Bahnhof Ansbach: Anlaufstelle für Obdachlose und Pöbler? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.02.2024 16:30

Bahnhof Ansbach: Anlaufstelle für Obdachlose und Pöbler?

So ruhig und sauber ist es in der Ansbacher Bahnhofshalle nicht immer. (Foto: Jim Albright)
So ruhig und sauber ist es in der Ansbacher Bahnhofshalle nicht immer. (Foto: Jim Albright)
So ruhig und sauber ist es in der Ansbacher Bahnhofshalle nicht immer. (Foto: Jim Albright)

Es gibt Ärger am Ansbacher Bahnhof. Besucher klagen, weil in der Bahnhofshalle gepöbelt und geraucht werde. Manche Besucher fühlen sich deswegen nicht mehr sicher und wohl.

Der Bahnhof verkomme zu einem Treffpunkt für Obdachlose, hat ein Leser der Redaktion moniert. Die Leute würden dort rauchen, Bierdosen herumwerfen und Passanten verbal angehen. „Diese Zustände sind für die Besucherinnen und Besucher des Bahnhofs nicht mehr hinnehmbar“, so der Leser.

Immer wieder schlagen solche Beschreibungen in der Redaktion auf. Eine Person, die sich regelmäßig über längere Zeit am Bahnhof aufhält, bestätigt die Darstellung. Aber: Es ist kein Dauerzustand, wie mehrere Besuche am Bahnhof zu unterschiedlichen Uhrzeiten an den vergangenen Tagen belegen. In der Regel ist es friedlich und entspannt.

Mitarbeiter wurden sensibilisiert

Der Deutschen Bahn sei nichts von schlimmen Zuständen am Ansbacher Bahnhof bekannt, teilte eine Pressesprecherin des Unternehmens auf Anfrage der FLZ mit. Der Anspruch sei es jedoch, den Kunden einen angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten.

Der Konzern habe seine Mitarbeiter vor Ort deshalb besonders sensibilisiert. Auch der Schließdienst wurde darauf hingewiesen, die Situation im Auge zu behalten. Die Bahnhofshalle wird um 23 Uhr verschlossen und die Präsenz des DB-Sicherheitsteams wurde laut Pressemitteilung erhöht.

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Generell kämen in der nasskalten Jahreszeit vermehrt obdachlose Menschen ohne Reiseabsicht in Bahnhöfen zusammen, erklärte die Bundespolizei auf Anfrage. Das gelte auch für den Ansbacher Bahnhof. Auf der Suche nach Wärme und Schutz sei das Gebäude eine häufige Anlaufstelle. Die Personen, welche die Beamten dort antreffen, seien jedoch in der Regel kooperativ.

Treffpunkt für Freigänger des Ansbacher Bezirksklinikums

Die Bundespolizei weist ausdrücklich darauf hin, dass der Bahnhof auch ein Treffpunkt für „Freigänger des Bezirksklinikums“ sei. Sie könnten unter Umständen auf Passanten einen aggressiven Anschein machen, heißt es weiter.

Zu vermehrten Straftaten sei es bislang nicht gekommen, bilanziert die Bundespolizei. Wenn es zu Fehlverhalten komme, gehe es in der Regel um Missachtungen des Hausrechts der Bahn. Aus diesem Grund stimmten sich Bundespolizei und DB-Sicherheitsteam auch ab.

Wie die Erfahrungen der Polizisten belegen, zeigen sich gerade im Winter die Probleme obdachloser Menschen. Die Unterkünfte sind laut Udo Schaller, Mitarbeiter der Herberge zur Heimat in Ansbach, zurzeit gut besucht. Wegschicken habe er aber noch niemanden müssen. Auch tagsüber gebe es von der Stadt Ansbach Angebote für obdachlose Menschen, betont er.

Alkoholverbot in den Anlaufstellen sorgt für Probleme

Ein Problem sei für manche Betroffene allerdings, dass in den Anlaufstellen der Stadt ein striktes Alkoholverbot gilt, meint Schaller. Deshalb nähmen einige die Angebote nicht wahr, sei es aus Scham oder anderen Beweggründen. „Jeder Mensch, der Hilfe bei uns sucht, ist herzlich willkommen“, macht er deutlich.

Suchtkranken hilft in Ansbach das Blaue Kreuz. Doch spezielle Unterstützungsangebote für heimatlose Menschen bietet der Verein nicht an, erklärt Tim Werner, Leiter der Suchthilfe beim Blauen Kreuz, gegenüber der FLZ. „Das Ziel ist es aber, Menschen bestmöglich zu helfen.“ Aufgrund der ortsgebundenen Beratung in der Triesdorfer Straße „kommen Obdachlose eher selten zu uns“, meint er.

Es gebe jedoch auch positive Erfahrungen. Hin und wieder kommen wohnungslose Hilfesuchende über die Anlaufstellen in der Stadt zum Blauen Kreuz. Ein mobiles Suchthilfeteam wäre aus Werners Sicht aber ein guter Ansatz, um mehr Menschen möglichst niederschwellig helfen zu können. Doch müsste ein solches Angebot natürlich auch irgendwie finanziert werden.


Von Daniel Thierauf
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