Seit drei Jahren erfreut sich die Stadt Feuchtwangen eines eigenen Filmfestivals. Und dies mit steigendem Publikumsinteresse. Deshalb möchte das sowohl international als auch regional aufgestellte Beyond-Filmfest weiter wachsen. Dafür braucht es Unterstützung.
Diese bekomme es bereits, weiß Gülsel Özkan, die zusammen mit Ludger Pfanz das Filmfest leitet, zu versichern. „Die Art und Weise, wie Feuchtwangen das Festival aufgenommen hat, dieses Vertrauen auf regionaler Ebene, hat Beyond überhaupt erst an den Punkt gebracht, an dem jetzt Wachstum möglich ist.“
Deshalb wollen die Veranstalter Anfang dieses Jahres einen Antrag für die Bayerische Filmförderung stellen. Da diese sich prozentual nach den bereits aufgestellten Geldern für die Veranstaltung richtet, in der Regel 20 Prozent, ist das Volumen der vorhandenen Mittel ausschlaggebend. Obwohl Beyond bereits eine Reihe von großzügigen Sponsoren gefunden hat, braucht es weitere Unterstützung regional und darüber hinaus.
Die Etablierung des Festivals im Feuchtwanger KulturKino berge für die Region eine Reihe von positiven Faktoren, sagt Özkan und betont: „Beyond will kein Kostenfaktor sein, sondern ein Entwicklungsinstrument“. Eine solche Veranstaltung steigere nicht nur die Attraktivität des Ortes, in dem sie stattfinde, sie binde auch Menschen ein und schaffe mit ihren Ideen eine neue wirtschaftliche Dynamik.
So soll im Laufe des Jahres die 2018 von der Festivalleitung gegründete Future Design Company nach Feuchtwangen umziehen und hier als direkter Ansprechpartner ein Büro einrichten. „Wir wollen mit unserer Initiative ein Fenster in die Zukunft öffnen, wollen aktuelle Themen wie gesellschaftliche Veränderungen, industrielle Entwicklungen, klimatechnische Fragen und tiefergreifende Themen zum Wandel der Welt kritisch betrachten“, sagt Özkan.
Dabei betont sie, dass das Beyond-Festival sich nicht an gängigen kommerziellen Kriterien orientiert, sondern vielmehr denen eine Stimme verleihen möchte, die einen anderen Blick auf das allgemeine Weltgeschehen haben. Und dies sowohl auf internationaler wie regionaler Ebene.
Bei dem 2025 veranstalteten Festival wurden neben internationalen Filmen der unterschiedlichen Sparten zum ersten Mal auch regionale Arbeiten gezeigt und in einer anschließenden Podiumsdiskussion mit den Filmschaffenden in der Öffentlichkeit diskutiert. „Wir wollen Greifbarkeit schaffen, wollen Publikum und Filmemacher zusammenbringen“, so Gülsel Özkan. Dieses Konzept kommt auch in Feuchtwangen gut an, wie zuvor schon bei der größeren Ausgabe in Karlsruhe, die Özkan und Pfanz 2011 ins Leben gerufen haben.
Erfahrung ist also reichlich vorhanden, der Keim für eine Bereicherung der regionalen Kulturszene gelegt. Aber eines ist auch klar: „Ohne Partner gibt es kein Wachstum“, sagt Gülsel Özkan. Vor allem die Infrastruktur möchten die Veranstalter verbessern. Eine günstigere Erreichbarkeit des Festivalortes etwa, vielleicht durch einen Shuttle-Service, eine adäquatere Künstlerbetreuung, einen Standort für das Büro der Future Design Company. Dies in die Planung für das nächste Festival, die bereits im Gange ist, integrieren zu dürfen, wäre ein großer Fortschritt.