Beyond-Festival in Feuchtwangen kehrt zurück: Sie zeigen Filme gegen Widerstände | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.09.2025 10:07

Beyond-Festival in Feuchtwangen kehrt zurück: Sie zeigen Filme gegen Widerstände

Filmemacher Ludger Pfanz (links) und der Vorsitzende des KulturKinos, Wolfgang Grebenhof, freuen sich auf das Beyond-Filmfestival. (Foto: Stefan Neidl)
Filmemacher Ludger Pfanz (links) und der Vorsitzende des KulturKinos, Wolfgang Grebenhof, freuen sich auf das Beyond-Filmfestival. (Foto: Stefan Neidl)
Filmemacher Ludger Pfanz (links) und der Vorsitzende des KulturKinos, Wolfgang Grebenhof, freuen sich auf das Beyond-Filmfestival. (Foto: Stefan Neidl)

Wozu dient Kunst? Für den Vorsitzenden des Vereins KulturKino Wolfgang Grebenhof, Filmemacher Ludger Pfanz und Kulturbüroleiterin Dr. Maria Wüstenhagen ist sie mehr als Unterhaltung. „Kunst baut Brücken. Kunst ist Kommunikation. Kunst bietet Hoffnung”, sind sie sich einig. Genau darum soll es am Beyond-Filmfestival in Feuchtwangen gehen.

Pfanz dreht schon seit 50 Jahren Filme, wie er sagt. Er kommt aus Schopfloch und wurde 1997 Lehrender an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Dort gründete er 2011 das Beyond-Filmfestival. Als er in Ruhestand ging, kehrte er in die Heimat zurück und brachte das Festival gleich mit. Nun findet es zum dritten Mal in Feuchtwangen statt. Dabei hatte Pfanz ein klares Ziel: „Qualität und der Stellenwert sollten bleiben. Aber wir wollten es auch dem Publikum in der ländlichen Gegend zugänglich machen.”

102 Filmemacher sandten Bewerbungen ein

Die Namen Pfanz und Beyond sind in der internationalen Branche bekannt: 102 Filmemacher sandten Bewerbungen ein. Pfanz traf eine Vorauswahl und suchte 32 Filme heraus, die nun von Donnerstag, 30. Oktober, bis Sonntag, 2. November, gezeigt werden. Das Leitthema ist Wahrheit – Die Unterscheidung zu gefälschten Motiven werde immer schwieriger, findet Pfanz: „Es geht dieses Jahr auch um die Ängste junger Filmemacher – Bilder sind mittlerweile leicht manipulierbar.”

Die Themen der Beiträge sind vielseitig: Ein Bauer ärgert sich über die Autobahn nahe seiner Felder – schon macht er die Not zur Tugend und eröffnet einen Autohof. Ein kleiner Ort verliert seinen letzten Supermarkt. Eine Filmemacherin verarbeitete ihre persönlichen Erfahrungen mit Covid. Aber auch internationale Geschichten spielen eine Rolle: Pakistaner leiden unter dem Klimawandel und entdecken die alte Kunst des Gletscherbaus. Eine Mexikanerin erforscht ihre eigene Familiengeschichte. Der kürzeste Film dauert nur eine Minute: In der UN-Versammlung sind sich alle bis auf einen Diplomaten über eine Waffenstillstandsvereinbarung in einem militärischen Konflikt einig. Er ist Vertreter einer der Veto-Mächte und kippt damit die gesamte Vereinbarung.

Ein echter Kraftakt bei den russischen Teilnehmern

Auch chinesische und russische Filmemacher nehmen teil: Ein Ausschluss kam für die Verantwortlichen trotz aller politischer Brisanz nicht infrage. „Kunst und Kultur kann helfen, die Kommunikation aufrechtzuerhalten. Sie kann zur Völkerverständigung beitragen.” Das Publikum soll mit den Produzenten ins Gespräch kommen. Bei den Russen ein echter Kraftakt: Schon einen Flug zu organisieren, gestaltet sich wegen der aktuellen Sanktionen schwierig.

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Zur Vorauswahl müssen die Produktionen hochgeladen werden. Im vergangenen Jahr wurde ein Upload aus China immer wieder gestört. Nicht auszuschließen ist ein staatliches Eingreifen. Doch das weckt Vorsitzenden Grebenhofs Ehrgeiz: „Wenn jemand will, dass wir einen Film nicht zeigen, dann werden wir ihn zeigen.” Für ihn sind das Festival und das KulturKino dafür da, um Horizonte zu öffnen und neue Perspektiven zu erschließen.

Willkommene Bühne für junge Filmemacher

Gerade für junge Filmemacher ist das Beyond-Filmfestival eine willkommene Bühne sich, zu präsentieren. Pfanz erklärt: „Den ersten Film zu machen, ist am schwersten.” Ohne großes Resümee fehlen Geldgeber, die Teilnahme bei Beyond kann Türen öffnen. Darum vergibt eine Jury auch Preise in den Kategorien Kurzfilm, Langfilm und Dokumentationen. Erstmals prämieren die Zuschauerinnen und Zuschauer einen Publikumspreisträger.

Die Stadt Feuchtwangen unterstützt das Projekt. Kulturbüroleiterin Wüstenhagen sieht in der Kunst einen wichtigen Baustein für die Demokratie: „Weltweit gewinnen konservative Denkweisen die Oberhand. Die Filme können andere Ansätze zeigen.”

Mehr Informationen und das vollständige Programm sind unter www.beyond-filmfestival.com zu finden.

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