Einen Rekordbesuch verzeichneten die Organisatoren des Sulzachstrand-Opening-Spektakels in Oberkemmathen. Etwa 150 Zuschauer verfolgten bei sonnigem Vorfrühlingswetter die in Erinnerung an den Neubau einer einsturzgefährdeten Holzbrücke alljährlich am ersten Märzwochenende stattfindende Eröffnung der Badesaison.
Der Ursprung des mittlerweile zu einem Dorffest ausgeweiteten Spektakels ging auf eine Initiative aus dem Jahr 2014 zurück, als ein stabiler und öffentlich nutzbarer Steg über die Sulzach errichtet werden sollte. Vorher mussten die abgefaulten Holzpfosten der alten Überquerungshilfe aus dem Wasser entfernt werden. Dazu sollte zunächst ein Seil am Grund des Flusses an den Holzpfeilern befestigt werden, um die Pflöcke herauszuziehen. Während die Erwachsenen noch beratschlagten, schlüpften die damaligen Jugendlichen Daniel Kolb und Manuel Byrdus in Badekleidung, tauchten in die trüben Fluten und befestigten das Zugseil an den Pfosten am Boden des Flussbetts.
Nach Beseitigung der morschen Altmaterialien konnte mit dem Neubau der Sulzachüberquerung begonnen werden. Der Weg vom „Karlsplatz“ benannt nach dem Grundstücksbesitzer Karl Kolb – zum anderen Ufer kann seither gefahrlos beschritten werden.
Der Andrang unerschrockener Badegäste beim Sulzachstrand-Opening erreichte am Samstag mit 21 Personen eine bisher unerreichte Rekordmarke. Bei am Morgen gemessenen sechs Grad Wassertemperatur und der mit zehn Grad etwas wärmeren Luft fröstelten zwar die Zuschauer auf dem als Tribüne genutzten Steg. Die Gäste, die bereits im Vorjahr dabei waren, empfanden hingegen das diesmal dreifach wärmere Wasser in der an dieser Stelle nur einen Meter tiefen Sulzach aber als eine „wahre Wohltat“, wie sie versicherten. So stiegen sie nicht im Neoprenanzug, sondern in Badehose und Bikini in die immer noch kalten Fluten, als Schirmherr Ulrich Barth den Startschuss gab.
Zum „Urgestein“ Daniel Kolb gesellten sich zahlreiche Gemeindebürgerinnen und -bürger aus Oberkemmathen, Langfurth und Stöckau. Selbst Bürgermeister Simon Schäffler ließ es sich nicht nehmen, ins eiskalte Wasser zu steigen. Da sich das Spektakel mittlerweile herumgesprochen hatte, gab es auch einige „externe“ Badegäste. So beteiligten sich auch aus anderen Orten des Landkreises hartgesottene Teilnehmende. Rainer Krenn aus Parsberg hatte dabei die weiteste Anreise.
Der Erlös der bereits angelaufenen und bis Ende März fortgesetzten Spendenaktion war von den Verantwortlichen für die an einer Muskelkrankheit leidenden Brüder Rene und Nico Großmann und den Defibrillator am Oberkemmathener Feuerwehrhaus bestimmt worden, wie Chef-Organisatorin Nina Kolb mitteilte.
Nach Auskunft der Verantwortlichen haben alle Wasserratten den Start der Badesaison gut überstanden. Der durch die große Spendenbereitschaft und die zusätzlich angebotene reichliche Verpflegung – es gab Kaffee und Backwaren sowie Gegrilltes und kühle Getränke – erzielte Erlös werde zu gegebener Zeit an die Begünstigten übergeben, hieß es.
Die Theatergruppe Halsbach hat sich mit einer 200–Euro-Spende für den guten Zweck beteiligt, wurde außerdem informiert.
Wie zu erfahren war, werden Spenden noch bis zum 31. März bei der Freiwilligen Feuerwehr Oberkemmathen-Stöckau unter dem Verwendungszweck „Sulzach-Strand- Opening“ mit der IBAN DE 22 7659 1000 0008 2144 09 oder direkt bei Familie Kolb, Oberkemmathen 11 entgegengenommen.