Von 96 Landkreisen und kreisfreien Städten liegt Ansbach auf Rang 86, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim auf Rang 89. Nur für die Stadt Ansbach reicht es zu einem Platz im Mittelfeld.
In Westmittelfranken ist die Akademikerquote unterdurchschnittlich. Dies erläuterte auf FLZ-Nachfrage Florian Braunreuther, der Sprecher der Arbeitsagentur in Ansbach. Dabei gelten alle Personen mit einem Hochschulabschluss, also nicht nur Absolventen einer Universität, als Akademiker.
Braunreuther nannte noch einen weiteren Grund für die großen Einkommensunterschiede auch innerhalb Mittelfrankens: „Dass im Ballungsraum Erlangen, Fürth, Nürnberg große, teils international agierende Unternehmen ansässig sind, die höhere Löhne und Gehälter zahlen können“.
In Westmittelfranken sind dagegen Werke wie etwa das des Bosch-Konzerns in Ansbach-Brodswinden die Ausnahme. Regional gebe es „weit überwiegend Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten“, so Braunreuther. Zahlreiche Westmittelfranken arbeiten jedoch als Pendler bei Großbetrieben im Ballungsraum.
Die neuesten verfügbaren Gehaltszahlen sind vom Stichtag 31. Dezember 2021. Florian Braunreuther und sein Fürther Kollegen Jürgen Wursthorn haben sie für die Personen zusammengestellt, die in der Stadt Ansbach beziehungsweise den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim arbeiten. Es ist stets der Arbeitsort in Westmittelfranken maßgeblich, nicht der Wohnort. Und es zählen nur sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen.
Und zum anderen ist der Begriff „Median“ entscheidend. Das Medianeinkommen ist bei den Gehältern der Betrag, bei dem jeweils die eine Hälfte der Beschäftigten weniger und die andere Hälfte mehr verdient. Somit darf der Median keinesfalls mit dem Durchschnitt verwechselt werden.
Bei den Median-Einkommen spielt die Stadt Ansbach mit ihren vielen Behörden und etwa dem großen Bosch-Werk in Brodswinden in einer anderen Liga als die beiden Landkreise. „Im bayernweiten Vergleich nimmt das Medianentgelt in der Stadt Ansbach Rang 29 von 96 Kreisen und kreisfreien Städten ein, im Landkreis Ansbach Rang 86 von 96 und im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim Rang 89 von 96“, so Braunreuther.
Auch zur Akademikerquote präsentierte Braunreuther die neuesten verfügbaren Daten. „In Bayern haben 22,2 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten einen akademischen Berufsabschluss und erzielen ein mittleres Bruttoeinkommen von rund 5885 Euro.“
Deutlich niedriger ist die Quote in Ansbach und sogar weit niedriger in den Kreisen: „In der Stadt Ansbach haben 15,6 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten einen akademischen Berufsabschluss.“ Sie erzielen ein Medianeinkommen von rund 4876 Euro. Im Landkreis Ansbach sind es 7,7 Prozent mit einem Medianeinkommen von rund 4683 Euro und im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist die Akademikerquote 8,2 Prozent (Medianeinkommen 4503 Euro).
In Erlangen, das bayernweit auf Rang zwei beim Medianentgelt liegt, ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten mit akademischem Berufsabschluss äußerst hoch – bei 42,9 Prozent. Deren Medianeinkommen betrug 6791 Euro.
Es gibt aber auch regionale Lichtblicke: Arbeitnehmer mit Arbeitsplätzen in Westmittelfranken haben zum 31. Dezember 2021 im Schnitt rund 108 Euro pro Monat mehr verdient als ein Jahr zuvor. Das entspricht einer Steigerung von 3,4 Prozent, so Braunreuther. Bayernweit betrug der Anstieg nur 2,8 Prozent.
In der Stadt Ansbach lag das mittlere Einkommen zum Stichtag 31. Dezember 2021 bei 3667 Euro. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag entspricht dies einer Zunahme von 133 Euro beziehungsweise 3,8 Prozent.
Im Landkreis Ansbach war das mittlere Einkommen etwas niedriger als in der Stadt Ansbach – mit 3203 Euro; und auch die Zunahme war geringer: Sie betrug nur 88 Euro beziehungsweise 2,8 Prozent.
Schlusslicht innerhalb der Region beim Medianeinkommen ist der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, doch er holt gegenüber dem Landkreis Ansbach auf. Zwar lag im Kreis NEA das mittlere Einkommen zum Stichtag 31. Dezember 2021 bei nur 3143 Euro. Die Steigerung ist mit 105 Euro beziehungsweise 3,4 Prozent jedoch deutlich höher als im Kreis Ansbach.