Bad Windsheim: Kätzchen in der Hitze auf dem Parkplatz ausgesetzt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.07.2025 18:00

Bad Windsheim: Kätzchen in der Hitze auf dem Parkplatz ausgesetzt

Diese beiden Katzenbabys haben vorübergehend ein neues Zuhause in Bad Windsheim gefunden. Sie wurden bei 33 Grad in der sengenden Sonne ausgesetzt. (Foto: Katrin Merklein)
Diese beiden Katzenbabys haben vorübergehend ein neues Zuhause in Bad Windsheim gefunden. Sie wurden bei 33 Grad in der sengenden Sonne ausgesetzt. (Foto: Katrin Merklein)
Diese beiden Katzenbabys haben vorübergehend ein neues Zuhause in Bad Windsheim gefunden. Sie wurden bei 33 Grad in der sengenden Sonne ausgesetzt. (Foto: Katrin Merklein)

Vorsichtig tapsen die zwei kleinen roten Tiger ein Brett in dem Hasenkäfig hinauf, den Ulrike Napalan zu einem doppelstöckigen Spielparadies umgebaut hat. Die zwei Katzenbabys sind gerade viereinhalb Wochen alt. Das Alter schätzt Napalan, denn es sind Findelkätzchen, ausgesetzt an der Bundesstraße – bei brütender Hitze.

Etwa 330 Gramm brachten die beiden Kater mit dem Tabby- und Mackerel-Muster jeweils auf die Waage, als sie vor gut einer Woche bei ihrer Ziehmama abgegeben wurden. Mit dem Streifenwagen hatten Polizeibeamte die leicht abgemagerten Tiere zur 66-Jährigen gebracht. Sie hatten völlig verklebte Äuglein und Zecken.

Auch ein Wellensittich fuhr schon mit der Polizei mit

Die Beamten kennen Napalan. Wenn sie beim Tierschutzverein niemanden erreichen, dann ist sie ihre Anlaufstelle in Bad Windsheim. Schon ein paar Mal brachte die Polizei ausgesetzte Tiere vorbei – einmal auch einen Wellensittich.

Die beiden jüngsten Findelkinder wurden völlig schutzlos am Parkplatz Aischquelle an der B13 bei Schwebheim gefunden. Ein Paar, das dort eine Pause von der Autofahrt machte, war auf die Tiere aufmerksam geworden, die im Gras in Richtung der viel befahrenen Bundesstraße torkelten, heißt es im Bericht der Polizei. Die Tiere waren deutlich geschwächt und hätten bei 33 Grad in der prallen Sonne wohl keine Chance gehabt, zu überleben.

Als das Paar auf den Parkplatz fuhr, verlies diesen gerade ein Auto mit einem Kennzeichen des Landkreises Erlangen-Höchstadt. Die Polizei geht davon aus, dass die Tiere ausgesetzt wurden.

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Mehr Wurst am Brot als Katze in der Hand

Bei Napalan haben sie nun ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Sie ließ die Tiere beim Tierarzt durchchecken und steckte sie erstmal in Quarantäne. Denn weitere zehn Katzen und drei Hunde leben bei den Napalans, und die mussten vor potenziellen ansteckenden Krankheiten geschützt werden. „Die wollte auch alle keiner haben“, erzählt die Rentnerin.

Ein braun-getigerter molliger Kater schmiegt sich an ihr Bein. „52 Gramm hat er gewogen, als er zu mir kam. Da hat man mehr Wurst am Brot.“ Napalan hat ihn durchgebracht und solche Erfolge freuen sie, denn auch sie weiß, dass nicht alle Tiere gerettet werden können, die sie bekommt. Umso grausamer findet sie Menschen, die Tiere einfach aussetzen.

Die 66-Jährige, die über 40 Jahre für den Tierschutzverein Bad Windsheim Findelkätzchen aufgezogen hat, hat ihre beiden neuen Mitbewohner zunächst mit Katzenaufzuchtsmilch aufgepäppelt, seit ein paar Tagen lutschen sie schon püriertes Nassfutter und haben mittlerweile ordentlich zugelegt – mehr als 550 Gramm wiegen sie.

Der Hasenkäfig wird zum Schutzraum

Napalan hat für die Kätzchen in einem hohen Hasenkäfig einen geschützten Raum auf zwei Etagen geschaffen. Von dort aus können sie den Trubel im Wohnzimmer beobachten und sind doch nicht mittendrin. Den Miniatur-Katzenbaum und die kleine Hängematte lieben die beiden. Das Katzenklo nutzen sie schon wie zwei Große. Wenn Napalan sie auf ihre Hände nimmt, quietschen sie leise. Sie kuschelt die Kater vorsichtig an ihre Wangen, am liebsten würde sie auch diese beiden behalten. Eines weiß sie bestimmt: Ihr neues Zuhause sucht Napalan mit Bedacht aus, sie will vermeiden, dass die Tiere erneut das Schicksal eines Findelkindes trifft. „Ich bin ein bisschen anspruchsvoll, wo meine Kinderchen hinkommen.“

Die Polizei in Bad Windsheim sucht Zeugen, die am Samstag, 21. Juni, auf dem Parkplatz Aischquelle an der Bundesstraße 13 bei Schwebheim etwas Verdächtiges beobachtet haben. Wer etwas zu dem Auto mit den Anfangsbuchstaben ERH auf dem Kennzeichen sagen kann, das den Parkplatz kurz vor dem Fund der Tiere verlassen hat, soll sich melden. Hinweise werden unter der Telefon 09841/66160 entgegen genommen.


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
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