Die Vorentwurfsplanung für die B25-Umfahrung des Schopflocher Ortsteils Lehengütingen steht. Das Staatliche Bauamt hat die Kommune nun aufgefordert, bis Ende September ihr Okay zu geben, um ins Genehmigungsverfahren gehen zu können. Doch der Beschluss wurde im Gemeinderat nochmals vertagt. Denn es gibt weiterhin Bedenken.
Trotz einiger Kritik an der fertigen Planung war der Tenor im Gremium dennoch klar: Die Umfahrung muss zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger von Lehengütingen kommen. Doch wie in der Sitzung deutlich wurde, sahen einige der Ratsmitglieder ihre bereits angeführten Änderungswünsche nach wie vor nicht berücksichtigt. Dazu gehört bei der südlichen Anbindung der neuen Trasse statt des jetzt geplanten Brückenbauwerkes ein Kreisverkehr.
Zudem ist weiterhin der „Kirchenweg“ ein Thema. Gemeint ist die Straße, die von der Lehengütinger Ortsmitte in Richtung Dickersbronn führt und die Umfahrung kreuzen würde. Die Straße müsste also über die Umgehung oder unter ihr hindurchgeführt werden, was nach Ansicht des Bauamtes zu teuer ist. Demgegenüber wird aus den Reihen des Rats eine weiterhin durchgängige Verbindung gefordert – zumindest für Radler und Fußgänger.
Vor der Diskussion erinnerte Bürgermeister Oswald Czech an den nunmehr seit über 20 Jahren dauernden Werdegang des Projektes und an eine Verkehrskonferenz mit Innenminister Joachim Herrmann in Dinkelsbühl. Bei dieser sei seinerzeit festgelegt worden, dass die Umgehung von Lehengütingen in Verbindung mit der Umfahrung der Großen Kreisstadt behandelt werde. Letztere sei zwar bis heute nicht gebaut, das Lehengütinger Vorhaben 2015 aber in den vordringlichen Bedarf des Bundesfernstraßenplans aufgenommen worden. Nach derzeitigem Stand soll die östlich an Lehengütingen vorbeiführende Umgehung bis 2030 gebaut sein.
In der Planung fänden sich, wie der Rathauschef weiter ausführte, einige Anliegen der Kommune wieder, wie der Kreisverkehr im Norden mit der Anbindung des Sportgeländes oder der Erhalt der alten B25-Trasse. Demgegenüber seien andere Wünsche, wie der Kreisel im Süden, nicht realisierbar. Letztlich, so Czech, gehe es immer auch um Fragen der Finanzierbarkeit und der technischen Machbarkeit. Und so sei auch der Erhalt einer durchgängigen Verbindung von der Lehengütiger Ortsmitte nach Dickersbronn vom Staatlichen Bauamt abgelehnt worden.
Er verstehe nicht, warum die Behörde in der aktuellen Planung im Süden ein aus seiner Sicht kostenintensives Brückenbauwerk vorsehe, obgleich im Erläuterungsbericht eigentlich ein kleiner Kreisel empfohlen werde, betonte Gerhard Ködel (SPD). Heiko Schirrle (Wählergruppe Schopfloch-Land) merkte dazu an, dass von Seiten des Bauamtes die Kosten angeführt worden seien. Denn ein Kreisel in der erforderlichen Größe sei letztlich teurer als die geplante Brücke. Außerdem, fügte Markus Rohrbach (CSU/Freie Wähler) hinzu, berge ein Kreisel im Süden die Gefahr, dass vermehrt Fahrzeuge die kürzere Ortsdurchfahrt wählen.
Der Vorschlag von Claus-Peter Jotz (SPD) lautete, im Süden eine höhengleiche Anbindung vorzusehen und die Brücke lieber dort zu bauen, wo der „Kirchenweg“ die Umfahrung kreuzt. Gerhard Kirschbaum (CSU/Freie Wähler) meldete Bedenken hinsichtlich der Höhenlage der künftigen Trasse an. Er meinte damit, dass die Dammlage Lärmimmissionen in Richtung Dickersbronn begünstige. Änderungsbedarf bei der Höhenführung sah auch Hartmut Engelhardt (Wählergruppe Schopfloch-Land), der in einer Anpassung zugleich auch eine Chance für die „Kirchenweg“-Verbindung erkannte.
Bürgermeister Oswald Czech plädierte indes dafür, den Bau der Umfahrung nicht zu gefährden. Wenn das Gremium die Planung nicht akzeptiere, werde es mit der Umsetzung des Projektes in den kommenden 20 Jahren womöglich nichts werden. Marianne Konold (Wählergruppe Schopfloch-Land) lenkte den Blick auf die von Lärm geplagten Anwohner. Diese zu entlasten, sei das wesentliche Ziel der Umfahrung. Ein Aufhalten bei Detailfragen werde nur dazu führen, dass die Bevölkerung das Verkehrsaufkommen noch länger aushalten müsse.
Am Montag, 22. September, findet die nächste Ratssitzung statt. Bürgermeister Czech will dazu die Vertreter des Staatlichen Bauamtes einladen, damit diese ihre Sichtweise nochmals erläutern können. Roger Rehn (CSU/Freie Wähler) appellierte, dann zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.