Arzt trifft Insekten: Ungewohnte Perspektiven im Brücken-Center in Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.01.2026 17:00

Arzt trifft Insekten: Ungewohnte Perspektiven im Brücken-Center in Ansbach

Dr. Klaus Bittner hat für sich im Ruhestand das Fotografieren der Insektenwelt als Faszination entdeckt. Aktuell sind seine Bilder im Brücken-Center zu sehen. (Foto: Robert Maurer)
Dr. Klaus Bittner hat für sich im Ruhestand das Fotografieren der Insektenwelt als Faszination entdeckt. Aktuell sind seine Bilder im Brücken-Center zu sehen. (Foto: Robert Maurer)
Dr. Klaus Bittner hat für sich im Ruhestand das Fotografieren der Insektenwelt als Faszination entdeckt. Aktuell sind seine Bilder im Brücken-Center zu sehen. (Foto: Robert Maurer)

Dr. Klaus Bittner ist gerne nah dran. Ganz nah dran. Der 76-Jährige fotografiert bevorzugt Insekten aus nächster Nähe. Aktuell stellt er im Brücken-Center aus.

Es sind so etwa 100 Fotografien, die der Ruheständler für diese Ausstellung ausgewählt hat. Oft sind es Gottesanbeterinnen, aber auch Libellen finden sich mehrfach als Motiv. Die Fotos ziehen in den Bann. Es ist die besondere Perspektive, die den Reiz ausmacht – Auge in Auge mit dem Insekt.

Dabei war es eher Zufall, dass Klaus Bittner mit dem Fotografieren begonnen hat und dann auch noch bei dieser speziellen Form hängen geblieben ist. Vermutlich erinnert sich noch so mancher an Dr. Klaus Bittner als Facharzt für Nephrologie und Diabetologie. Als solcher hat er viele Jahre im Nieren- und Diabetes-Zentrum in Ansbach gearbeitet. Die Praxis ist auch Teil des Brücken-Center-Areals und so findet es Bittner selbst eine „Ironie des Schicksals”, dass er nun wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt ist. Wenn auch mit einer gänzlich anderen Ausrüstung.

Mit Landschaften hat es begonnen

Als er 2017 in den Ruhestand ging, überlegte sich der Herrieder, was er mit seiner neuen Freizeit anfangen will. Er kaufte sich einen Fotoapparat, machte ausgedehnte Spaziergänge, fotografierte Landschaften. „Das war schon ganz schön”, sagt er rückblickend, doch vollends begeistert hat es ihn nicht. Dann kam der Schlüsselmoment. Auf einer Reise entdeckte er eine Gottesanbeterin im Gras sitzen. Ganz ruhig beobachtete das Tier, was passiert.

„Ich habe bemerkt, dass ich Blickkontakt aufbauen kann. Da fand eine visuelle Kommunikation statt”, schildert der Autodidakt. Er näherte sich langsam und machte die ersten Bilder. „Das hat mich gefesselt.” Bis auf fünf Zentimeter nähert er sich, um die Tierchen mit der Makrolinse abzulichten.

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Gottesanbeterinnen sind Fangschrecken, die bis zu acht Zentimeter groß werden können. Sie breiten sich aufgrund der Klimaerwärmung mehr und mehr in Deutschland aus, stehen aber nach wie vor auf der Liste der streng gefährdeten Tierarten. Bis ins Hohenloher Land sind sie schon vorgedrungen, Bittner geht davon aus, dass sie auch in Westmittelfranken im Lauf der Zeit heimisch werden.

Der biologische Aspekt der Insekten reizt Klaus Bittner allerdings gar nicht so sehr. Dass er sich damit beschäftigt, passiert ganz nebenbei. Um eine Libelle im Flug fotografieren zu können, muss man wissen, wie sie sich verhält. Wobei das mit dem Blickkontakt als Fundament immer bleibt.

„Viele meiner Fotos haben einen fast porträtartigen Charakter”, beschreibt es der Künstler. Die Erläuterung trifft es. Die Insekten schauen direkt in die Kamera, sie scheinen zu posieren. Weil Bittner ausschließlich mit Einzelaufnahmen arbeitet, bekommen die Bilder an manchen Stellen eine Unschärfe. Dadurch wirken sie sehr lebendig. Anders als Serienaufnahmen, die dann zu einem Bild zusammengefügt werden und dadurch eine eher unnatürliche Schärfe bekommen.

Bittner nimmt Betrachtende mit seinen Fotos mit in eine „Parallelwelt”, die immer da ist, die man aber normalerweise nicht wahrnimmt. Umso spannender ist es, auf Entdeckungsreise im Makrokosmos zu gehen. „Ich liege viel am Boden”, beschreibt es der Hobbyfotograf und lacht. Das können sich diejenigen, die sich seine Bilder anschauen, ersparen.

Ausstellungen waren nie das Ziel

Etliche seiner Fotos wurden schon ausgezeichnet. „Dabei wollte ich nie fotografieren, um an Wettbewerben teilzunehmen.” Auch Ausstellungen hatte Dr. Klaus Bittner eigentlich nicht auf dem Zettel. Doch vor zwei Jahren hat ein Kunstprofessor aus Istrien die Fotos des Herrieders gesehen und war begeistert. Er überredete Bittner dazu, eine Ausstellung zu machen. Mit Hilfe des Professors und seiner Studierenden entstand eine „regelrechte Kunstinstallation”, erzählt der Ruheständler rückblickend.

Weil die vergrößerten Fotografien dadurch ohnehin schon da waren, fragte er im Brücken-Center an, ob er sie dort nicht ausstellen könnte. Das passte. So kam es dazu, dass die Präsentationsfläche des Einkaufszentrums momentan ein bisschen den Charme einer Frühlingswiese versprüht.

Die Ausstellung „Nah dran – Faszination Makrofotografie” ist Montag bis Samstag jeweils von 8 bis 20 Uhr im Brücken-Center zu sehen. Letzter Ausstellungstag ist am Samstag, 31. Januar.

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