Kimi Antonelli ist neuer Formel-1-Weltmeister - mit 20 Jahren und 68 Tagen krönte sich der Italiener von Mercedes zum jüngsten Titelträger seit WM-Beginn 1950. Er löst damit Sebastian Vettel ab, der deutsche Ex-Pilot war 2010 beim ersten seiner insgesamt vier Triumphe über 23 Jahre alt.
Antonelli machte den Titel vier Rennen vor dem Saisonende perfekt. Beim Großen Preis von Mexiko-Stadt belegte er den dritten Platz. Schon Rang neun hätte für den großen Triumph gereicht. Er folgt auf Lando Norris, der im vergangenen Jahr im McLaren den Gipfel erreicht hatte.
Seine ärgsten Verfolger im WM-Klassement vor dem Rennen, Teamkollege George Russell und Rekordweltmeister Lewis Hamilton, können Antonelli nicht mehr einholen. Er ist der 36. Weltmeister in der Formel 1 - und der erste Italiener seit Alberto Ascari. Dieser hatte 1952 und 1953 jeweils den Titel gewonnen. Für den deutschen Mercedes-Rennstall ist es der erste Fahrertitel seit dem Triumph von Hamilton 2020.
Antonelli fährt in diesem Jahr erst seine zweite Saison in der Königsklasse des Motorsports. Er hatte bei Mercedes das Cockpit von Rekordweltmeister Hamilton bekommen, als dieser zur Saison 2025 zu Ferrari gewechselt war.
„Es ist verrückt, wenn man darüber nachdenkt, aber genau deswegen denke ich nicht daran“, hatte Antonelli schon zu Beginn des Rennwochenendes zuletzt im US-Bundesstaat Texas betont: „Es wäre ein Traum.“
In Austin hatte er mit seinem neunten Saisonsieg zwar alles für die Krönung getan, Russell und Hamilton, die nicht über die Plätze neun und fünf hinauskommen durften, wurden aber Achter und Vierter. Dennoch wuchs Antonellis Vorsprung auf 123 bzw. 124 Punkte auf Russell und Hamilton im Klassement.
In Mexiko-Stadt hatte er am Donnerstag noch an der Strecke beim Medientag gefehlt - er habe sich nicht ganz fit gefühlt. In der Qualifikation profitierte Antonelli von einer Strafe gegen Red-Bull-Pilot Max Verstappen und durfte dann von Platz vier starten. Im Rennen verzögerte eine rund 40 Minuten lange Unterbrechung nach einem Crash von Cadillac-Pilot Valtteri Bottas seine Titel-Party. Nach dem Neustart blieb er cool und raste auf das Podium.
Mit neun Grand-Prix-Siegen in diesem Jahr dominierte Antonelli die Formel 1. Er lernte rasend schnell aus Fehlern in seinem ersten Jahr, Teamchef Toto Wolff bezeichnete ihn schon als „KI-Agenten“. Nun ist er Weltmeister.
© dpa-infocom, dpa:261101-930-928809/1