Wenig Grund zum Jubeln haben gerade die Immeldorfer Bürger. Die Pläne, den Kern im Ortsteil Lichtenaus (Landkreis Ansbach) zu verschönern, die der Gemeinderat mit viel Elan angehen wollte, sind offenbar vom Tisch.
Gegen zwei Stimmen haben die Gremiumsmitglieder jetzt den Beschluss, für den Bereich Immeldorf-Mitte einen Bebauungsplan aufzustellen, wieder kassiert. Außerdem wurde die Veränderungssperre, mit der „Fehlentwicklungen“ in diesem Gebiet vermieden werden sollten, aufgehoben. Erst im vergangenen Sommer war beides beschlossen worden.
Zum damaligen Zeitpunkt hatte der Gemeinderat bekundet, den Bereich zwischen der Staatsstraße im Nordosten, der Büschelbacher Straße im Nordwesten, der Hauptstraße im Südwesten und der Ziegendorfer Straße im Süden neu gestalten zu wollen. Die Veränderungssperre hätte unter anderem zur Folge gehabt, dass der Umbau einer Gewerbehalle zu einer Geflüchtetenunterkunft nicht möglich gewesen wäre.
Nun wird das Bauleitverfahren nicht mehr weitergeführt. Der Lichtenauer Bürgermeister Markus Nehmer begründete die Entscheidung gegenüber der FLZ damit, dass die Gemeinden bei der Unterbringung von Geflüchteten eine Mitwirkungspflicht haben. Dieser sei man „mit Aufhebung der Veränderungssperre nachgekommen“, als feststand, dass es tatsächlich um eine Unterkunft für Asylbewerber geht und nicht um sonstige Wohnungen, wie der Eigentümer des Grundstücks zunächst angegeben habe.
Im Gegenzug seien mit dem Betreiber der Unterkunft aber einige Anpassungen vereinbart worden, „beispielsweise eine menschenwürdigere Unterbringungsform im Sinne von mehr Quadratmetern Wohnfläche pro Bewohner, ein zusätzlicher Einkaufsfahrdienst sowie Deutschunterricht“ vor Ort, teilte Nehmer mit. „Die Gemeinde ist dankbar, sowohl mit dem Betreiber als auch dem Landratsamt hier einen guten Kompromiss gefunden zu haben.“
Laut Landratsamtssprecher Fabian Hähnlein wurde die Anzahl der Geflüchteten, die zugewiesen werden, von rund 50 auf 41 Personen reduziert. Gut ein Drittel der Asylbewerber sind inzwischen eingetroffen und in einem Wohnhaus in der Büschelbacher Straße einquartiert. Die nebenstehende Halle, die ebenfalls Geflüchtete beherbergen soll, wird erst nach dem Umbau belegt.
Heftige Kritik an der Vorgehensweise der Verwaltung und der finalen Entscheidung übte Gemeinderätin Johanna Irg, die selbst in Immeldorf wohnt. „Wir hätten uns mit den Immeldorfern zusammensetzen können“, um zu hören, was möglich gewesen wäre, meinte sie.
Unter anderem wünschen sich die Bürger seit Längerem ein Dorfgemeinschaftshaus, für das aber bislang kein geeigneter Standort gefunden werden konnte. Die Fläche in der Büschelbacher Straße, wo sich die Geflüchtetenunterkunft befindet, ist jedenfalls aus dem Rennen. „Wir werden auf dieses Grundstück keinen Zugriff haben“, stellte Rathauschef Nehmer fest. Ob dort ein Treffpunkt für die Bevölkerung hätte entstehen sollen, sei im Gemeinderat noch nicht besprochen worden, sagte er der FLZ.