Bezirkswahl 2023: Die Kandidaten für Neustadt/Aisch mit Fürth-Land | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.09.2023 16:13

Bezirkswahl 2023: Die Kandidaten für Neustadt/Aisch mit Fürth-Land

Der Stimmkreis Neustadt/Aisch - Fürth-Land zur Bezirkswahl 2023: Wer hier als Direktkandidat zur Wahl steht, sehen Sie auch in unserer Bildergalerie. (Foto: Susanne Pfahler)
Der Stimmkreis Neustadt/Aisch - Fürth-Land zur Bezirkswahl 2023: Wer hier als Direktkandidat zur Wahl steht, sehen Sie auch in unserer Bildergalerie. (Foto: Susanne Pfahler)
Der Stimmkreis Neustadt/Aisch - Fürth-Land zur Bezirkswahl 2023: Wer hier als Direktkandidat zur Wahl steht, sehen Sie auch in unserer Bildergalerie. (Foto: Susanne Pfahler)

Zusammen mit der Landtagswahl werden in Bayern am 8. Oktober auch die sieben Bezirkstage gewählt. In Mittelfranken stellen sich dabei 13 Parteien zur Wahl.

Allerdings treten im Stimmkreis 510 (Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und ein Großteil des Landkreises Fürth) nur zwölf davon auch mit einem Direktkandidaten an. Die Tierschutzpartei hat als einzige keinen Erststimmen-Kandidaten nominiert.

Insgesamt bewerben sich in Mittelfranken 260 Frauen und Männer um einen der – mindestens – 24 Sitze im Bezirkstag. Im Stimmkreis 510 stehen davon die besagten zwölf Direktkandidaten auf dem kleinen Erststimmen-Zettel, die anderen 248 auf dem großen Zweitstimmen-Zettel.

Die mittlere politische Ebene – zwischen Landtag und den kommunalen Räten – fristet im allgemeinen Bewusstsein ein Schattendasein. Dabei werden dort in einem über eine Milliarde Euro schweren Haushalt bedeutsame Entscheidungen getroffen, vor allem im sozialen und Gesundheitsbereich sowie auch in der Kultur. Der Bezirk ist etwa Träger von Kliniken und des Bad Windsheimer Fränkischen Freilandmuseums. Auch pflegt er internationale Partnerschaften, insbesondere mit Regionen in Frankreich und in Polen sowie auch mit Tschechien.

Kein einziger Rat aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim

Aus dem Stimmkreis 510 sind derzeit zwei Vertreter im Bezirkstag: Thomas Zehmeister (CSU) aus Großhabersdorf und Elke Eder (Freie Wähler) aus Zirndorf (das zwar nicht zum Stimmkreis gehört, doch das Wahlrecht erlaubt auch Kandidaturen von außerhalb). Beide treten erneut an. Das heißt auch: Kein einziger der 33 Bezirksräte – auch nicht die beiden Stimmkreisabgeordneten – ist aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

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Das war eine zentrale Motivation für einen Neuling auf dem Bezirksparkett. Die Bad Windsheimer Gruppierung „Windsheimer und Ortsteilbürger ins Rathaus“ (WiR) um Bürgermeister Jürgen Heckel will die Unterrepräsentation des Landkreises im Bezirkstag beenden, lautet ein zentrales WiR-Ziel. Die Gruppierung hat nur in ihrem heimischen Stimmkreis einen Direktkandidaten aufgestellt. In den anderen elf Stimmkreisen des Wahlkreises Mittelfranken können lediglich die Listenkandidaten gewählt werden, die im Übrigen allesamt aus dem Neustädter Landkreis stammen.

Thomas Zehmeister (CSU)

Thomas Zehmeister hatte 2018 als Neuling das Direktmandat errungen. Inzwischen ist der 45-jährige gelernte Vermessungstechniker Bürgermeister in Großhabersdorf. Im Bezirkstag ist der CSU-Politiker Mitglied im Kultur- und im Liegenschaftsausschuss.

Wichtig sind ihm, „die kulturellen Angebote mittelfrankenweit auch in die Fläche hinein nach Kräften zu unterstützen“. Zehmeister verweist dabei insbesondere auf das Freilandmuseum Bad Windsheim.

