Das erste Moos Meadow Festival in Feuchtwangen bewerten die Veranstalter ebenso wie die Stadtspitze positiv. Ins Auge gefasst ist eine Neuauflage im nächsten Jahr. Ob diese tatsächlich über die Bühne gehen wird, steht aber noch nicht fest. Sicher ist jedoch schon, dass sie nicht auf der Mooswiese stattfinden soll.
Hintergrund sind Beschwerden wegen der lauten Metal-Musik: Anwohner beklagten sich ebenso wie Besucher der Kreuzgangspiele, die massive Störungen bei der Abendvorstellung am Samstag monierten. Folglich bilanzierte Bürgermeister Patrick Ruh, die Mooswiese „ist nicht der richtige Platz“ für solche Events.
Ergänzend dazu erzählte der Rathauschef am Mittwoch auf Anfrage aus der nichtöffentlichen Kulturausschusssitzung, in der das Thema am Dienstagabend aufgegriffen worden war: Die Stadträte hätten die Geräuschkulisse „sehr unterschiedlich wahrgenommen“ – ihre Bewertungen reichten von „einfach zu viel“ bis hin zu „da hat man gar nichts gehört“.
Als Grund für die akustische Beeinträchtigung am Samstag bei der Aufführung des Stücks „Der Besuch der alten Dame“ im Kreuzgang vermutet Ruh ungünstige Windverhältnisse: Denn noch beim Soundcheck am Freitag sei auf dem Marktplatz nichts zu hören gewesen. Aber: „Am Samstagabend ist die Rechnung überhaupt nicht aufgegangen.“
Oft werde moniert, in Feuchtwangen wäre nichts los, meinte Ruh und würdigte in diesem Zusammenhang, dass „wir jemanden in der Stadt haben, der etwas aufbauen will“. Und: „Wenn hier Leute die Initiative ergreifen und Erfolg damit erzielen, dann muss man das unterstützen.“
Bei der Diskussion über die Genehmigung des Festivals sei es aus Sicht des Stadtrats seinerzeit vertretbar gewesen, die Erstauflage des von Timo Petrasch und Benedikt Ambrosius organisierten Festivals auf der Mooswiese wegen der hier vorhandenen Infrastruktur auszuprobieren. Ziel sei es gewesen, Erfahrungen zu sammeln und danach darüber zu sprechen. „Deshalb sagten wir, wir gehen das Wagnis ein“, so Ruh auch mit Blick auf das schon damals thematisierte Spannungsfeld Moos Meadow und Kreuzgangspiele.
Nun habe die erste Auflage der Schwermetall-Veranstaltung zwar „genug Anklang“ gefunden, zeigte sich Ruh erfreut über ein „für den Anfang“ gutes Ergebnis. Jedoch werde die Stadt gemeinsam mit den Veranstaltern nach einem anderen Standort suchen. Ergänzend dazu erzählte er gestern, dass der „Kulturausschuss diesen Weg unterstützt“.
Allerdings werde diese Suche nicht einfach: Zum einen gelte es, „die umliegende Wohnlage“ zu berücksichtigen, „damit Konflikte vermieden werden“. Zum anderen stehe an anderer Stelle nicht die Infrastruktur so wie auf der Mooswiese zur Verfügung. „Man braucht einen Ort, der nicht so weit von einem Kanalanschluss entfernt ist.“ Die Strom- und Wasserversorgung müsse sichergestellt werden. Und: „Auch die Eigentumsverhältnisse spielen eine Rolle.“
Auf die Frage nach möglichen Veranstaltungsorten, die zum Beispiel „auf der grünen Wiese“ denkbar sein könnten, legte sich der Bürgermeister nicht fest. Gleichwohl meinte er, „bei großen Feuerwehrfesten hat es schon funktioniert“.
Weil auch die Veranstalter Konflikte vermeiden wollen, sprach sich Mitorganisator Timo Petrasch gegenüber der FLZ ebenfalls für die Suche nach einem neuen Standort für künftige Auflagen des Moos Meadow aus. Dessen ungeachtet sei aber grundsätzlich noch unklar, ob sie das Festival erneut, so wie geplant, im kommenden Jahr vier Tage lang vom 26. bis zum 29. Juni ausrichten können. Der enorme Aufwand jetzt habe gezeigt, dass die Festival-Macher künftig deutlich mehr Unterstützung benötigten. So hofften sie auf ein dann größeres Helferteam zum Beispiel mit Mitarbeitern vom Bauhof und Leuten von den Stadtwerken.
„Wir machen das für Feuchtwangen“, betonte Petrasch. Ihm und seinem Partner gehe es nicht um Einnahmen, sondern um die Musik. Mit rund 2000 verkauften Karten seien sie durchaus zufrieden. Jedoch bedauerte er, dass am Samstag 600 dieser Tickets nicht abgestempelt worden sind: Wegen einem angekündigten Unwetter, das dann an Feuchtwangen vorbeigezogen ist, seien viele Auswärtige nicht gekommen.
Geht das Festival künftig anderenorts über die Bühne, dann sollte es zumindest bei den Kreuzgangspielen keine Störungen wie am Wochenende mehr geben. „Es war die ganze Zeit über schwierig, aber vor allem am Samstagabend“, bedauerte Dramaturgin Dr. Maria Wüstenhagen. Abgesehen von der Belastung für das Bühnen-Ensemble hätten einige verärgerte Theater-Besucher ihr Geld zurückgefordert – und es auch erstattet bekommen.
Jedoch betonte die Kulturbüroleiterin, Festivals wie das Moos Meadow in Feuchtwangen keinesfalls verhindern zu wollen. „Aber es muss mit dem Theater passen.“
Drei Tage lang wurde ausgelassen und friedlich gefeiert: die schönsten Bilder vom Moos Meadow Festival