Sie wird weiterhin in Feuchtwangen wohnen. Doch der Dienstsitz von Dekanin Uta Lehner wird künftig in Dinkelsbühl sein. Das dürfte eines der ersten sichtbaren Zeichen der Umstrukturierung sein. Die Neugründung eines Dekanats, in dem die Dekanate Feuchtwangen, Dinkelsbühl und Wassertrüdingen aufgehen, rückt näher.
Die Mitglieder der Dekanatssynode in Feuchtwangen wurden nun über das weitere Vorgehen informiert. Es war das letzte Treffen in diesem Rahmen, denn das evangelisch-lutherische Dekanat Feuchtwangen wird es schon bald nicht mehr als eigenständige Körperschaft geben. Das gilt in gleicher Weise für Dinkelsbühl und Wassertrüdingen. So stellte die Versammlung eine historische Zäsur dar, aber nicht das Ende.
Gleichwohl bot es sich an, dass Wigbert Lehner, Noch-Dekan in Feuchtwangen, in seiner Andacht über „letzte Worte“ sprach.
Oft heiße es am Ende von Begegnungen, die Menschen mit Jesus haben: „Geh’ hin, mach’ dich auf den Weg!“ Somit würden diese Begegnungen für viele Menschen voller wundervoller Kraft enden. Diese Worte würden das Leben auf ganz neue Beine stellen. Das sei kein Schlusspunkt, sondern der Beginn einer neuen Geschichte, führte Wigbert Lehner aus.
Der Geistliche sprach diese Worte noch einmal in seiner Funktion als Dekan. Dieses Amt, das er sich derzeit mit seiner Ehefrau teilt, wird er bald nicht mehr innehaben. Denn mit der Neugründung des Dekanats wird Wigbert Lehner wieder zu hundert Prozent in den Pfarrdienst in Feuchtwangen zurückkehren.
Alleinige Dekanin wird künftig Uta Lehner sein – auch wenn sie in der Versammlung noch das Wörtchen „voraussichtlich“ ergänzte. Die beiden hätten sich so entschieden, weil es sinnvoll sei, wenn es bei den künftig größeren Strukturen einen einzigen Ansprechpartner gebe.
Uta Lehner wird also künftig regelmäßig von Feuchtwangen nach Dinkelsbühl pendeln, denn dort soll der Sitz des neuen Dekanats sein. Für Dinkelsbühl habe etwa die zentrale Lage gesprochen. Auch ein Name für die Neugründung ist bereits gefunden. Dieser ging aus einem Wettbewerb hervor: evangelisch-lutherisches Dekanat an Sulzach und Wörnitz soll das neue Konstrukt künftig heißen.
Wie Uta Lehner in der Dekanatssynode ausführte, ist die Neugründung für 1. Januar 2026 geplant. Aber schon ab Januar 2025 soll das Dekanat in der gemeinsamen Leitungsstruktur geführt werden. Der Grund: Eine Körperschaftsgründung könne nur durch den Staat vollzogen werden. Das sei aber zum Januar 2025 nicht möglich. Aus haushaltstechnischen Gründen sei das ab 2026 sinnvoller. Stellvertreter der Dekanin werden die geschäftsführenden Pfarrer und die Pfarrerin der alten Dekanate sein.
Der Zeitpunkt des Wechsels scheint mit Bedacht gewählt, denn der derzeitige Dinkelsbühler Dekan Uland Spahlinger wird Anfang 2025 in den Ruhestand gehen. Der einstige Wassertrüdinger Dekan Hermann Rummel hatte diesen bereits 2023 erreicht. Mit Blick auf die nächsten Jahre versicherte die Dekanin, dass der Landesstellenplan 2020 nicht angetastet werde. Im Moment sei nicht geplant, Büros aufzulösen oder Sekretärinnenstunden zu kürzen. In etwas fernerer Zukunft könnte das allerdings anders aussehen.
Uta Lehner machte keinen Hehl daraus, dass eines Tages weitere Dekanatsveränderungen zu erwarten seien. Auch auf beispielsweise Rothenburg oder Leutershausen laste großer Veränderungsdruck. Hier könnten sich eventuell Erweiterungen ergeben. Mit der Folge, dass dann die Lage von Feuchtwangen eine zentralere wäre als heute die von Dinkelsbühl.
Doch so weit ist es noch nicht. Nun geht es erstmal darum, die bisherigen Dekanate Feuchtwangen, Dinkelsbühl und Wassertrüdingen auf Augenhöhe zusammenzuführen.