Schülerinnen und Schüler der Städtischen Wirtschaftsschule, der Staatlichen Berufsschule Ansbach I, der Fachober- und Berufsschule sowie der Maschinenbauschule können sich auch heuer wieder über Zuwendungen der Bernhard Endres‘sche Stiftung freuen.
In einer Feierstunde in der Städtischen Wirtschaftsschule haben der Stiftungsvorstand Manfred Schober und Stadtkämmerer Christian Jakobs 16.800 Euro verteilt. Jede der vier Schulen erhielt 2100 Euro und jeweils 14 Jugendlichen an den Schulen einmalig 150 Euro.
Die Stiftung, so berichtete Manfred Schober, wird von der Stadtkämmerei verwaltet, ist aber, wie es der Beteiligungsbericht der Stadt ausweist, eine rechtsfähige Stiftung. Das Stiftungsvermögen betrug am Jahresende 2023 genau 706.834 Euro. Dazu gehören Geldvermögen von 304.804 Euro, fünf Wohnungen, zehn Studentenwohnungen, 22,9 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und 0,9 Hektar Wald.
Bei der Übergabe erzählte Manfred Schober auch aus dem Leben von Johann Bernhard Endres, der als Pfarrerssohn am 12. November 1788 im Stadtteil Elpersdorf geboren wurde. Er stand vom 24. September 1827 bis zum 29. Juni 1842 als rechtskundiger Bürgermeister an der Spitze der Stadt Ansbach.
Aufgewachsen ist Johann Bernhard Endres hauptsächlich in Markt Berolzheim. Er begann 1807 ein Jura-Studium in Erlangen und machte anschließend das Referendariat in Pleinfeld und Leutershausen. Als 1827 der erste nach dem Gemeindeedikt von 1818 gewählte rechtskundige Bürgermeister Ansbachs, Johann Jacob Beichele, verstorben war, wurde Endres am 24. September 1827 aus sieben Bewerbern zum Nachfolger gewählt. Ein Augenleiden zwang ihn am 29. Juni 1842 zum Rücktritt. Er blieb auch im Ruhestand in Ansbach, bis er 1849 nach Frankfurt verzog, um an den Sitzungen des Parlaments in der Paulskirche teilzunehmen. Er übersiedelte dann nach München. Endres selbst war unverheiratet und kam nach dem Tod seines Bruders und dessen vermögender Ehefrau in den Besitz eines großen Vermögens.
In seiner Amtszeit gründete die Sparkasse eine Armenbeschäftigungsanstalt und senkte in seiner 15-jährigen Amtszeit die Schulden der Stadt von 60.000 Gulden auf 3728 Gulden. In seinem Testament vom 6. Juni 1850 setzte er die Stadt Ansbach als Haupterbin ein und errichtete eine Stiftung, deren Zinserträge zur „Herbeiziehung sowie zur Hebung und Emporbringung von solchen Gewerben der Stadt Ansbach, welche Handelsgegenstände erzeugen“ verwendet werden sollen.
Seine Auffassung war, dass nur durch gewerblichen Fleiß der Wohlstand der Stadt gehoben werden kann. 1950 wurde dann der Zweck der Stiftung aus steuerlichen Gründen „umgedeutet“ und die Erträge den berufsbildenden Schulen in der Stadt Ansbach sowie den aus Ansbach stammenden Schüleinnen und Schülern zugeordnet.
Johann Bernhard Endres setzte am 5. November 1850 seinem Leben in München selbst ein Ende. Beigesetzt wurde sein Leichnam erst in München und dann wurde er umgebettet auf den Ansbacher Stadtfriedhof, wo seine Gruft heute noch existiert und von der Stiftung unterhalten wird.
Der stellvertretende Leiter der Städtischen Wirtschaftsschule, Günter Gaiser, freute sich, dass wieder Schülerinnen und Schüler, die sich neben guten schulischen Leistungen auch ehrenamtlich in der Schulgemeinschaft oder außerhalb in Vereinen und Verbänden engagierten, ein „kleines Weihnachtsgeld“ von der Stiftung bekämen.