Bad Windsheim: Italienisches Flair beim Neujahrskonzert des Polizeiorchesters | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.01.2025 17:39

Bad Windsheim: Italienisches Flair beim Neujahrskonzert des Polizeiorchesters

Begeisterten ihr Publikum beim Neujahrskonzert im Kur- und Kongress-Center Bad Windsheim mit „Dolce Vita“: das Polizeiorchester Bayern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Johann Mösenbichler und der Wiener Tenor Franz Gürtelschmied. (Foto: Marion Etienne)
Begeisterten ihr Publikum beim Neujahrskonzert im Kur- und Kongress-Center Bad Windsheim mit „Dolce Vita“: das Polizeiorchester Bayern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Johann Mösenbichler und der Wiener Tenor Franz Gürtelschmied. (Foto: Marion Etienne)
Begeisterten ihr Publikum beim Neujahrskonzert im Kur- und Kongress-Center Bad Windsheim mit „Dolce Vita“: das Polizeiorchester Bayern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Johann Mösenbichler und der Wiener Tenor Franz Gürtelschmied. (Foto: Marion Etienne)

Wie könnte man das neue Jahr schöner begrüßen als mit einem beschwingten Konzert? Das Polizeiorchester Bayern unter der Leitung seines Chefdirigenten Johann Mösenbichler tat dies im Bad Windsheimer Kur- und Kongress-Center (KKC) nicht nur mit Schwung, sondern auch mit „Dolce Vita“.

Das Benefizkonzert des Polizeiorchesters zugunsten des Lions-Hilfswerks Rothenburg hat Tradition. In seiner Begrüßung bedankte sich der Präsident des Lionsclubs Rothenburg-Uffenheim Hans Gerhard Pfänder bei Orchester, Organisatoren und vor allem bei den zahlreichen Zuhörern. Denn mit ihrer Spende ermöglichen sie dem Lions-Hilfswerk neue Projekte, in Angriff zu nehmen. In diesem Jahr werden Schulen in Raum Rothenburg, Bad Windsheim und Uffenheim unterstützt.

Rund 600 Besucher im Kur- und Kongress-Center

Und die Spendenbereitschaft ist ungebrochen. Mit rund 600 Zuhörer war das KKC voll besetzt. Die Gründe für diesen Erfolg sind nicht zuletzt dem Polizeiorchester Bayern zu verdanken. Wer es schon mal gehört hat, kommt wieder. Sein satter, wunderbar homogener Bläserklang riss das Publikum immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin.

Mit der beschwingten Arie „Grüß euch Gott!“ aus Carl Zellers „Vogelhändler“ begann der Wiener Tenor Franz Gürtelschmied aus Wien eine ganze Reihe von musikalischen Leckerbissen mit italienischem Flair. „Mit Schwung und Dolce Vita“ – ein besonderer Titel für eine besondere Stückauswahl von Arien und Blasorchester-Stücken. Der Klarinettist und Moderator Peter Seufert flocht charmant und mit eleganter Souveränität in der samtweichen Stimme eine unsichtbare grün-weiß-rote Girlande durch das Programm.

Walzerkönig zu Ehren von Johann Strauss

Im Festjahr zu Ehren des 200. Geburtstags von Johann Strauss (Sohn) durfte der Walzerkönig nicht fehlen. Und mit Bezug auf Italien erklang schmissig und leicht die Ouvertüre seiner Operette „Eine Nacht in Venedig“. Betörend und ein wenig frivol folgte der Tenor mit der Arie daraus „Ach, wie so herrlich zu schau’n“. Auch eine „Marcia Italiana“ von Vincenzo Petrali sowie Gioachino Rossinis Tarantella „La Danza“ aus seinen „Serate Musicali“ waren dabei.

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So viel italienisches Temperament und Brass-Power sind kaum zu toppen und doch gab es noch mal eine Steigerung mit der „Fanfare in Jubilo“ von Thomas Doss. Die „Italian Rhapsody“ von Julie Ann Giroux, ein Auftragswerk für die US Airforce Academy Band, wurde mit Ovationen und Bravorufen gefeiert.

Musikalisches Plädoyer für die „Dolce Vita”

Ein Höhepunkt war ohne Zweifel Nino Rotas Filmmusik zu Federico Fellinis Komödie „Amarcord“, eine Hommage an seine Heimatstadt Rimini. Johann Mösenbichler und seinem Orchester gelang hier ein emotionales, temperamentvolles, auch nostalgisch gefärbtes Klanggemälde dieser wunderbaren Stadt. Die für Rota so typische Melange aus italienischer Folklore, südamerikanischem Tango, Chanson- und Jazzelementen, vielgestaltig in Melodik, Harmonie und Rhythmus brachten sie gekonnt zur Geltung.

Gekrönt wurde der Abend von Franz Gürtelschmied mit drei weiteren Tenor-Evergreens: das „Chianti-Lied“, „Granada“ und als Zugabe „O, sole mio“. Seine gesangstechnische Akkuratesse und die Schönheit seines angenehm-lyrischen Tenortimbres wurden vom Publikum frenetisch gefeiert.

Mit dem obligatorischen Radetzky-Marsch von Johann Strauss (Vater) ging eine überzeugende Demonstration von philharmonischer Bläserkunst zu Ende. Auf jeden Fall stimmte dieses mit so viel Herz dargebrachte musikalische Plädoyer für die „Dolce Vita“ wunderbar auf das neue Jahr ein.


Von Marion Etienne
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