Die Ansbacher Altstadt war am Freitag voll mit jungen Menschen. Sie schlängelten sich in kleinen Gruppen durch die Reitbahn, über den Martin-Luther-, den Johann-Sebastian-Bach- und den Montgelasplatz. Hier und da blieben sie stehen, stellten ein paar Fragen. Es war wieder die Ausbildungsstellenbörse.
Es hat sich eine kleine Schlange gebildet vor dem Stand von ANregiomed. Mehrere Schülerinnen wollten wissen, wie es sich anfühlt, eine Spritze zu geben. Zwei Schülerinnen der generalistischen Pflegeausbildung erklärten, wie es geht: desinfizieren, Hautfalte bilden, einstechen.
Natürlich wurden keine echten Medikamente gespritzt, getestet wurde außerdem auf Gelkissen, die die Haut imitieren sollen. So übt man es auch in der Pflegeausbildung, erzählte Lehrerin Alisia Löffler. Sie, ihre Kolleginnen und Kollegen möchten den Schülerinnen und Schülern gleich einen praktischen Einblick geben. Das funktioniert seit Jahren gut auf der Ausbildungsbörse in Ansbach, sagte Löffler.
Ähnlich konkret ging es bei der Schreinerinnung zu: Wer wollte, konnte nach wenigen Minuten direkt sein erstes Werkstück mit nach Hause nehmen. Ein Schlüsselanhänger mit Holz und dem eigenen Namen konnten Schülerinnen und Schüler herstellen.
Zwei Minibagger für erste Bau- und Gartenbauerfahrungen standen bereit. Einige Unternehmen stellten Roboter oder Glücksräder auf. Alle versuchen es auf ihre Art – aber alle haben das gleiche Ziel: Auszubildende gewinnen.
78 Unternehmen präsentierten sich. Über 100 Ausbildungsberufe wurden vorgestellt. Obwohl das Wetter grau und kalt war, tummelten sich viele Menschen in der Altstadt.
„Hauptsache trocken”, stellte Horst Maußner, stellvertretender Leiter der IHK-Geschäftsstelle Ansbach, fest. Er ist seit Jahren Mitorganisator der Börse. Das Wetter habe ihm diesmal Sorgen bereitet. Bereits zum vierten Mal fand die Börse unter freiem Himmel statt. Davor wurde sie im Onoldiasaal ausgetragen.
Die Open-Air-Lösung aus der Pandemie hat sich bewährt: Die Aussteller haben sich im Vergleich zu den Anfangsjahren nahezu verdoppelt, erzählte Maußner. Etwa sechs neue Unternehmen habe man dieses Jahr gewinnen können. Viele andere sind schon seit Jahren dabei.
Mit dabei sind Behörden, die großen Industrieunternehmen mit Sitz in der Region, Schulen, Innungen und Verbände der Handwerksberufe, zahlreiche Mittelständler, Banken oder Pflege- und Sozialunternehmen. Auch die FLZ war mit dem bunten VW-Bulli vor Ort.
„Wir sind das Schaufenster der Region”, beschrieb Horst Maußner. Den Organisatoren ist es wichtig, dass die Unternehmen alle aus der Umgebung kommen oder einen Sitz hier haben.
Worüber Maußner sich besonders freute: Auch viele Gymnasien nehmen inzwischen teil. Früher sei es oft schwer gewesen, diese zu erreichen, obwohl alle Schulen in der Region angeschrieben werden. Inzwischen sei das anders. Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien oder auch die FOS und BOS – Schülerinnen und Schüler aller Schularten waren am Vormittag unterwegs. Ausbildungsberufe kennenlernen statt Mathe oder Geschichte.
Auch am Nachmittag war noch Programm in der Altstadt. Hier hatten Jugendliche die Gelegenheit, mit ihren Eltern zu kommen und intensivere Gespräche zu führen. Wie Maußner aus der Erfahrung weiß, werden immer wieder Praktikumsplätze direkt auf der Messe vergeben. Auch seien die Kontakte häufig Türöffner für spätere Ausbildungsplätze.
Trotz des herbstlich-grauen Wetters schätzt Maußner, dass viele Besuchende da waren. Es dürfte etwa vergleichbar mit den Vorjahren sein, so seine Schätzung. Da waren es zwischen 4000 und 5000 Menschen.