Er plädiert für „ein zeitgemäßes und energetisch angemessenes Bauen“ mit einem Blick auf die Arbeitsbedingungen für die Behördenmitarbeiter. Zudem müsse man „immer die Finanzen im Blick“ behalten, denn: „Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch unseren Umlagezahlern zumutbar.“

Den Landschaftspflegeverband und das Freilandmuseum, bei dem er „im steten Austausch mit der Museumsleitung“ stehe, nennt Zehmeister als zwei Beispiele, in denen sich die Bezirkspolitik direkt für den hiesigen Stimmkreis auswirkt.
Darüber hinaus merkt Zehmeister an, man setze sich „für die Teilhabe behinderter Menschen in unserer Region“ ein.

Sabine Geyer (Grüne)

Für Bündnis 90/Die Grünen bewirbt sich Sabine Geyer um das Bezirkstagsdirektmandat im hiesigen Stimmkreis. Die 55-jährige Diplom-Sozialpädagogin aus Cadolzburg nennt zuvorderst den sozialen Bereich bei ihren Themen.

Geyer fordert etwa bei den Eingliederungshilfen, „die Leistungen des Bezirks immer wieder an die Bedarfe anzupassen“ und „das Antragswesen zu vereinfachen“. Sie erklärt: „Politisch ist es mir wichtig, dass wir in unserer Gesellschaft Menschen, die Hilfe brauchen, auch in einer persönlichen Krisensituation möglichst schnell und passgenau unterstützen können.“

Konkret fordert Geyer mehr Pflegestützpunkte, etwa auch für den Neustädter Landkreis. Zudem bedürfe es „weiterer Angebote für eine immer älter werdende Bevölkerung“, um den gesellschaftlichen Wandel zu gestalten.

Geyer nennt auch eine nach-haltige und faire Beschaffung sowie Kreislaufwirtschaft, Umweltbildung und Klimaneutralität als Themen. Akzente setzen könne der Bezirk beim Bezirksjugendring und bei den Regionalpartnerschaften. Einrichtungen wie die Triesdorfer Lehranstalten oder das Freilandmuseum gelte es zu fördern und weiterzuentwickeln.

Bernhard Schurz (SPD)

Bernhard Schurz aus Uffenheim ist der Direktkandidat der Sozialdemokraten. Der 57-jährige Zollbeamte hatte 2020 um das Amt des Landrats im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim kandidiert, war dabei jedoch unterlegen.

Schurz benennt die Inklusion („ein selbstbestimmtes Leben darf keine Frage der Kostenneutralität sein“), die Heimat- und Kulturpflege und die Völkerverständigung in Europa als wichtige Themen. Dabei wendet sich Schurz gegen einen Missbrauch des Heimatbegriffs durch rechte Ideologen und plädiert für einen regelmäßigen und direkten Austausch mit den europäischen Partnerregionen und -städten.

Der SPD-Kandidat merkt an: „Der Bezirk nimmt die Belange wahr, die die Landkreise nicht leisten können.“ Schurz, der auch Stadt- und Kreisrat ist, sieht sich „als Mittler zwischen den kommunalen Ebenen“ und fordert, es sei „in den nächsten Jahren eine Senkung der Bezirksumlage zwingend nötig“. Er warnt vor einer überbordenden Bürokratisierung, die viele Bürgerinnen und Bürger, die Anspruch auf Leistungen haben, stark überfordere.

Elke Eder (Freie Wähler)

Bereits 2018 hatte Elke Eder kandidiert. Fürs Direktmandat reichte es zwar nicht, doch über die Freien-Wähler-Wahlkreisliste zog die Zirndorferin in den Bezirkstag ein.

Die 60-jährige gelernte Heilerziehungspflegerin und aktuell Seniorchefin eines Cafés nennt die Inklusion, eine barrierefreie Bildung auch für Erwachsene und die Förderung der fränkischen Kultur als Hauptthemen. Es seien gerade die Schwächsten der Gesellschaft, die die Unterstützung des Bezirks benötigen. Als ein Beispiel führt sie den Behindertenfahrdienst an; derlei sei gerade im ländlichen Bereich wichtig, um den Menschen mit Behinderung eine wirkliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gewährleisten zu können.

Für sinnvoll hält Eder die Unterstützung des Bezirks für Einrichtungen wie die Arche-Noah-Schule in Bad Windsheim zur individuellen Förderung von Schülern. Das Fränkische Freilandmuseum als bedeutendste Einrichtung ihrer Art im Süddeutschen Raum will Eder weiter auszubauen. Ein großes Anliegen sind ihr auch die sozialpsychiatrischen Dienste, die im Zuge der Corona-Krise immer wichtiger wurden.

Krzysztof Malowaniec (AfD)

Krzysztof Malowaniec tritt diesmal für die AfD an. Der 67-jährige Diplom-Informatiker aus Stein kandidierte bislang vielfach für die ÖDP, unter anderem bei den bayerischen Landtagswahlen 2018 als Direktkandidat im Stimmkreis Fürth-Stadt.

