Auf den Spuren der Gelbbauchunke im Steigerwald und auf der Frankenhöhe | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.08.2025 13:47

Auf den Spuren der Gelbbauchunke im Steigerwald und auf der Frankenhöhe

Bei der Exkursion durch die Gräf werden die Lurche genau unter die Lupe genommen. (Foto: Helmut Meixner)
Bei der Exkursion durch die Gräf werden die Lurche genau unter die Lupe genommen. (Foto: Helmut Meixner)
Bei der Exkursion durch die Gräf werden die Lurche genau unter die Lupe genommen. (Foto: Helmut Meixner)

Die Gelbbauchunke, auch Bergunke genannt, gehört zur Klasse der Amphibien. Der knapp vier bis sechs Zentimeter kleine, spitzwarzige Schwanzlurch kommt überwiegend in Mittel- und Süddeutschland vor und ist das kleinste mitteleuropäische Tier seiner Art.

Die graubraune oder olivgrüne Oberseite des Tieres ist mit einer Vielzahl von Warzen bedeckt. Über ihre Haut kann die Gelbbauchunke ein Gift absondern, das sie einerseits vor Bakterien, andererseits vor Fressfeinden, wie etwa der Ringelnatter, schützt. Der Lurch ernährt sich von Insekten und deren Larven, von Spinnen, Würmern oder kleinen Krebstieren.

Bedauerlicherweise steht die Gelbbauchunke auf der „Roten Liste“ und wird als stark gefährdet eingestuft. In den heimischen Naturparken, wie der Frankenhöhe und dem Steigerwald, trifft man den Lurch, der gerne in Wäldern oder waldnahen Gebieten lebt, noch an.

Gumpen mit einfachen Mitteln anlegen

Explizit in der Bad Windsheimer Gräf. Mithilfe von ehrenamtlichen Kräften, wie Manfred Staudinger und Siegfried Klafschinski, werden seit etwa fünf Jahren die Lebensräume erkundet, kartiert und gemeinsam mit Mitarbeitern der Naturparks Maßnahmen entwickelt, um die Lebensräume der Unken zu vernetzen.

Große Bedeutung, den Bestand der Unke zu schützen und deren Lebensgrundlagen nachhaltig zu verbessern, kommt der Pflege und dem Erhalt von Kleingewässern zu. „Beim Bad Windsheimer Stadtförster Sven Finnberg stoßen wir dabei stets auf offene Ohren“, heben sowohl Naturpark-Rangerin Alexandra Kellner als auch die Geschäftsführerin des Naturparks Steigerwald, Sandra Baritsch, bei einem Pressetermin unisono hervor.

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Für Finnberg ist das eine Selbstverständlichkeit. Im Rahmen von Waldarbeiten lassen sich Gumpen, Vertiefungen, die das Wasser zurückhalten oder über einen längeren Zeitraum speichern, oft mit relativ einfachen Mitteln anlegen.

Mehrmals pro Jahr hundert Eier

Die Gelbbauchunke besiedelt Kleingewässer, wie Pfützen, Bodensenken, Gräben, aber auch Abbaustellen von Erdreich oder mit Wasser vollgelaufene Fahrspuren. Dort gibt es normalerweise keine Fressfeinde, zudem werden diese nur fürs Ablaichen genutzt.

Anders als etwa Kröten, die Schnüre mit Tausenden von Eiern hinterlassen, legt das Weibchen der Gelbbauchunke mehrmals um die hundert Eier ab. Über den Sommer heftet es diese, auf Häufchen verteilt, an Pflanzenteile im Gewässer. Dem Austrocknen der Laichgewässer, in der Gräf gibt es etwa 30 von ihnen, hat sich die Unke, die den größten Teil ihres Lebens außerhalb der Gewässer verbringt, gut angepasst.

Um den Bestand zu wahren, bedarf es vieler Naturschutzwärter. Deren Zahl hat sich allerdings verringert. Im Jahr 2024 waren es in der Region Steigerwald noch 21, heuer ist die Zahl um vier Personen geschrumpft. Einen Grund dafür sehen Kellner und Baritsch darin, dass die Mittel für die Ehrenamtler jüngst auch in Bayern gekürzt wurden, obwohl der Freistaat durch die EU verpflichtet ist, naturnahe Räume wiederherzustellen.


Von HELMUT MEIXNER
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