Aus Meinhardswinden kommt der jüngste Kandidat für die bayerische Landessynode | FLZ.de

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Aus Meinhardswinden kommt der jüngste Kandidat für die bayerische Landessynode

Friedrich Sichermann hilft hier einem Bekannten auf dem Bauernhof und holt frisches Gras ein. Wegen der Bäume muss das Futter per Hand auf Schwaden gerecht werden, um es mit dem Ladewagen aufzuladen. (Foto: Barbara Sichermann )
Friedrich Sichermann hilft hier einem Bekannten auf dem Bauernhof und holt frisches Gras ein. Wegen der Bäume muss das Futter per Hand auf Schwaden gerecht werden, um es mit dem Ladewagen aufzuladen. (Foto: Barbara Sichermann )
Friedrich Sichermann hilft hier einem Bekannten auf dem Bauernhof und holt frisches Gras ein. Wegen der Bäume muss das Futter per Hand auf Schwaden gerecht werden, um es mit dem Ladewagen aufzuladen. (Foto: Barbara Sichermann )

Den Zugang zu Kirche und Glauben hat Friedrich Sichermann durch seine Eltern bekommen. Der 21-Jährige steckt viel Freizeit in sein kirchliches Engagement: in die Jugendarbeit, in den Posaunenchor, als Mesner, in den Dekanatsausschuss. Jetzt bewirbt er sich als jüngster Kandidat für die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Die Frage wird ihm immer wieder gestellt: Warum arbeitet ein junger Mensch in der Kirche mit? Weil er „Freude daran hat”. Aller Anfang ist entscheidend. Friedrich Sichermann wurde getauft und konfirmiert. Die elterliche Prägung begleitet sein Leben – und damit auch seine Religiosität.

Würde er am 7. Dezember in das evangelische Kirchenparlament in Bayern, die Landessynode, gewählt, könnte er in einem Gremium mit weitreichenden Befugnissen mitwirken. Die Synodalinnen und Synodalen verabschieden Kirchengesetze, beschließen den kirchlichen Haushalt, entscheiden über Personalfragen und wählen den Landesbischof oder die Landesbischöfin.

Friedrich Sichermann sieht darin eine neue interessante Aufgabe über die bisher ehrenamtliche Mitwirkung in seiner Kirchengemeinde Meinhardswinden hinaus. „Ich kann aktiv meinen Glauben leben und mich einbringen.”, sagt er, „das ist mir wichtig.”

Als Mitglied im Kirchenvorstand seiner Heimatgemeinde wurde Friedrich Sichermann in die Dekanatssynode entsandt und darüber in den Dekanatsausschuss gewählt, der für die koordinierte Arbeit im Dekanatsbezirk verantwortlich ist.

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Wahl am zweiten Adventssonntag

Dass er als nicht-ordinierte Person neben geistlichen Würdenträgern als Kandidat für die Landessynode im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg aus den Reihen des Wahlkreises nominiert wurde, freut den jungen Mann besonders. Das Kirchenparlament der rund zwei Millionen Protestanten in Bayern wird alle sechs Jahre am zweiten Adventssonntag gewählt und besteht aus 108 gewählten und berufenen Mitgliedern.

Im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg kandidieren auch Julian Bach, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Würzburg und Kirchenvorsteher der Gemeinden Dombühl, Dorfgütingen und Kloster Sulz, und die Unterschwaninger Diakonin Franziska Heim für das bayerische Kirchenparlament.

Wahlberechtigt sind die rund 13.000 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher der mehr als 1500 evangelischen Gemeinden im Freistaat. Friedrich Sichermann ist ein „bisschen skeptisch”, ob er als Kandidat zum Zuge kommt und ist gespannt auf das Abstimmungsergebnis.

Begeistert engagiert sich Friedrich Sichermann in der Kinderferienwoche und in der Jugendarbeit, übernimmt als Teil eines Teams, zu dem sein jüngster Bruder gehört, Mesnerdienste bei Gottesdiensten, Hochzeiten und Taufen, und spielt Tuba im Posaunenchor neben Vater, Mutter und Bruder.

Ausbildung zum Landwirt

Friedrich Sichermann hat zwei ältere und zwei jüngere Geschwister, ist gelernter Kinderpfleger und Straßenwärter, um sich beruflich auszuprobieren. Jetzt macht er eine dreijährige Ausbildung zum Landwirt. Auch wenn er keinen Hof hat und nicht zu einer Bauernfamilie gehört, besteht der Wunsch, einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb zu leiten, etwa durch Übernahme oder Einheirat in einen bestehenden Hof, sagt er.

Zunächst will Friedrich Sichermann sich gutes fachliches Wissen zum Berufsbild aneignen und im Kontakt mit Landwirten als Helfer oder Mitarbeiter praktische Erfahrungen sammeln.

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