In der Bezirkspolitik möchte Malowaniec eine Entlastung der Kommunen durch die Senkung der Bezirksumlage erreichen. Er sieht einen „explodierenden Finanzierungsbedarf“ der psychiatrischen Bezirkskliniken, „hauptsächlich durch die schlecht bewältigte Corona-Krise und die unkontrollierte Zuwanderung kriegstraumatisierter Flüchtlinge“. Als Drittes nennt er die Aufnahme einer „klimaangepassten Landwirtschaft“ in die Lehrpläne der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf.

Mit seiner Kandidatur möchte Malowaniec auch die personelle Lücke schließen, die entstünde, wenn zwei der bisherigen AfD-Bezirksräte, wie es erwartbar sei, in den Landtag gewählt würden. Die Bezirkspolitik könne die Landkreise bei einzelnen Gemeinschaftsaufgaben unterstützen; als Beispiele nannte Malowaniec das Freilandmuseum Bad Windsheim und das Kulturhaus in seinem Wohnort Stein.

Marie Schöttner (Die Linke)

Mit Marie Schöttner geht Die Linke in die Bezirkswahl. Die 27-Jährige aus Oberasbach ist die Jüngste unter den zwölf Erststimmen-Bewerber. Sie ist Kreisrätin im Fürther Kreisrat und Stadträtin in ihrer Heimatkommune. Beruflich arbeitet sie in der Tierpflege.

Als ein zentrales Themen für die Bezirkspolitik nennt Marie Schöttner, dass es „keine Ausbeutung und eine gerechte Bezahlung von Menschen in Behindertenwerkstätten“ geben müsse. Die Inklusion im Allgemeinen und die Jugendarbeit liegen der Kandidatin am Herzen.

Der Bezirkstag sei gleichsam das Sozialparlament. Denn auf dieser Ebene finde der Einsatz für marginalisierte Menschen statt, was Schöttner als sehr wichtig einstuft. Zudem hat der Bezirk eine wichtige Funktion für Jugendarbeit und junge Menschen. Auf allen Ebenen – also auch im Bezirk – sei es auch wichtig, sich stark gegen Rechts zu machen.

Die Bezirkseinrichtungen, so merkt Schöttner an, seien gerade für Landkreise und kreisangehörige Kommunen wichtig. Denn anders als etwa eine Großstadt wie Nürnberg, die vieles selber machen könne, würde das, was der Bezirk leistet, die Leistungsfähigkeit der einzelnen Kommune übersteigen. Deshalb sei ein gutes Ineinandergreifen der verschiedenen Verwaltungsebenen nötig.

Peter Schemm (FDP)

Für die FDP geht Peter Schemm ins Bezirkstags-Rennen. Der 34 Jahre alte Gartenbautechniker aus Diespeck richtet ein Augenmerk auf die Landwirtschaft. Die dortigen Problemfelder „können nur mit, nicht gegen die Landbevölkerung gelöst werden“. Den Lehranstalten in Triesdorf komme dabei eine Schlüsselrolle zu. Das betreffe etwa den Erhalt der Wirtschaftlichkeit regionaler Landwirtschaft, die Qualität im Umweltschutz, die Energiewende, die Ernährungssicherung und Anpassungen an den Klimawandel.

Zudem fordert Schemm in Sachen Umweltschutz, den Landschaftspflegeverband in die Lage zu versetzen, auch die Evaluierung von Landschaftspflegemaßnahmen stärker in den Blick zu nehmen. Ferner müsse die Bezirkspolitik ihre Finanzprobleme besser in den Griff kriegen, wobei er auch Bund und Land in der Pflicht sieht. „Der Landkreis als Umlagenzahler, darf nicht noch stärker belastet werden“, fordert Schemm mit Blick auf die in Mittelfranken recht hohe Bezirksumlage.

Der Bezirk, der auch in der psychiatrischen Versorgung enorm wichtige Aufgaben übernehme, müsse die psychische Gesundheit der Landbevölkerung im Blick haben und speziell die psychische Gesundheit von Landwirten. Dazu bedürfe es eines entsprechenden Versorgungsangebots in den ländlichen Regionen.

