Die Premiere des Sommerfestes „Auf der Ziegenwiese“ hat gut funktioniert, doch es hat auch gezeigt, dass die wunderbare Örtlichkeit an der Schaitbergerstraße ihre Tücken hat.
Reizvoll ist der Platz unter den alten Bäumen an der Stadtmauer zweifellos. Doch wenn es regnet, verwandelt er sich schnell in eine Matschwiese. Der Boden ist seit den heftigen Niederschlägen beim Altstadtfest ständig feucht. Da reicht ein Schauer wie am Freitag, um wieder Pfützen entstehen zu lassen.
Wenn die Stadt die Ziegenwiese häufiger für Veranstaltungen nutzen will, wird sie nicht umhinkommen, den Untergrund so zu gestalten, dass das Wasser leichter abfließt. Bei dieser Gelegenheit ließe sich auch der zweite Minuspunkt beseitigen: Das Areal ist abschüssig und stellenweise uneben.
Das macht beispielsweise das Aufstellen der Bühne deutlich aufwendiger, wie Hans Ruppert, stellvertretender Vorsitzender des Kulturforums, erläuterte. Ruppert kümmert sich im Kulturforum um den Bereich Musik. Bei ihm laufen die organisatorischen Fäden des Bardentreffens zusammen.
Dieses bildete den Kern des Ziegenwiesenfestes. Ergänzt wurde es durch einen italienischen Abend mit Pino Barone zum Auftakt, einen Jazztime-Frühschoppen und das Kinderfest. Der Vorteil der Kombination: Es müssen nur einmal Bühne, Technik und Logistik aufgebaut werden. Aber: Ein gegenseitiges Befruchten fand kaum statt.
Hans Ruppert kann der Ziegenwiese etwas abgewinnen. „Der Platz ist schön, gar kein Zweifel.“ In den vergangenen Jahren hat das Bardentreffen immer in der Reitbahn und in der Pfarrstraße stattgefunden. Dort konnte man eine große und eine kleine Bühne aufbauen, womit sich Umbaupausen elegant umschiffen ließen. Allerdings an kalten Tagen, wenn nur wenige Besucher kamen, verloren sich diese in der Reitbahn.
Nun hat die Stadt das Bardentreffen verschoben. Der Termin Mitte Juli war kein Zufall. Es ist das Kirchweihwochenende – heuer ohne Volksfest und weiterhin mit ungewisser Zukunft.
„Das mit der zweiten Bühne hat sich hier leider nicht realisieren lassen“, sagte Hans Ruppert gegenüber der FLZ. Er hat das Bardentreffen-Programm deshalb gerafft und sich auf den Abend fokussiert, dafür aber richtig gute Bands verpflichtet. „Musikalisch sind die alle top“, zeigte er sich mit der Auswahl zufrieden. Das bestätigten auch die Besucher.
„Tante Friedl“ am Freitagabend litt noch erheblich unter den Nachfolgen des Regens, bei „Midges Pocket“ wurde es bereits etwas besser. Am Samstagabend merkte man davon kaum noch etwas. Schon beim Singer-Songwirter-Trio „No Snakes in Heaven“ füllten sich die Bierzeltgarnituren und als die Musiker von „Irxn“ mit ihrem Mittelalter-Rock loslegten, waren die Plätze gut gefüllt.
Den Abschluss übernahmen bei besten Wetterbedingungen „Wassd scho? Bassd scho!“ und die „Travelling Playmates“. Da war dann endgültig Biergarten-Ambiente angesagt. Die publikumswirksamste Veranstaltung war aber der italienische Auftaktabend, bei dem zu späterer Stunde die Zuschauer begeistert vor der Bühne tanzten.
Die Idee des Bardentreffens war ursprünglich, eine Plattform zu schaffen für Bands mit eigenen Songs aus Ansbach und Umgebung. Das hat sich im Lauf der Jahre aufgeweicht. Doch immer wieder gelingt es, Bands mit einem Bezug zu Ansbach zu engagieren. So wie bei „No Snakes in Heaven“, wo Frontfrau Micha Voigt gebürtig aus Lehrberg stammt.
Gut funktioniert haben auch die Straßenmusiker, die am Samstag in der Stadt an drei Plätzen Werbung fürs Bardentreffen auf der Ziegenwiese machten. Was fehlte, war der stets von Bardentreffen-Gründer Thomas Fitzthum geprägte Aufwärmabend. Fitzthum ist im April verstorben. Ihm zu Ehren ist am Samstag, 14. September, im Biergarten von Eugens Weinstube ein „Farewell Fitzthum“-Abend geplant.
Ruppert wollte noch kein endgültiges Fazit ziehen, kann sich aber durchaus vorstellen, mit dem Bardentreffen auf der Ziegenwiese zu bleiben. Die Budenbetreiber – Essen, Cocktails und weitere Getränke – äußerten sich am Samstagabend ebenfalls ganz zufrieden. Aber nach dem Abbau wird noch einmal ein ordentliches Fazit gezogen und zusammen mit der Stadt beraten, wie es weitergehen soll.