Was früher der klassische Bankraub mit Waffe am Tresen war, sind heute häufig Sprengungen von Geldautomaten mitten in der Nacht – wie am vergangenen Freitag in Herrieden. Immer wieder haben Banden in der Region zugeschlagen. Doch was wurde aus den Fällen?
Während die Ermittlungen zur Tat in Herrieden noch in vollem Gange sind, kann die Justiz in einem ähnlichen Fall ebenfalls im Landkreis Ansbach aus der Nachbarschaft einen wichtigen Erfolg verbuchen: Die Kriminellen, die am 26. Januar 2022 einen Geldautomaten in Lichtenau müssen ins Gefängnis – allerdings nicht für diese Tat. Das teilte die Staatsanwaltschaft Bamberg mit.
Insgesamt 17 Mitglieder einer Bande aus den Niederlanden wurden in einem aufwendigen Verfahren am Landgericht Bamberg zu Haftstrafen zwischen 21 Monaten und knapp sechs Jahren verurteilt. Die Strafe ist jetzt für alle rechtskräftig. Die Verurteilten sind für eine ganze Serie von Automatensprengungen in Deutschland verantwortlich.
„Der abgeurteilten Bande sind auch weitere Fälle zuzuordnen, die nach §154 Strafprozessordnung eingestellt wurden. Hierunter fällt auch der Vorfall in Lichtenau”, erklärt die Staatsanwaltschaft Bamberg auf FLZ-Anfrage. Sprecher Alexander Baum bewertet die Prozesse als „bedeutenden Schlag” gegen die Szene und hebt die länderübergreifende Zusammenarbeit hervor.
Offen bleiben die Automatensprengungen in Dombühl am 24. Dezember 2020 und in Aurach im August 2023. Hier konnte die Polizei keine Tatverdächtigen ermitteln, berichtet das Landeskriminalamt (LKA).
Der besonders schwere Vorfall in Rothenburg, bei dem im April 2023 nicht nur drei Automaten, sondern auch die halbe Geschäftsstelle der VR-Bank in Schutt und Asche gelegt wurden, ist noch offen. Hier gebe es einen Zusammenhang mit einer weiteren Tat in Deutschland, sagt das LKA. Die Ermittlungen wurden an ein anderes Bundesland übergeben.
Die Sprengung in Rothenburg hatte zudem noch eine weitere Folge: Die Geschäftsräume der Bank waren wegen der Sanierung der Filiale über Monate auf Container am Vorplatz ausgelagert gewesen. Der Tresor hatte sich aber weiterhin im Haus befunden. Als eine Mitarbeiterin am 18. Dezember 2023 eine größere Summe Bargeld vom Container zum Tresor bringen wollte, wurde sie auf dem Weg dorthin überfallen. Ein Unbekannter entriss ihr die Tasche mit den Scheinen. Es folgte eine großangelegte Fahndung – auch mit Hubschrauber. Allerdings ohne Ergebnis.
Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilt, gebe es keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Automatensprengung wenige Monate zuvor. Die Ermittlungen würden aber fortgesetzt.