Knut Schalldach (ÖDP)

Knut Schalldach tritt für die ÖDP an. Der 55-jährige gebürtige Mainzer wuchs in Ostwestfalen auf; nach einem längeren USA-Aufenthalt wurde er 2004 Wahlfranke und lebt seit 2008 in Roßtal. Der Diplom-Informatiker arbeitet als IT-Architekt im öffentlichen Dienst. Schalldach ist ÖDP-Kreisvorsitzender für Fürth Stadt und Land und Vorsitzender des Roßtaler Bund Naturschutz. In der Marktgemeinde hat er zudem ein politisches Mandat als gewähltes Ratsmitglied.

Er bekennt sich als „begeisterter Radfahrer und Fahrradpendler“. Ihm seien die Belange der Radfahrer und Fußgänger sehr wichtig. Das äußere sich auch in seiner Mitarbeit in der örtlichen Radkonzept-Gruppe und in seiner Aufgabe als Mobilitäts-Referent. „Gerade im Verkehrssektor sehe ich ein großes Potenzial, durch verbesserte Rahmenbedingungen mehr Leute dazu zu bringen, auf ihr Auto häufiger zu verzichten und damit sich selbst, ihren Mitmenschen und unserem Klima zu helfen“, erklärt Schalldach.

Vom Bezirkstag fordert er mehr Mut bei der Umsetzung von Projekten „für eine Entwicklung, bei der Mensch und Natur voneinander profitieren“. Als Kandidat hat er sich „Weniger wollen und mehr machen!“ zum Motto gesetzt. Dazu verweist er auf seine eigenen praktischen Tätigkeiten, etwa bei Biotoppflege und Amphibienschutz.

Jürgen Raber (Die Franken)

Jürgen Raber ist der Direktkandidat der Partei Die Franken. Der 60-jährige aus Veitsbronn ist von Beruf Polizeibeamter. Als seine Hauptthemen für die Bezirkspolitik benennt Raber zum einen Energie und Umwelt als regionale Aufgaben.

Zudem ist ihm an der Förderung und dem Erhalt von fränkischer Tradition, Kultur und Brauchtum gelegen. Als weiteren Schwerpunktbereich nennt er die Jugendbildung „als Grundlage für zukünftige mündige Bürger“.

Die politische Arbeit auf Bezirksebene sei wichtig um der Gerechtigkeit für alle Regionen willen. Raber verweist dabei mit einem knappen Stichwort auf das bayerische Landesentwicklungsprogramm, auf das es Einfluss zu nehmen gelte. Als einen Beweggrund für sein politisches Engagement beschreibt Raber, dass er in seiner Heimatregion erleben müsse, „wie die Lebensverhältnisse, die Kultur und das Brauchtum langsam verschwinden“. In der breiten Öffentlichkeit werde „meist nur mit bayerischem Dialekt und Brauchtum geworben“, was mit Franken wenig zu tun habe.

Raber fordert demgegenüber „mehr Regionalität in allen Bereichen“. Tourismus, Gewerbe und Wirtschaft in der Metropolregion sollten gestärkt, die Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen gefördert werden.

Lars Gossard (Piratenpartei)

Mit Lars Gossard hat die Piratenpartei einen Direktkandidaten für den Bezirkstag. Der 47-jährige Softwareentwickler und gelernte Industriekaufmann lebt in Hagenbüchach. Der Plauener findet, es lebt sich gut im Landkreis; deshalb wollen er und seine Frau hier bleiben und die Region auch politisch ein bisschen mitgestalten. Gossard nennt dabei die Gesundheit als Schwerpunktthema sowie auch Wirtschaft und Umwelt sowie Verkehr.

Am Herzen liegen ihm dabei die Bezirkseinrichtungen für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. Der Personalmangel und fehlende technische Ausrüstung, wie sie etwa für Videokonferenzen mit den Eltern sinnvoll sei, hindern die Mitarbeiter daran, ihr volles Potenzial zu entfalten, bemängelt Gossard. Eine ähnliche Situation herrsche an den diversen Förderschulen.

Für unabdingbar hält es Gossard, „einen Kompromiss zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft zu finden“. Landwirte sollten von ihrer Arbeit leben können und keine teuren Kredite für die Erfüllung der staatlichen Auflagen aufnehmen müssen.
Auch wenn der Bezirk nicht direkt zuständig sei, so könne er doch darauf einwirken, Geschwindigkeitsbegrenzungen an sämtlichen Straßenkreuzungen festzusetzen, regt Gossard an.

Beate Schindler (Die Basis)

Beate Schindler ist die Bezirkstags-Direktkandidatin der noch jungen Partei Die Basis. Die verheiratete 40-Jährige kommt aus Cadolzburg und arbeitet als selbstständige Seniorenbetreuerin. Schindler ist gelernte Köchin, Diätassistentin und Hauswirtschafterin. Schindlers Partei Die Basis wurde erst vor gut drei Jahren gegründet und nimmt erstmals an bayerischen Wahlen teil.

