Aus Idee am Stammtisch wird ein Film: Der Biergula geht um | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 09.05.2024 14:12

Aus Idee am Stammtisch wird ein Film: Der Biergula geht um

Nicht Blut, Bier braucht dieser Vampir: eine Szene mit Simon Fleischhacker (links) und Christoph Kilgenstein als Vampir Biergula (Foto: Stefan Groß)
Nicht Blut, Bier braucht dieser Vampir: eine Szene mit Simon Fleischhacker (links) und Christoph Kilgenstein als Vampir Biergula (Foto: Stefan Groß)
Nicht Blut, Bier braucht dieser Vampir: eine Szene mit Simon Fleischhacker (links) und Christoph Kilgenstein als Vampir Biergula (Foto: Stefan Groß)

Von einer Stammtischidee zur Filmpremiere im KulturKino, so könnte man die Entstehung des Streifens „Biergula“ kurz zusammenfassen. Am Samstag feiert das Erstlingswerk des Dinkelsbühler Künstlerkollektivs Halbweltmedia seine Uraufführung in Feuchtwangen. Die Vorstellung ist ausverkauft.

Eine Premiere ist das Film-Projekt für die Stammtischrunde selbst auch. Ein Freundeskreis, dem neben Musikern eine Schauspielerin oder ein Fotograf angehören. „Lauter Künstlertypen“‘, beschreibt Janina Dötterl, bekannt als Schauspielerin am Landestheater Dinkelsbühl, die Gruppe.

Irgendwann sei im Spaß die Frage aufgetaucht, wer immer die Biergläser so schnell leer trinkt, die Fantasie war angekurbelt. Und da war sie dann, die geheimnisvolle Figur, die es auf das Bier der Wirtshausrunde und der ganzen Stadt abgesehen hatte. „Dieses Bild“, erzählt Dötterl, „hat sich zu einer Idee für einen Sketch weiterentwickelt.“

Eine Parodie auf die Dracula-Filme

Eine Parodie auf die Dracula-Filme sollte es werden, nur, dass bei der Dinkelsbühler Version keinerlei Blut fließt, sondern eben Bier. Die Menschen wehren sich gegen das bierrünstige Wesen, die Monsterjagd auf Biergula beginnt. Schnell seien sich alle einig gewesen, da müsse man etwas draus machen, kurze Filmsequenzen vielleicht.

„Zunächst“, so Dötterl, „war das nur für uns selbst gedacht, einfach ein Spaß.“ Einen Film zu drehen, sei für alle völliges Neuland gewesen. Aber jeder konnte unterschiedliche Fähigkeiten einbringen, den Rest haben die Jungfilmer sich dann noch erarbeitet. Kamera und Licht wurden angeschafft, Drehorte gesucht. Aus den Ideen hat die Regisseurin dann ein Drehbuch gemacht.

Das könnte Sie auch interessieren
Landestheater Dinkelsbühl feierte bei Bayerischen Theatertagen großen Erfolg„Der Räuber Hotzenplotz” in Dinkelsbühl: Eine Kasperlgeschichte mit HuiLandestheater Dinkelsbühl startet mit „Räuber Hotzenplotz” in die SommersaisonHöhere Preise beim Landestheater Dinkelsbühl: Mehrkosten durch neues TicketsystemWas das Landestheater Dinkelsbühl in der Wintersaison 26/27 vorhatMitten im Leben: Dinkelsbühler Landestheater präsentiert Winterspielzeit 2026/27Das Dinkelsbühler Landestheater startet mit Zuversicht in die SommerfestspieleArbeit im Hintergrund gewürdigt: Bühnentechniker des Landestheaters ausgezeichnetLandestheater Dinkelsbühl: Eine Reise durch die Welt der GedichteBallhaus-Forum zeigt „Alles was bleibt” von Alexander Müller aus RothenburgTheater-Seniorenclub Dinkelsbühl zeigt „Die deutschen Kleinstädter”Das Landestheater Dinkelsbühl ist bei den Bayerischen Theatertagen dabeiUnfall bei Kino: Achtjähriger in der Ansbacher Kanalstraße von einem Auto erfasstAnsbacher Puppenspiele: Volker Gerling und seine DaumenkinosLandestheater Dinkelsbühl: Wie das Ehestück „Was war und was wird” war

Zunächst waren nur kurze Filmsequenzen geplant, etwa fünf Minuten lang, die man auf Youtube zeigen wollte, eine kleine Serie also. Alle arbeiteten für das Projekt ehrenamtlich, trugen die Kosten mit, auch die Darstellerinnen und Darsteller.

15 Drehtage waren notwendig

Viele von ihnen kannte Dötterl vom Landestheater, darunter etwa Mario Brutschin, Simon Fleischhacker, Knut Fleischmann, Maike Frank, Claudia Roth sowie die Musiker Christoph Kilgenstein und Tom Hiltner. Auch die Musik stammt aus der eigenen Feder, etwa Songs der Band Neonfee oder auch Filmmusik von Tom Hiltner.

„Alle haben sofort zugesagt“, freut sich die Regisseurin. Um die 15 Drehtage, zwei davon im Schloss Altenmuhr, seien notwendig gewesen. Für Kamera und Schnitt hat sich Stefan Groß eingearbeitet. Dankbar ist die Regisseurin auch, dass sie die Wirtshausszenen im Gasthaus Dollinger in Segringen drehen durften. „Die Wirtsleute waren so nett“, betont sie noch.

Im Lauf der Dreharbeiten, erinnert sich Dötterl, sei man auf das Feuchtwanger KulturKino gestoßen. Die einzelnen Mini-Filmchen dort als ganzen Film zu zeigen, ergab sich erst allmählich. Etwa 45 Minuten dauert der Streifen, FSK ab 18 Jahren. Im Kino gezeigt wird „Biergula“ nur ein einziges Mal, dann sollen die einzelnen Fünf-Minüter wöchentlich auf Youtube gezeigt werden. Am Sonntag nach der Premiere startet die Reihe. Ob weitere Projekte folgen, stehe noch nicht fest, verrät die Schauspielerin, aber sie notiere vorsichtshalber schon mal alle Ideen.


Von Elke Walter
north