle spiele. Mit seinen speziellen und vielfältigen Angeboten sei er ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität aller. Die Bezirkspolitik könne Stadt und Landkreis Ansbach unterstützen, da er bereits jetzt wichtige Aufgaben übernehme, für die die kommunalen Ebenen zu klein seien. Insbesondere in der Koordination von Bildungsangeboten und der Beteiligung und Inklusion von Menschen mit Hilfebedarf in allen Lebensbereichen könne der Bezirk Stadt und Landkreis unterstützen.

Maria Hetzel (ÖDP)

Die psychiatrische Versorgung muss nach Ansicht von Maria Hetzel verbessert werden. „Wir brauchen einen gemeindepsychiatrischen Verbund mit dem Ziel eine optimale ambulante Versorgung durch Psychiatrische Institutsambulanzen, Tageskliniken und stationsäquivalenten Angeboten zu erreichen“, ist die 55-Jährige überzeugt. Es sei dringend notwendig, ein flächendeckendes Netz an kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen in Mittelfranken zu schaffen.

Ein weiteres wichtiges Thema auf Bezirksebene sei die Bildung, denn der Bezirk ist Träger verschiedener Schulen. Bildung muss sich aus Sicht der ÖDP auf die Entfaltung der Persönlichkeit richten. Dazu brauche es unter anderem ein breites Angebot an Berufsausbildungen, aus dem junge Menschen wählen können. Für Maria Hetzel ist dies auch ein bedeutsamer Aspekt für die Chancengleichheit, denn jeder junge Mensch müsse die Möglichkeit haben, nach seinen Begabungen gefördert zu werden. Der Bezirk Mittelfranken habe durch die Landwirtschaftlichen Lehranstalten die Möglichkeit, die Landwirtschaft durch die Ausbildung zukunftsfähig und nachhaltig zu entwickeln. Das Tierwohl müsse im Vordergrund stehen und es sei auf eine bodenschonende Bewirtschaftung zu achten.

Die Bezirke übernähmen wichtige überregionale Aufgaben, vor allem im sozialen Bereich. Es gehe unter anderem um ältere, pflegebedürftige Menschen, um Menschen mit Behinderung und um psychisch Kranke. Die Bezirke sind auch Träger von Schulen und kümmern sich um Kultur, Denkmalpflege und Heimatpflege. In anderen Bundesländern würden diese Aufgaben von den Kommunen, von Trägervereinen oder Zweckverbänden wahrgenommen.

„Ich halte es für sehr sinnvoll, dass wir in Bayern die dritte kommunale Ebene haben und ein demokratisch legitimiertes Gremium sich um das genannte Aufgabenfeld kümmert“, meint Maria Hetzel.

Georg Brand (Die Franken)

Die „Herzensthemen“ des 78-jährigen Georg Brand, dem Direktkandidaten der Partei Die Franken im Stimmkreis Ansbach-Nord, für die Arbeit im Bezirk Mittelfranken sind eine gute Gesundheitsversorgung, die Erhaltung der fränkischen Kultur und die Unterstützung von bedürftigen und älteren Mitmenschen. Wichtig sei hier die personelle und sachliche Ausgestaltung der Kliniken, der Bildungseinrichtungen, sowie der Verwaltung, teilte er auf Anfrage der FLZ mit.
Wie die Partei Die Franken insgesamt, als Mitglied der Allianz gegen Rechtsextremismus, stehe er auch selbst für ein offenes, ehrliches und soziales Miteinander aller demokratischen Stimmen, dies betreffe auch die Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis Ansbach.

Über sich selbst verrät der Metzgermeister außerdem, dass er fünffacher Opa und einfacher Uropa ist. Der 1945 in Frommetsfelden geborene Brand ist nach den Angaben auf der Homepage der Partei eines ihrer Gründungsmitglieder.