Als ihre politischen Hauptfelder nennt die Basis-Kandidatin knapp und stichpunktartig Kinder, Senioren sowie Landwirtschaft und Natur. Beim Themenkreis Kinder verweist Schindler auf ein „Engagement im Bereich des Kreisjugendrings“ und nennt dabei die Medienkompetenz als jenen Sektor, auf den sie einen Schwerpunkt legt.

Bezüglich des Politikfeldes „Senioren“ fordert die in diesem Bereich auch beruflich tätige Schindler eine Vernetzung zwischen den pflegenden Angehörigen und dem Pflegefachpersonal beziehungsweise auch mit den Seniorenbetreuern Beim dritten von ihr als wichtig eingestuften Stichpunkt – Landwirtschaft und Natur – setzt Schindler auf eine „regionale Erzeugung von Lebensmitteln“ und als Baustein dazu gehört auch die Direktvermarktung.

Wolfgang Stadler (WiR)

Mit Dr. Wolfgang Stadler als Direktkandidaten geht die WiR-Liste in die Bezirkswahl. Der 74-jährige Facharzt im Ruhestand ist in seiner Heimatstadt Bad Windsheim seit über zwei Jahrzehnten Stadtrat. WiR steht für „Windsheimer und Ortsteilbürger ins Rathaus“ – in diesem Fall sozusagen ins Bezirksrathaus. In der Bad Windsheimer Lokalpolitik ist die Gruppierung seit längerem verwurzelt, im Neustädter Kreistag sitzt sie seit den letzten Wahlen 2020.

Stadler spricht sich für eine intensivere Förderung von Kunst, Kultur und Musik aus, „weil oft gerade an der Kultur gespart wird“. In der Frühförderung von Kindern können Musik und künstlerische Betätigung ein wesentlicher Baustein sein.

Dem Arzt liegen auch im Ruhestand das gesundheitliche und psychische Wohlbefinden der Menschen am Herzen. Da könne er seine Berufserfahrung, die auch gute Kontakte zum Bezirksklinikum beinhalteten, einbringen. Eine Lanze bricht Stadler zudem für internationalen Partnerschaften; derlei trage zur Völkerverständigung bei.

Stadler verweist auf die Dominanz der (Groß-)Städter im aktuellen Bezirkstag und erklärt: „Mein Interesse ist es, dass unsere eher kleinstädtisch und ländlich dominierte Region mehr Berücksichtigung findet.“

21 Listenkandidaten aus dem Neustädter Landkreis

Neben den zwölf Direktkandidaten sind unter den Listenkandidaten der 13 Parteien weitere 29 Frauen und Männer aus dem Stimmkreis 510, davon 21 aus dem Landkreis Neustadt. Diese vergleichsweise hohe Zahl ist zu einem großen Teil der WiR-Liste geschuldet, die ausschließlich aus Kandidaten und Kandidatinnen aus dem Neustädter Kreis besteht, wovon aber – wenn überhaupt – nur einzelne den Sprung in den Bezirkstag schaffen werden.

Aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim haben zudem die CSU (Kristin Langmann auf Platz 8), die Grünen (Benita Esch auf Platz 13), die Freien Wähler (Anna Ebener auf Platz 16), die ÖDP (Johannes Maibom auf Platz 11, Tristan Billmann auf Platz 16 und Gerhard Neuser auf Platz 23), die Franken (Armin Kister auf Platz 8 und Karola Kister auf Platz 18), die Piraten (Johannes Derrer auf Platz 11) und Die Basis (Stefan Philipp auf Platz 16) eine Bewerberin beziehungsweise einen Bewerber aufgestellt.

Aus dem Landkreis-Fürth-Bereich des Stimmkreises 510 stammen Matthias Dießl (CSU, Platz 3), Frieder Kleefeld (Grüne, Platz 18), Karl-Heinz Meier (Freie Wähler, Platz 17), Angelika Abram (SPD, Platz 18), Matthias Tafelmeyer (FDP, Platz 20), Christian Löbel und Tobias Wolf (beide Die Linke, Platz 19 und Platz 24) und Regina Raber (Die Franken, Platz 24).

Anmerkung der Redaktion: Die Reihenfolge der Kandidaten im Text richtet sich nach dem Gesamtstimmenanteil ihrer Partei bei der Bezirkswahl 2018.

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