Die Ortstafeln für Triesdorf, einem Ortsteil von Weidenbach im Landkreis Ansbach, sind ein begehrtes Souvenir. Ebenfalls gefragt scheinen Ersatz-Ortstafeln mit der nüchternen Aufschrift „geschlossene Ortschaft“. Vier von ihnen ließ das Staatliche Bauamt Ansbach erst Ende Juli aufstellen – als Ersatz für erneut gestohlene Triesdorf-Tafeln. Drei sind schon weg.
An vier Eingängen des Weidenbacher Gemeindeteiles stehen Ortstafeln. Als jüngst alle vier entwendet waren, sah die Behörde temporär den amtlich-trockenen Ersatz vor. Sie ist zuständig, weil zwei Staatsstraßen durchs Dorf verlaufen.
Schon nachts darauf waren zwei von ihnen weg, zwischen Freitag und Montag eine dritte. So berichtet es der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Heinrich Schmidt. Geblieben ist eine einzige – auf der Staatsstraße 2411 aus Richtung Ornbau.
Auf der Staatsstraße 2411, von der Bundesstraße 13 aus Richtung Ansbach kommend, steht jetzt ein Verkehrszeichen, das Tempo 50 vorschreibt. Ebenso verhält es sich auf der Staatsstraße 2220, von der B13 aus Richtung Merkendorf kommend. Am direkten Übergang von Weidenbach aus sind auf der Staatsstraße 2220 die bloßen Ständer ohne das Schild geblieben.
Neue Triesdorf-Ortstafeln sind dennoch in Sicht. Ende September will das Amt sie anbringen lassen, wie der Leiter ankündigt. Er erklärt, wie viele Schilder in den vergangenen Jahren verschwanden: 2022 waren es 18 Stück, voriges Jahr 35 und dieses Jahr bislang 15.
Für jedes Schild fielen etwa 85 Euro an. Für Montage, Anfahrt und Material veranschlagt er zudem pauschal etwa 250 Euro. Der Schaden belaufe sich bis dato auf rund 23.000 Euro. Ihn tragen die Steuerzahler. Sicherheitsmaßnahmen ergriff man, wie Schmidt bestätigt. Man habe zum Beispiel Schellen verschweißt, Abreißschrauben verwendet oder Tafeln höher angebracht.
Überdies sei man auf die Marktgemeinde und die Landwirtschaftlichen Lehranstalten zugegangen. Letztere „boten den käuflichen Erwerb der Ortstafeln an“. Die Diebstähle habe man angezeigt. Er weist auch auf eine Absprache hin – mit Blick darauf, dass die Polizei ermittle und überwache.
Ende Juni erst ertappte die Polizei in dem Bildungszentrum auf frischer Tat Studierende, die Schilder als Souvenir ihrer Studienzeit mitnehmen wollten. Darauf weist auch der Amtsleiter hin.
„Was soll ich da sagen?“, bemerkt Bürgermeister Willi Albrecht lachend. Das Lachen klingt genervt. „Egal, wo ich hinkomme, ist das Thema“, sagt er: „Das ist ärgerlich.“ Er glaubt nicht, dass alle Tafeln in Kellerbars hängen. Für ihn wirkt das eher wie eine Challenge, eine Art Mutprobe.