Zu seinen Interessen gehört demnach das bayerische Landesentwicklungsprogramm in Bezug auf Franken. Brand, der in Buch am Wald wohnt, will sich darüber hinaus nach den Angaben im Internet für die Unterstützung der Generation 65 plus, Behinderte und sozial Schwache einsetzen, da diese sonst immer mehr zur „Randgesellschaft“ würden.

Roland Krollikowsky (Die Basis)

Keine Rückmeldung auf die Anfrage der FLZ kam von der Partei Die Basis. Sie hat für den Landtag und den Bezirkstag den gleichen Direktkandidaten im Stimmkreis Ansbach-Nord aufgestellt: Den 70-jährigen Rentner Roland Krollikowsky aus Rügland.

Extrem ungleich verteilte Einkommen, „vor allem aufgrund der globalen Machtkonzentration des Finanzkapitals und der Digitalkonzerne“ sind für Krollikowsky wesentliche Ursachen für Armut, Demokratieabbau und Krieg. Seine politische Arbeit sei seit Jahrzehnten geprägt vom Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Selbstverantwortung, heißt es im Internetauftritt der Partei, wo zu Themen des Bezirkstags nichts Konkretes zu finden ist. Er will Bürgerräte und und eine Bürgerbeteiligung „an allen politischen Prozessen“. Die Landwirtschaft dürfe nicht von Großkonzernen und Kapitalanlegern für deren Interessen „missbraucht werden“.

Manche Kandidatinnen und Kandidaten nur über die Liste wählbar

Alle Direktkandidaten im Stimmkreis Ansbach-Nord sind in den anderen elf mittelfränkischen Stimmkreisen auch auf den Listen ihrer jeweiligen Parteien für den Bezirkstag zu finden. Darüber hinaus gibt es aber auch reine Listenkandidaten. Sie können als Stimmenmagneten dienen oder im Einzelfall an vor ihnen gelisteten Bewerbern vorbeiziehen, wenn die Wähler mit ihrem Kreuz die von den Parteien vorgesehene Reihenfolge ändern.

Die CSU hat aus dem Stimmkreis Ansbach-Nord auf Platz 4 ihrer Bezirkstagsliste Christine Reitelshöfer nominiert. Herbert Lindörfer folgt erst auf Platz 21.
Bei den Grünen kann Direktkandidaten Lisa Renz-Hübner als Spitzenkandidatin auf einen Sitz im Bezirkstag hoffen. Zusätzlich steht Adelheid Horneber auf Platz 15.

Hans Henninger nimmt den aussichtsreichen Platz 3 auf der Liste der Freien Wähler ein. Die Freien Wähler haben außerdem Elke Homm-Vogel auf Platz 13 gesetzt. Sie hat ihren Schwerpunkt aber auf die Direktkandidatur für den Landtag gelegt. Die AfD hat keinen reinen Listenkandidaten aus dem Stimmkreis Ansbach-Nord nominiert. Auf Platz 13 bei der SPD ist Felix Gmöhling zu finden, unmittelbar hinter der Direktkandidatin Michaela Ebner.

Elisabeth Hilbel steht auf Platz 2 der FDP-Bezirkstagsliste. Weit hinten auf Platz 21 ist Christian Hauenstein bei der FDP gelandet. Außer Direktkandidat Uwe Schildbach, der die Liste anführt, hat die Linke niemanden aus dem Stimmkreis Ansbach-Nord für den Bezirkstag aufgestellt. Maria Hetzel ist bei der ÖDP auf dem Listenplatz 2. Außerdem kandidiert Martin Berberich auf Platz 5. Die Tierschutzpartei hat zwar keinen Direktkandidaten, aber mit Alexander Meyer auf Platz 3 einen Listenkandidaten. Georg Brand (Die Franken, Platz 2) und Roland Krollikowsky (Basis, Platz 11) stehen jeweils auch auf ihren Parteilisten.

Anmerkung der Redaktion: Die Reihenfolge der Kandidaten im Text richtet sich nach den Gesamtstimmen ihrer Partei bei der Bezirkswahl 2018.


Von Thomas Schaller und Andreas Reum
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