Das Hallenbad Aquella wird in diesem Sommer für mehrere Wochen schließen müssen. Das hat Stadtwerke-Chefin Dr. Branka Rogulic gegenüber der FLZ angekündigt. Der Hintergrund ist eine dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahme.
Für die Betonsanierung an den Becken werden die sonst üblichen zwei bis drei Revisionswochen in den Sommerferien nicht ausreichen, kündigte die Geschäftsführerin an. Sie geht derzeit von etwa sechs Wochen aus, die die Bauarbeiten dauern werden. In dieser Zeit steht das Hallenbad logischerweise nicht für Badegäste zur Verfügung. Die Maßnahme könne auch nicht länger hinausgezögert werden, so Rogulic. Täglich gehen aufgrund undichter Becken mehrere Kubikmeter Wasser verloren.
Viele Details seien noch nicht geklärt. Rogulic: „Wir suchen noch nach den Fachplanern.“ Erst mit den Experten an Bord könnten dann die genauen Schritte festgelegt werden. Diese müssen dann natürlich auch mit der Stadt abgestimmt werden. „Und: Wir müssen auch noch schauen, wie wir das finanzieren.“
Betreiber des Hallenbades ist die Ansbacher Bäder- und Verkehrs-GmbH (ABuV), die zum Stadtwerke-Konstrukt gehört. Eigentlich war geplant, das Aquella mit einem Millionenbetrag von Grund auf zu sanieren. 18,5 Millionen Euro standen dafür zuletzt als geschätzte Kosten im Raum. Das war Ende 2023. „Das wird inzwischen nicht mehr reichen“, räumt Rogulic mit Blick auf die gestiegenen Kosten im Bausektor ein.
Stadt und Stadtwerke hatten auf einen hohen Zuschuss aus einem Förderprogramm des Bundes gehofft. Aber: Ansbach ging leer aus. So wie zuvor schon bei zwei anderen Förderprogrammen. Ohne die Zuschüsse wird die vorgesehene Modernisierung nicht zu machen sein, hatte es im Stadtrat und seinen Ausschüssen immer wieder geheißen. Es gab mehrere Beschlüsse für eine umfassende Sanierung – immer gekoppelt an Geld vom Bund.
„Wir wollen auf jeden Fall das Aquella als ein Highlight für Ansbach erhalten“, versicherte Stadtwerke-Chefin Rogulic. Allerdings sei damit ganz eng die Frage verbunden: „Wie stemmen wir das finanziell?“
Neben den undichten Becken sind auch die energetischen Verluste im Aquella ein Thema, über das man sich bei ABuV Gedanken macht. Im Stadtrat stehen vor allem die Grünen dafür ein, eine grundsätzliche Sanierung mit einer energetischen zu verknüpfen, um die Kosten des laufenden Betriebs zu senken.
Öffentliche Schwimmbäder werden in der Regel alle 20 bis 30 Jahre komplett saniert. Das Aquella ist Ende der 1980er-Jahre in seiner jetzigen Form eröffnet worden und liegt damit bereits deutlich über dem Durchschnittswert. Angedacht ist unter anderem ein Umzug des Kleinkindbereichs, um ihn für die Badeaufsicht besser einsehbar zu machen. Dafür müsste das Hallenbad allerdings vergrößert werden.