Aus für Andachten am Bismarckturm in Ansbach: So will sich die Kirche neu ausrichten | FLZ.de

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Aus für Andachten am Bismarckturm in Ansbach: So will sich die Kirche neu ausrichten

Ein schöner Platz, der aber etliche Herausforderungen mit sich bringt. Die ökumenischen Andachten im Sommer werden in Zukunft vermutlich nicht mehr am Bismarckturm stattfinden. Doch es gibt neue Ideen. (Archivbild: Alexander Biernoth)
Ein schöner Platz, der aber etliche Herausforderungen mit sich bringt. Die ökumenischen Andachten im Sommer werden in Zukunft vermutlich nicht mehr am Bismarckturm stattfinden. Doch es gibt neue Ideen. (Archivbild: Alexander Biernoth)
Ein schöner Platz, der aber etliche Herausforderungen mit sich bringt. Die ökumenischen Andachten im Sommer werden in Zukunft vermutlich nicht mehr am Bismarckturm stattfinden. Doch es gibt neue Ideen. (Archivbild: Alexander Biernoth)

Die ökumenischen Freiluft-Andachten am Bismarckturm sind über Jahre hinweg ein verlässlicher Anker im Ansbacher Sommer gewesen. In diesem Jahr wurden sie ans Gemeindezentrum in Hennenbach verlegt. Warum? Und: Wie geht es weiter?

Es war ein liebgewordenes Ritual, von dem niemand mehr genau sagen, wann es eingeführt wurde. 15 Jahre ist es mindestens her. Ab Pfingsten gestalteten das evangelische und das katholische Dekanat im Wechsel die Bismarckturmandachten, in der Regel am Samstagabend. Idyllische Natur mit herrlichem Blick auf die Stadt und geistigen Impulsen. Auch für diesen Sommer waren sie wieder angekündigt.

Wollte die Stadt plötzlich Geld?

Doch wenige Tage vor dem ersten Termin erfolgte die Verlegung in den Garten des Gemeindezentrums in Hennenbach. Sofort schossen die Gerüchte ins Kraut über einen Knatsch zwischen den Kirchengemeinden auf der einen und der Stadtverwaltung (das Grundstück am Bismarckturm gehört der Stadt) auf der anderen Seite. Die Rede war von Mähkosten, die die Stadt angeblich neuerdings in Rechnung stelle.

Auf FLZ-Anfrage stellte die Verwaltung klar: „Soweit der reguläre Mähaufwand und -rhythmus so bleiben kann, ist weiterhin nicht vorgesehen, ein Entgelt zu verhängen.“ Die Aussage lässt sich aber durchaus so deuten, dass die Stadt zumindest laut darüber nachgedacht hat, die Arbeiten in Rechnung zu stellen.

Vergessene Anmeldung?

Dekan Dr. Matthias Büttner ist indes bemüht, die Angelegenheit nicht überzubewerten. „Wir haben schlicht vergessen, das rechtzeitig anzumelden“, begründet er den Rückzieher. Die Stadt habe sogar signalisiert, dass das auch kurzfristig noch zu regeln sei. Auch auf die FLZ-Anfrage kam das versöhnliche Signal der Stadt: „Sollte überlegt werden, die ökumenischen Andachten auch in Zukunft wieder am Bismarckturm stattfinden zu lassen, wird die Stadt Ansbach dies wie auch bisher gerne weiter unterstützen.“

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Doch die Verantwortlichen von evangelischer und katholischer Seite sahen das als Gelegenheit, um die Bismarckturm-Andachten zu überdenken. „Die Location ist wunderschön“, unterstreicht Dekan Büttner im Gespräch mit der FLZ. Doch ist der Platz eben logistisch eine große Herausforderung, weil man ihn nicht anfahren kann. Die Bierbänke, der Verstärker, alles, was für die Andacht gebraucht wurde, musste jeweils an Ort und Stelle geschleppt werden. Und für ältere Besucher war der Weg oft beschwerlich.

Keine Toiletten vor Ort

„Es wäre auch schön, wenn man nach der Andacht noch gemütlich beieinander sitzen könnte und vielleicht ein Glas Wein trinken könnte.“ Am Bismarckturm geht das faktisch nicht. Nicht nur, dass alles erstmal nach oben getragen werden müsste. „Es gibt auch keine Toiletten“, gibt Büttner zu bedenken.

Der Gedanke für einen Umzug schwelte schon länger in den Köpfen. „Eigentlich seit ich vor vier Jahren nach Ansbach gekommen bin“, so Büttner. So war die unerwartete Situation in diesem Jahr die Initialzündung, um sich vom Bismarckturm zu verabschieden. Am Samstag, 16. August, findet die letzte dieser nun in „Ökumenische Andacht im Grünen“ umbenannten Gottesdienste im Garten des Hennenbacher Gemeindezentrums statt. Pfarrerin Elisabeth Küfeldt wird ab 19.30 Uhr predigen, der Gottesdienstchor „AnKlang“ wird unter Leitung von Dekanatskantorin Ulrike Walch die Musik beisteuern.

Doch für Büttner ist auch das nur ein „Notnagel“. In den vergangenen Wochen hat er sich zusammen mit Domkapitular Dr. Norbert Jung und Pfarrerin Elisabeth Küfeldt Gedanken über eine Neuausrichtung gemacht. Die Idee sieht nun sechs Freiluftgottesdienste im Sommer an schönen Orten im Stadtgebiet vor. Büttner kann sich den Beringershof ebenso vorstellen wie den Museumshof. Es könne auch ein Ort außerhalb des Stadtzentrums sein.

Der Dekan sieht viele Vorteile

Wichtig ist dem Dekan, dass es sich dabei um die Idee dieser Arbeitsgruppe handelt. Nachdem die Kirchenvorstände noch nicht einbezogen wurden, sei das noch keine endgültige Festlegung. „Aber das ist die Idee, mit der wir in die Gespräche gehen.“ Diese sollen nach der Sommerpause stattfinden.

Aus Büttners Sicht bieten die entsprechenden Höfe und Plätze viele logistische Vorteile und die Idee des gemeinsamen Beisammenseins im Nachgang ließe sich deutlich leichter umsetzen. Dass das ankommt, habe sich nach dem Himmelfahrts-Gottesdienst gezeigt, der wegen des schlechten Wetters an den Tagen vorher in die Gumbertuskirche verlegt worden war. „Danach standen die Leute vor der Kirche beieinander.“

Für Büttner sind die Andachten auch beim Dekanat falsch angesiedelt. „Das sind eigentlich Veranstaltungen für die Kirchengemeinden in der Stadt.“ Er hat aber auch schon eine Idee, wie sich die Idee besser auf Dekanatsebene heben lässt. Doch hierfür sind noch weitere Gespräche erforderlich.

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