Atempause vom Krieg für junge Menschen aus der Ukraine | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.07.2024 07:00

Atempause vom Krieg für junge Menschen aus der Ukraine

Nach dem Empfang stellten sich die Beteiligten für ein Bild mit der ukrainischen Flagge auf. (Foto: Oliver Herbst)
Nach dem Empfang stellten sich die Beteiligten für ein Bild mit der ukrainischen Flagge auf. (Foto: Oliver Herbst)
Nach dem Empfang stellten sich die Beteiligten für ein Bild mit der ukrainischen Flagge auf. (Foto: Oliver Herbst)

Seit Februar 2022 tobt in der Ukraine Russlands Angriffskrieg. Not, Angst und Leid bestimmen den Alltag. 20 Kinder und Jugendliche sowie sechs Betreuerinnen können sich dem zumindest zeitweise entziehen. Sie erleben bis 22. Juli einen Ferienaufenthalt in Ansbach und Umgebung. Er ist bundesweit etwas Besonderes.

Die Zehn- bis 16-Jährigen aus Bolgrad bei Odessa kamen am 9. Juli an. Sie sind im alten Schulgebäude im Stadtteil Schalkhausen untergebracht. Dies berichteten für die Stadt die Integrationsbeauftragte Iryna Savchenko und die Integrationslotsin Viktoriia Tschebanu.

Angehörige an der Front oder getötet

Viele Teilnehmer haben Eltern oder Familienangehörige, die an der Front im Einsatz sind oder im Krieg fielen, wie die Stadt informiert. Hinter dem Aufenthalt als einer Art Atempause steht das Programm „Europe Prykhystok: Partnering with Localities in Germany“. Der englisch-ukrainische Name bedeutet „Zuflucht Europa: Partnerschaften mit Orten in Deutschland“.

Die Robert-Bosch-Stiftung unterstützt das Programm, wie Ana-Ramona Vasar, Projektmanagerin Deutschland von der Organisation, sagte. Die Initiative will Kindern aus Kriegsgebieten eine Urlaubsreise bieten, wie Oberbürgermeister Thomas Deffner bei einem Empfang im Stadthaus darlegte. Er drückte seine Freude darüber aus, „dass wir die erste Stadt in Deutschland sind, die das möglich gemacht hat“.

In dem Programm finden sich etwa das Aquella-Freibad mit Jugendlichen des TSV, der Altmühlsee, der Tiergarten Nürnberg oder ein Austausch mit Ukrainern aus Ansbach und der Region.

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„Wir verurteilen den Krieg Russlands“

Der Ansbacher Oberbürgermeister formulierte eine politische Botschaft. „Das soll auch ein ganz klares Zeichen der Solidarität mit der Ukraine sein“, betonte er: „Wir verurteilen diesen verbrecherischen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine auf das Schärfste.“ Die humanitäre und die militärische Hilfe dürften nicht infrage stehen.

Die Stiftung Vereinigte Sparkassen Stadt und Landkreis Ansbach spendete 5000 Euro. „Ich glaube, wir können nur in Teilen das erahnen, was Sie tagtäglich vor Ort erleben“, führte Dieter Mai als Vorstandsmitglied der Sparkasse Ansbach aus. Er ziehe den Hut vor allen, die der Gruppe aus dem Land angehören.

Die Hilterhaus-Stiftung unterstützt einen Sprachkurs mit 1000 Euro und den Aufenthalt als solchen mit 500 Euro. Diese Ukraine-Hilfe „kam wirklich von Herzen“ – nicht zum ersten Mal, wie der Stifter und Ansbacher Ehrenbürger Friedrich Hilterhaus unterstrich.

Schon zu Kriegsbeginn hatte er sich engagiert. Er kündigte bei dem Empfang spontan an, einen Eiswagen zu schicken, wenn die Gruppe das Freibad besucht.

Der Verein Hilfe in Not steuert Lebensmittel bei. Dessen Vorsitzende Olga Bauer, Deutsche aus Kasachstan, wandte sich auf Russisch an die Gruppe. Sachspenden für die Gäste aus der Ukraine kommen ebenfalls von Jonas Frosch. Johannes Liebich gab 500 Euro. Das Freibad ermäßigte den Eintrittspreis.

Bewegte Reaktion einer Betreuerin

Bewegt reagierte als Betreuerin Valentina Popasova, Leiterin eines Gymnasiums in der Ukraine. Wie Viktoriia Tschebanu übersetzte, äußerte sich Popasova „sehr dankbar“ – gegenüber allen, die den Aufenthalt möglich gemacht hätten. „In dieser schwierigen Zeit haben wir Glück, dass wir nach Deutschland kommen dürfen.“

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