Ausstellung zu christlichen Märtyrern in Wittelshofen eröffnet | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.03.2025 20:15

Ausstellung zu christlichen Märtyrern in Wittelshofen eröffnet

Als Referent bei der Ausstellungseröffnung hielt Studienleiter Dr. Gerhard Knodt (links) das Einführungsreferat. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit Pfarrer Simeon Prechtel. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Als Referent bei der Ausstellungseröffnung hielt Studienleiter Dr. Gerhard Knodt (links) das Einführungsreferat. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit Pfarrer Simeon Prechtel. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Als Referent bei der Ausstellungseröffnung hielt Studienleiter Dr. Gerhard Knodt (links) das Einführungsreferat. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit Pfarrer Simeon Prechtel. (Foto: Friedrich Zinnecker)

„Christliche Märtyrer im 20. Jahrhundert“ ist eine Wanderausstellung betitelt, die jetzt im Gemeindehaus in Wittelshofen vorgestellt worden ist. Dazu eingeladen hatte die evangelische Kirchengemeinde.

Mit dem Studienleiter für Theologie der Kirche in Bayern/Neuendettelsau, Dr. Gerhard Knodt aus Hersbruck, hatte Pfarrer Simeon Prechtel als Gastgeber für das Einführungsreferat einen Fachmann gewonnen. Wie er sagte, ist es das Ziel, dass die Wanderausstellung, die bis Samstag, 5. April, hier zu sehen ist, möglichst viele Interessierte erreicht. Dazu hat ein ökumenisches Team mit Christen der evangelischen, der katholischen und der orthodoxen Kirchen sowie der Freikirchen 24 Schautafeln erstellt. Inhaltlich geht es dabei um die Hitler-Zeit in Deutschland sowie um die Stalin-Ära in der Zeit der Sowjetunion. „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“, lautet das Motto.

Leben für Wahrheit und Freiheit gegeben

Thematisiert werden Frauen und Männer, die ihr Leben gegeben haben – für die Wahrheit und gegen die Lüge, für Gerechtigkeit und gegen Gewalt, für Gewissensfreiheit und gegen die Angst, für den Glauben an Jesus Christus und gegen dessen Verleugnung.

Entstanden ist die ökumenische Märtyrerausstellung laut Knodt in den Jahren 2018 bis 2022. Der Anstoß dafür sei kurz vor der Jahrtausendwende von Papst Johannes Paul II. gekommen. Ein weiterer Impuls stamme aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Denn dort seien nahezu 100.000 orthodoxe Priester und Bischöfe in der Zeit von der Oktoberrevolution 1917 bis zur Perestroika diskriminiert, verfolgt und umgebracht worden. 1992 sei dann in Moskau die Privatuniversität St. Tichon gegründet worden, deren Namensgeber, Patriarch Tichon, als einer der wichtigsten Neo-Märtyrer gelte. Er sei 1925 eines gewaltsamen Todes gestorben.

Eine Überleitung in die Gegenwart

Die Ausstellung verbinde die ökumenischen Zeugen aus dem heutigen Russland, aus der Ukraine, dem Baltikum und den Herrschaftsbereichen des Nationalsozialismus. Dabei stünden nicht nur totalitäre Systeme im Mittelpunkt, sagte Studienleiter Gerhard Knodt und wies darauf hin, dass die Präsentation auch „hinüber in unsere Gegenwart“ leite. Und die enorme Resonanz werde darin deutlich, dass die Ausstellung inzwischen fünfmal habe vervielfältigt werden müssen. Von Marienberg wanderte sie nach Wittelshofen, von hier geht es nach Ansbach und dann nach Lindau.

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Pfarrer Jojo Koonammaruthumkal aus Dürrwangen appellierte, auch in schwierigen Zeiten für die Wahrheit einzutreten. Bürgermeister Werner Leibrich erinnerte daran, dass in der Zeit des Nationalsozialismus mancher Pfarrer aus Angst um das eigene Leben geschwiegen habe. Zudem thematisierte er das Schicksal der damals in Wittelshofen wohnenden Juden. Pfarrer Simeon Prechtel nannte als Ziel, die Standhaftigkeit und Vorbildwirkung der Märtyrer als Ansporn zu nehmen.

Musikalisch umrahmte der Posaunenchor Wittelshofen unter Leitung von Friedrich Wüst die Eröffnung. Zu hören waren Lieder von Jochen Klepper und Dietrich Bonhoeffer.

Zu sehen ist die Ausstellung im Gemeindehaus in Wittelshofen bis 5. April zu den Öffnungszeiten jeweils von 9 bis 18 Uhr.


Von Friedrich Zinnecker
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