Zahlreiche Baustellen stehen in nächster Zeit in und um Bad Windsheim an. Teils greifen sie ineinander. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, ist eine detaillierte Organisation unumgänglich, erklärt Bad Windsheims Stadtbaumeister Ludwig Knoblach. Dafür wird nun ein externes Baustellenmanagement hinzugezogen.
Die Bad Windsheimer Stadtwerke werden im Oktober in der Nürnberger Straße die Wasserleitung erneuern. Das will die Stadt nutzen und im Anschluss einen Schacht setzen. Von ihm aus werden Rohre in den Neumühlenweg verlegt. Ein Vorgriff auf die Großbaustelle, die dort „irgendwann” gestartet werden muss. Damit zu gegebener Zeit nicht wieder in die Nürnberger Straße eingegriffen werden muss, sollen die jetzt möglichen Arbeiten miterledigt werden.
Die Gesamtplanung für die Instandsetzung der Nürnberger Straße stehe zwar, allerdings werde man aufgrund der Vielzahl anderer Projekte nicht alle Maßnahmen bis zur Landesgartenschau (LGS) 2027 umsetzen können, so Knoblach. Deshalb habe man sich darauf geeinigt, dass zunächst die Oberfläche angegangen wird. 2026 soll in der Nürnberger Straße eine Asphaltdeckensanierung erfolgen. Auf sämtliche anderen Vorteile der Gesamtplanung müsse man verzichten.
Ein weiteres Großprojekt: die Johanniterstraße. Derzeit sind noch die Stadtwerke zugange. Wenn diese fertig sind, beginne man mit den Kanalbaumaßnahmen. „Diese Baustelle führt zu vielen, vielen Umleitungen”, so Knoblach. Hier und da müssten diese immer wieder angepasst werden, „wir wollen ja nicht die ganze Stadt lahmlegen”. Es könne deshalb durchaus vorkommen, dass ein Schild mal ein paar Tage falsch steht, bis es umplatziert wird.
Verschiedene Projekte gehen mit der LGS einher. Der Abbruch der alten Stadtgärtnerei, die dann auf dem Areal der alten Schäferei neu gebaut werden soll, gehört dazu. Gerade werden die Planungen auf Kosteneinsparungen untersucht. Besonders die nötige Fläche gehe ins Geld. Zudem sei man in einem Wasserschutzgebiet, in dem strenge Vorgaben herrschen. Um zu sparen, würden beispielsweise die Gewächshäuser reduziert oder statt einer geschlossenen Halle auf eine Wiese samt Überdachung für die Unterbringung der Fahrzeuge gesetzt. Im Oktober soll das Projekt im Stadtrat vorgestellt werden, so Knoblach.
Massive Koordination braucht es derweil im Norden der Stadt. Nahwärmeleitungen wollen die Stadtwerke entlang der Windsheimer Straße, der Külsheimer Straße und der Erkenbrechtallee verlegen. Zur gleichen Zeit sollen die ersten Arbeiten für die LGS starten: Im Oktober soll das blau-grüne Herz ausgebaggert werden, Verlagerungen soll es bei der Zufahrt bei Reichel's Parkhotel geben. Dazu kommt: Der Knotenpunkt in der Erkenbrechtallee soll übersichtlicher gestaltet und die Zufahrtsstraße zur AWO ertüchtigt werden. Das soll in einem Aufwasch geschehen – in Abstimmung mit den LGS-Maßnahmen, die starten, wenn die Stadtwerke fertig sind, so Knoblach.
„Da ist natürlich einiges an Baustellenverkehr abzuwickeln. Die Frage war deshalb: Wie gestalten wir das?” Man entschied, eine Brücke Richtung Külsheim zu ertüchtigen, damit die Fahrzeuge zu der Großbaustelle und wieder zurück gelangen können. Eine Einbahnregelung sei angedacht – und zwar gen Westen. Zu beachten war dabei auch das Krankenhaus. Der Rettungsdienst muss dieses weiterhin erreichen können.
Die Erweiterung des Restaurants Salza steht ebenfalls an. Von vorne könne man unter anderem wegen der großen Maßnahme in der Erkenbrechtallee nicht andienen. Zudem würde man den Besucherverkehr der Therme behindern und den Vorplatz mit den Fahrzeugen ruinieren, so Knoblach. Also fahre man die Baustelle von hinten an. Gleichzeitig werde der Landkreis-Turm errichtet.
„Das wäre alles nicht so tragisch mit den Fahrzeugen, wenn wir nicht zur gleichen Zeit die Ortsdurchfahrt in Külsheim und die Gemeindeverbindungsstraße ertüchtigen würden”, so der Stadtbaumeister. Und selbst das ließe sich noch managen. Nun habe aber das staatliche Bauamt erklärt, dass im nächsten Jahr die Staatsstraße vom Kreisverkehr an der B470 bis zur Einfahrt in die Bad Windsheimer Straße in Külsheim instandgesetzt werden soll.
Schnell war klar: „Wir brauchen jemanden, der all diese Baustellen koordiniert.” Seitens der Verwaltung sei das nicht leistbar. Bei einer großen Runde mit sämtlichen Beteiligten – darunter Vertreter der LGS, des Landkreises, der städtischen Verwaltung und auch des Staatlichen Bauamtes – wurde darüber gesprochen und entschieden, dass das Büro Hübner, das auch in Külsheim als Planer tätig ist, das Baustellenmanagement übernehmen und die zahlreichen Baustellen im Blick haben soll.
In vier Abschnitten soll die Maßnahme an der Staatsstraße erfolgen, das habe man bereits festgelegt. Klar wurde, dass der Abschnitt von der Bad Windsheimer Straße bis zur Bahnlinie in den Osterferien vom 3. März bis 10. April des nächsten Jahres umgesetzt werden muss. Ansonsten wäre der Bad Windsheimer Ortsteil nicht mehr von Schulbussen erreichbar. „Das muss klappen”, stellt der Stadtbaumeister klar.
Er sieht klare Vorteile in einem solchen Baustellenmanagement. „Es entlastet die Verwaltung in gewissem Maße.” Die Zusammenarbeit müsse aber eng sein. Ein Pluspunkt sei, dass das Büro Bad Windsheim schon aus anderen Projekten kenne und mit den Örtlichkeiten vertraut sei. Das Büro Hübner tausche sich als Koordinator mit allen Beteiligten aus, „die irgendwo irgendwie eine Baustelle haben” und schaue, dass alle Zeitpläne eingehalten werden.
Ja, Kopfzerbrechen bereiten ihm die vielen Projekte, die angegangen werden müssen und bis zur LGS fertig sein sollen, durchaus, gibt Knoblach offen zu. „Wir haben ja schon September. Aber irgendwie muss es gehen.”