Auf dem Radweg: Tour durch den Ehegrund und das Steinachtal | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.09.2023 10:00

Auf dem Radweg: Tour durch den Ehegrund und das Steinachtal

Das idyllische Steinachtal zieht nicht nur Radler an. (Foto: Ulli Ganter )
Das idyllische Steinachtal zieht nicht nur Radler an. (Foto: Ulli Ganter )
Das idyllische Steinachtal zieht nicht nur Radler an. (Foto: Ulli Ganter )

Das Fahrradwegenetz im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wird immer weiter ausgebaut. Dass es gut angenommen wird, beweist die zunehmende Anzahl der Radfahrer, die mit oder ohne Strom unterwegs sind. Für die Serie „Es geht wieder rund“ haben wir einige selbst gewählte Touren ausgeklügelt. Heute geht es an Ehe und Steinach.

Der Ehegrund und das schöne Steinachtal beherrschen diese Radtour, die neben Kultur, Genuss und Natur noch einen Vorteil hat, der sie auch für Familien mit vergleichsweise kleinen Kindern attraktiv macht. Zwei Campingplätze machen es möglich, aus der Drei-Stunden- eine Drei-Tagestour zu machen.

Die ganze Woche hat es geregnet, heute ist der Himmel endlich wieder blau: Der Landkreis präsentiert sich frisch gewaschen, die Luft ist rein – es wirkt fast kitschig. Auch die Menschen, die unterwegs sind, strahlen. Der erste Sonnentag nach sieben Tage Regen ist halt etwas Besonderes.

In den Seitentälern geht es ruhiger zu

Der Aischgrund ist an manchen Sonnentagen stark befahren. Wer’s ruhiger mag, ist in den Seitentälern da hervorragend aufgehoben: Im breiteren Ehegrund sind noch etwas weniger Leute bei geringerem Gefälle unterwegs, im Steinachtal rückt der Steigerwald schon näher und kurz vor Scheinfeld fährt man dann auch ein Stück durch den schattigen Laubmischwald. Das Steigerwald-Gefühl ist mit relativ wenig Anstieg zu haben – nur vor oder nach Scheinfeld (je nach Fahrtrichtung) geht es kräftiger bergauf.

Nicht nur Natur-, auch die Liebhaber der Geschichte kommen auf ihre Kosten. Viele Schlösser liegen am Wegesrand: Mit seiner Lage punktet Schloss Schwarzenberg, das Familienoberhaupt Karl von Schwarzenberg brachte es bis zum Außenminister der tschechischen Republik.

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Prominente Besitzer hat auch das Alte Schloss in Sugenheim: Jan und Manuela Kube sind aus der Fernsehsendung „Kunst und Krempel“ bekannt. Im Schloss haben sie ein Spielzeugmuseum eingerichtet, das Sonntagnachmittag auch einen Blick in das Innere des ehemaligen Wasserschlosses erlaubt. Beim benachbarten Neuen Schloss kann man nur durch den Zaun einen Blick auf den Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens werfen.

Berühmte Baumeister am Ortsrand

Nur ein Dorf weiter, in Ullstadt, ist an einer Nebenstraße das Werk eines bekannten Baumeisters zu finden. Johann Dientzenhofer, der auch den Dom zu Fulda oder das Kloster Banz erstellt hat, lieferte die Pläne für das Schloss der Familie von Franckenstein. In Obersteinbach schließlich führt der Radweg direkt durch den schönen Park und am Schloss vorbei, das heute als Schullandheim dient. Die Benediktinerkirche in Münchsteinach gehört zudem zu den wenigen romanischen Kirchen im Landkreis. Weil sie den Geist ihrer Entstehungszeit so gut bewahrt hat, erfreuen sich zum Beispiel die Konzerte bei Kerzenschein dort großer Beliebtheit.

Schöne Einkehrmöglichkeiten findet man ebenfalls, wie zum Glück noch auf den meisten Touren im Landkreis. Aber: Zwei Campingplätze auf relativ geringem Raum dürften ein Alleinstellungsmerkmal sein. Das bietet die Chance für einen Abenteuerurlaub in nächster Umgebung. Dabei ist der Scheinfelder Campingplatz ohne große Infrastruktur für Familien vielleicht sogar noch besser geeignet. In Münchsteinach hat man das Restaurant dafür gleich vor Ort. Beide Zeltplätze haben auf alle Fälle quasi Freibadanschluss: Das Scheinfelder, das dank Biogasanlage auch bei bedecktem Himmel schön warm ist, das Münchsteinacher als Naturbad und noch dazu ganz neu.

Oasenweg der Sinne in Münchsteinach

Der Oasenweg der Sinne in Münchsteinach ist ein weiterer familienfreundlicher Programmpunkt in Münchsteinach. Spielplätze gibt es überall, größere wie in Klosterdorf und viele kleine – und schwupps, sind die drei Tage schon vorbei. Für die Familienvariante empfiehlt sich die Fahrtrichtung von Sugenheim nach Scheinfeld.

Dann werden die Aufstiege kürzer, sodass sie sich besser schieben lassen. Nach Schwarzenberg hinauf nimmt man ohnehin besser den Fußweg. Obwohl der Großteil der Tour auf Radwegen verläuft, ist es doch ratsam, dass zwei Erwachsene mitradeln, um auch kurze Straßenabschnitte gut zu bewältigen.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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