Bad Windsheim will sich in ein neues Licht rücken | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.12.2023 13:59

Bad Windsheim will sich in ein neues Licht rücken

Die Häuserfassaden in der Kegetstraße könnten angestrahlt und in Szene gesetzt werden. Hingucker wäre zum Beispiel die stärker und in anderem Licht beleuchtete Justitia (links oben). (Foto: Anna Franck)
Die Häuserfassaden in der Kegetstraße könnten angestrahlt und in Szene gesetzt werden. Hingucker wäre zum Beispiel die stärker und in anderem Licht beleuchtete Justitia (links oben). (Foto: Anna Franck)
Die Häuserfassaden in der Kegetstraße könnten angestrahlt und in Szene gesetzt werden. Hingucker wäre zum Beispiel die stärker und in anderem Licht beleuchtete Justitia (links oben). (Foto: Anna Franck)

Einen möglichen „Light-Faden“ für ein Beleuchtungskonzept in Bad Windsheim stellte Diplom-Ingenieur Michael Müller von der Hochschule Coburg dem Stadtrat vor. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte er mit Studenten auf Basis des Konzepts in der Altstadt eine Illumination aufgebaut.

Die Lichtinszenierung hat Müller mit Studenten ausgearbeitet, dabei den Fokus auf die Achse Freilandmuseum, Holzmarkt, Weinmarkt, Kegetstraße, Schüsselmarkt, Pastoriusstraße, Bürgerbrunnen, Johanniterstraße bis zum Kurpark gelegt. Auf den Wegstrecken könnte eine Art Pollerbeleuchtung, die in regelmäßigen Abständen kegelförmig große Lichtpunkte auf den Gehweg und die Straße wirft, für Hingucker sorgen. Die niedrige Lichtpunkthöhe sorge laut Müller dafür, dass Radfahrer und Fußgänger nicht geblendet werden und ihren Blick schweifen lassen können.

Beleuchtete Fassaden in der Altstadt ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Während einfache Fassaden weniger beleuchtet werden, fällt die stärkere Beleuchtung auf. Besonders aufwendige Highlights werden beispielsweise farbig gesetzt. So könnte am Holzmarkt der Hirschkopf am dortigen Gasthaus in blaues Licht getunkt werden. Der Schöne Brunnen, die Justitia auf dem Rathausdach oder die Stellersche Seekuh am Schüsselmarkt wären ebenfalls als solche Punkte denkbar.

Im Kurpark bestehe die Möglichkeit, Skulpturen aufzustellen und zu beleuchten. Die Errichtung könnte mit einem Schüler- oder Vereinswettbewerb ausgelobt werden, so Müller.

Sollte man das Konzept umsetzen wollen, wies Müller darauf hin, bei Baumaßnahmen an möglichen späteren Punkten immer schon an die Installation der Scheinwerfer zu denken. „Bei guter Vorplanung kann man sehr viel Geld sparen.“

Bernhard Kisch (CSU) wollte wissen, mit welcher Investition man rechnen muss und welche Kosten eventuell auf Anwohner zukämen. Eine Zahl konnte Müller nicht nennen. Zu den Bürgerkosten sagte er, dass es einer „strengen Diskussion bezüglich der Stromkosten“ bedürfe, man müsse die Anwohner mitnehmen, bei „guten Veranstaltungen“ informieren. Aus seiner Erfahrung berichtete er: „Manchmal tragen es Anwohner, manchmal die Stadt.“ Volker Goller (Liste Land) wollte ein Beispiel einer Stadt, in der man sich das Ganze mal ansehen kann.

Ein Paradebeispiel gebe es noch nicht, so Müller. Er habe mit dem Konzept vor zehn Jahren angefangen, es könne nie alles auf einmal umgesetzt werden. Forchheim sei dabei, Maßnahmen zu ergreifen und auch Langenzenn habe damit angefangen. Stadtbaumeister Ludwig Knoblach wies darauf hin, dass es mehrere Jahre brauche, den Leitfaden umzusetzen. Das sei aber von vornherein klar gewesen.

Auf das Thema „Lichtverschmutzung“ machte Rainer Volkert (CSU) aufmerksam. Der Chlorophyllabbau in Bäumen erfolge später, die Natur komme, beispielsweise bei der Beleuchtung von Bäumen, die ebenfalls angedacht ist, aus dem Gleichgewicht. Es gebe unterschiedliche Arten der Beleuchtung von Bäumen, man müsse von Baum zu Baum und auch jahreszeitenabhängig entscheiden, so Müllers Antwort.

Wirtschaftlich günstige Lösung

Sebastian Göttfert (Grüne) erfragte die Art der Lichtquelle – „kaltes Licht lockt Tiere“ – und wollte die Beleuchtungsrichtung wissen. „Von oben nach unten“ sei laut Müller das geschicktere Verfahren. So werde der Betrachter nicht geblendet. Ob warm- oder kaltweiß werde anhand des Objekts entschieden, zwischen 2500 und 5000 Calvin betrage die Intensität. „Wenn Sie die Attraktivität der Stadt erhöhen wollen, müssen Sie die Bürger ansprechen, wollen Sie ein Naturschutzgebiet, dann muss man sich nach anderen Dingen richten. “ Bürgermeister Jürgen Heckel (WiR) fasste vor der Abstimmung zusammen: „Wir brauchen eine wirtschaftlich gute und günstige Lösung.“

Gegen die Stimmen von Martin Branz (Liste Land), Göttfert und Jutta Hofmann (Grüne) billigten die Räte das Konzept und beauftragten die Verwaltung, es derart zu erweitern, dass die Illumination auf weitere interessante Punkte im Denkmalensemble, wie zum Beispiel die Seekapelle, verweist.


Von Katrin Merklein
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