Bedenken gegen geplantes Montessori-Zentrum in Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.09.2024 08:30

Bedenken gegen geplantes Montessori-Zentrum in Ansbach

Stadtplanerin Andrea Heinlein und Peter Heinzel, Vorstand der Siedlergemeinschaft am Bocksberg, tauschten sich nach dem Ende der Veranstaltung noch rege aus. (Foto: Florian Pöhlmann)
Stadtplanerin Andrea Heinlein und Peter Heinzel, Vorstand der Siedlergemeinschaft am Bocksberg, tauschten sich nach dem Ende der Veranstaltung noch rege aus. (Foto: Florian Pöhlmann)
Stadtplanerin Andrea Heinlein und Peter Heinzel, Vorstand der Siedlergemeinschaft am Bocksberg, tauschten sich nach dem Ende der Veranstaltung noch rege aus. (Foto: Florian Pöhlmann)

Von der Planung bis zur Umsetzung des Montessori-Zentrums am Ansbacher Bocksberg ist es noch ein weiter Weg. Bei der Informationsveranstaltung der Stadt wurden Bedenken gegen das Vorhaben laut. In der Kritik steht die Verkehrsführung. Zudem warteten die Montessori-Vertreter mit einer überraschenden Nachricht auf.

Es dauerte nur wenige Tage, nachdem der Stadtrat im Juni diesen Jahres Grünes Licht für das Projekt gegeben hatte, bis die ersten Vorbehalte laut wurden. Bereits die Stadträte hatten in Frage gestellt, ob der zusätzlich entstehende Verkehr durch die Steigerung der Belegzahlen und entsprechend mehr Elterntaxis ordentlich zu regeln sei.


Das gibt Chaos, wenn man keine ordentliche Regelung findet.

Peter Heinzel

Auch deshalb wandte sich die Stadt nun im Zuge der ersten Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden an die Bevölkerung. Zahlreiche Einwohner der Siedlung am Bocksberg waren denn auch der Einladung zur Informationsveranstaltung in die Karlshalle gefolgt. Wie sich schnell zeigen sollte, treibt die Anwohner alle die gleiche Sorgen um. Wie wird die Verkehrssituation geregelt? „Das wird eines der spannendsten Themen in dem Verfahren“, räumte Stadtplanerin Andrea Heinlein ein.

Dabei geht es um zwei Punkte: Wie wird verhindert, dass der anfallende Bring- und Abhol-Verkehr in die Siedlung drängt? Dabei soll ein Kreisverkehr vor dem Montessori-Zentrum sowie ein Wendehammer in der Straße darunter helfen. Das Kernproblem aber ist: Wie soll in Erweiterung der Grenzstraße der Verkehr in den ohnehin stark frequentierten Hohenzollernring abfließen? „Das gibt Chaos, wenn man keine ordentliche Regelung findet“, brachte es Peter Heinzel, Vorstand der Siedlergemeinschaft am Bocksberg, auf den Punkt.

Schon jetzt ist es am Hohenzollernring schwierig

Bereits ohne das zusätzliche Verkehrsaufkommen des geplanten Montessori-Zentrums sei es zu Stoßzeiten schwierig, vom Waldheimweg nach links in den Hohenzollernring Richtung Reiterzentrum abzubiegen, versicherten zahlreiche Anwohner unisono.

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„Die Belastung ist grenzwertig“, stimmte Andrea Heinlein zu. Die Stadtplanerin konnte sich dabei auf eine jüngst erhobene Verkehrszählung durch die Verwaltung in diesem Areal berufen – freilich dürfte der Verkehr abseits der Sommerferien deutlich zunehmen.

Überraschende Nachricht des Vereins

Heinlein weiß um diese Problematik: Einen reellen Vergleichswert, der auch die zu erwartenden Schülerzahlen berücksichtigt, soll ein Verkehrsgutachten liefern. „Ohne das können wir nicht weiter planen.“ Dazu werden allerdings konkrete Zahlen nötig sein, wie viele zusätzliche Kinder nach dem Umbau des bisherigen Areals zum Montessori-Zentrum zu erwarten sind. Eingeplant sind 96 Grundschüler, weitere 132 Pennäler in der Sekundarstufe sowie 84 Kinder in den Krippen- und Kiga-Gruppen. Bislang zumindest. Denn Heinlein wurde von einem Wortbeitrag einer Montessori-Vertreterin reichlich überrascht.

„Wir überlegen, ob wir das Kinderhaus an der Stelle realisieren können. Wahrscheinlich nicht“, sagte die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte und sich den Teilnehmern nicht vorstellte. Heinlein war von der Nachricht überrascht. „Diese Info ist mir neu.“

Gerüchte hatten schon länger in der Stadt kursiert, dass das derzeit leer stehende Einfamilienhaus auf dem Areal nicht an den Montessori-Verein verkauft wird. In der Info-Veranstaltung bestätigte sich das nun. „Eventuell können wir das Kinderhaus in der Grenzstraße 5 integrieren oder eben an einem anderen Standort“, lautete die lapidare Aussage der Vertreterin des Vereins, die aber die Bedeutung eines „guten Miteinanders“ betonte.

Änderungen sind „nicht unüblich“

„Es ist nicht unüblich, dass sich zwischen dem Aufstellungs- und dem Satzungsbeschluss etwas ändert“, kommentierte Stadtplanerin Heinlein diese Neuigkeit. Wobei diese „Änderung“ die bisherigen Pläne unter Umständen doch reichlich durcheinanderwirbeln.

Immerhin sind bislang für den Betrieb des Kinderhauses zwei Krippengruppen à 12 Kinder und drei Kiga-Gruppen von jeweils 20 Kindern vorgesehen. Summa Summarum also 84 Kinder, die vorwiegend mit dem Auto zum neuen Montessori-Zentrum gebracht werden dürften – oder eben nicht.

Fällt das Kinderhaus aus der Planung, würde es das hochgerechnete Verkehrsaufkommen deutlich mindern und entsprechend die verkehrstechnischen Lösungsansätze zur Einfahrt in den Hohenzollernring beeinflussen. Bei so vielen Konjunktiven bat Stadtplanerin Heinlein verständlicherweise um Geduld.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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