Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Wegen gravierender Schäden sollte die Straße zwischen Untereichenbach und Katterbach – ein beliebter Schleichweg für Pendelnde Richtung Nürnberg – für zwei Jahre gesperrt werden. Jetzt kommt vermutlich alles ganz anders, wie in der Stadtteilversammlung für den Ansbacher Osten bekannt wurde.
Die 1,5 Kilometer lange und nur 4,60 Meter breite Straße ist mit rund 1000 Fahrzeugen in 24 Stunden stark befahren. Das Problem: Wegen des Linienbus-Verkehrs und wegen landwirtschaftlicher Fahrzeuge müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer regelmäßig ins Bankett ausweichen, was dadurch innerhalb kürzester Zeit ausgefahren ist und zum Risikofaktor wird.
Wie Baureferent Jochen Büschl jetzt in der Stadtteilversammlung in der Feuerwache in Eyb berichtete, ist es bereits zu Schadensfällen gekommen und die Staatsanwaltschaft hat gegen Mitarbeiter des städtischen Betriebsamtes ermittelt, die dafür zuständig sind, die Strecke in einem verkehrssicheren Zustand zu halten.
Das war offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. „Wir schaffen es nicht, die Straße bei der Verkehrsdichte verkehrssicher zu halten, erst recht nicht im Herbst und Winter”, begründete Büschl die Straßensperrung gegenüber der FLZ. Am Dienstag werden die Schilder aufgestellt, die die Straße dicht machen. Nur Busse und der landwirtschaftliche Verkehr werden die Strecke dann noch nutzen können.
Ursprünglich hatte der städtische Baumeister vor, die Straße auf sechs Meter zu verbreitern, um einen einwandfreien Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Dazu hätte die Stadt links und rechts der Straße Geländestreifen zukaufen müssen. Der Grunderwerb und die erwarteten Baukosten von rund 850.000 Euro hätten dazu geführt, dass die Sanierung frühestens in den Haushalt 2027 eingestellt werden kann.
Zwei Jahre Stillstand und eine dauerhaft gesperrte Straße – keine gute Option, wie Büschls Chef, Oberbürgermeister Thomas Deffner, wohl fand, weshalb man sich auf die Suche nach einer Alternative machte.
Die wurde jetzt in der Stadtteilversammlung vorgestellt. Demnach will man auf der Straße einen „Einrichtungsverkehr” installieren – also eine Einbahnstraße von Untereichenbach Richtung Katterbach. In der Gegenrichtung, von der B14 nach Untereichenbach, wird man dann nur über Umwege fahren können – oder sich nicht von der Polizei erwischen lassen, wie schon auf der Versammlung gewitzelt wurde.
Damit die Linienbusse und der landwirtschaftliche Verkehr die Straße weiterhin in beiden Richtungen nutzen können, sollen fünf Ausweichbuchten gebaut werden. Die liegen praktischerweise alle auf Flächen, die der Stadt gehören, man spart sich also die langwierigen Grundstückskäufe. Außerdem will man die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzen. „Wir wollen die Straße zumindest in eine Richtung noch in diesem Jahr wieder aufmachen”, versprach Deffner.
Der Oberbürgermeister bekam in der Stadtteilversammlung allerdings auch zu spüren, dass die Ausbaupläne seiner Bauverwaltung vor Ort auf wenig Gegenliebe stoßen. Denn die Anwohner fürchten, dass eine auf sechs Meter verbreiterte Straße für noch mehr Verkehr in Untereichenbach sorgen könnte. „Ich werde mich dagegen wehren, dass diese Straße als Ersatztangente ausgebaut wird”, erklärte eine Anwohnerin auf der Versammlung. Hintergrund: Eine seit Jahren im Flächennutzungsplan fixierte Osttangente durch das Naherholungsgebiet am Klingenweiher, die für Entlastung sorgen könnte, findet keine Mehrheit im Stadtrat.
„Wir wollen diese Straße nicht verbreitern”, machte Deffner jetzt deutlich. Er habe erste Gespräche mit Stadträten geführt, sagte der OB. Fazit: Man werde die Bankette langfristig für den Begegnungsverkehr fit machen, mehr aber auch nicht.