Der Betrieb des städtischen Freibads ausschließlich mit erneuerbaren Energien ist das Ziel der Grünen-Fraktion im Heilsbronner Stadtrat.
„Im Sinne des Klimaschutzes und auch aus wirtschaftlichen Gründen müssen Stadt und Stadtwerke so schnell wie möglich raus aus Kohle, Öl und Gas“, heißt es in ihrem Antrag. Der Stadtrat bremst allerdings und beauftragte die Verwaltung, zunächst die Höhe möglicher Planungskosten zu erfragen.
Allein in diesem Jahr seien etwa 77 Tonnen Kohlendioxid entstanden, weil das Wasser des Freibads ausschließlich mit Gas erwärmt werde, heißt es in dem Antrag. Die Energiekosten im Freibad beliefen sich laut Verwaltung zuletzt auf etwa 45.000 Euro im Jahr. Weiterhin mit Gas zu heizen, sei zu teuer, argumentierte Ratsmitglied Gabi Schaaf. „Wir brauchen eine neue Heizung.“
Wie die aussehen könnte, lässt die Fraktion offen. In Betracht kämen eine Sonnenstromanlage, eine Wärmepumpe, Solarthermie oder eine Anlage, die Luftwärme absorbiert. Das müssten Fachleute prüfen. Schaaf sagte, ihr gehe es auch darum, „das Freibad nutzen zu können, ohne dass die Kosten davonlaufen“.
Der Antrag wurde entgegen der Empfehlung der Verwaltung im Stadtrat zwar nicht abgelehnt, doch gab es Bedenken im Detail. Manfred Huber (CSU) vertrat die Ansicht, dass Wärmepumpe und Solarkollektoren „nicht funktionieren“, weil weite Teile des Freibad-Gebäudes beschattet seien. Außerdem sei das Bad nur vier Monate im Jahr in Betrieb, weshalb die Wirtschaftlichkeit zu hinterfragen sei.
Das Geld wäre besser in der Wärmedämmung von Turnhallen angelegt. Huber regte an, mit dem benachbarten Betreiber einer PV-Anlage zu reden, ob er Strom liefern könnte, um das Duschwasser zu heizen. Ferner sollte überlegt werden, den Badebetrieb schon Ende August einzustellen, um Energie zu sparen.
Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer sprach sich dafür aus, das Thema auf die Haushaltsberatungen zu verschieben. „Allzu viel freie Finanzmasse haben wir nicht“, betonte er. Nach Ansicht von Alois Frank (SPD) sollte in den Haushalt des kommenden Jahres ein Ansatz für die Planungskosten aufgenommen werden.
Letztlich einigte sich der Stadtrat einstimmig darauf, bei Fachplanern die möglichen Planungskosten zu erfragen, mit dem Nachbarn wegen einer Stromlieferung zu sprechen und weitere Entscheidungen den Haushaltsberatungen vorzubehalten. Robert Sturm (CSU) regte an, bei einer Energieplanung auch das neue Baugebiet einzubeziehen, das in der Nähe des Freibads entstehen soll. Dort würde außerhalb der Badezeiten Wärme benötigt.
Aktuell wird das Heilsbronner Freibad ausschließlich mit drei Gaskesseln beheizt, nachdem eine Absorberanlage abgeschaltet werden musste. Auch das früher genutzte Blockheizkraftwerk läuft nicht mehr. Um Personal- und Energiekosten zu sparen, waren 2024 die Öffnungszeiten der Einrichtung eingeschränkt. Das Bad wurde erst um 10 Uhr geöffnet.