Die Rokoko-Festspiele lassen die Besucher in das 18. Jahrhundert und die Blütezeit des Markgrafen eintauchen. 2025 wird die Veranstaltung 75. Jahre alt. Dieses Jubiläum wollen die Organisatoren vom 28. Juni bis zum 6. Juli mit einem neuntägigen Programm feiern. Zur weiteren Zukunft der Festspiele äußerte sich die Stadt nur vage.
Kulturreferentin Nadja Wilhelm kündigte bei der Vorstellung ein Programm an, „dass wir in dieser Form noch nicht hatten“. Der Kartenverkauf dafür läuft bereits. Ihr Ansinnen ist es, die Geschichte Ansbachs, die in vielen Winkeln der Stadt präsent ist, den Bürgern und Gästen näherzubringen. Es gehe darum, eine Identifikation damit zu schaffen.
Damit dies gelingt, haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, das neuntägige Programm über die ganze Stadt zu verteilen. Neben den klassischen Standorten wie der markgräflichen Residenz und dem Hofgarten werden Veranstaltungen etwa auch auf dem Martin-Luther-Platz, im Vereinsheim des Heimatvereins, im Gymnasium Carolinum oder im Café am Schloss verortet sein.
Nadja Wilhelm will auch Menschen mit den Festspielen erreichen, die sich nicht bewusst für eine Veranstaltung entschieden haben. Deshalb wurde der Eröffnungstag auf einen Samstag gelegt. So soll auch der Wochenmarkt auf dem Martin-Luther-Platz in die Veranstaltungen integriert werden. Geplant sind beispielsweise ein Markttreiben aus dem 18. Jahrhundert, Fechteinlagen und eine kleine Komödie.
Wer durch das Programmheft blättert, „wird beeindruckt sein“, betonte Oberbürgermeister Thomas Deffner. Insgesamt 44 Veranstaltungen sind darin enthalten. Diese reichen von Führungen und Vorträgen über Konzerte und Tanzvorführungen bis hin zu den klassischen Rokoko-Formaten wie „Geladen beim Markgrafen“ oder der „Fürstlichen Gartenlust“. Das Thema Rokoko „wird dieses Mal breit und in allen Facetten beleuchtet“, führte Deffner aus. Auch die Wiedereröffnung des Herrieder Tores ist in das Programm der Festspiele integriert, betonte der OB.
Einblicke gewährt zum Beispiel auch der Heimatverein in sein Vereinsheim und den Fundus an Kostümen, Uniformen und Perücken. Apropos Heimatverein: Dieser wird laut Deffner während des Jubiläums so oft zu sehen sein, „wie vermutlich noch nie zuvor in einem zusammenhängenden Zeitraum“. Kein Wunder, sind die Mitglieder doch ausgewiesene Experten, wenn es darum geht, den Flair des Barocks zu neuem Leben zu erwecken.
Neu ist zum Beispiel der Punkt „Rokoko-After-Work“. Dabei handelt es sich um ein Tasting von Gin, Weinbränden, Whiskey und Rum, wie sie schon am Hof der Markgrafen getrunken wurden. Ebenfalls Premiere feiert ein Rokoko-Casino-Abend. Dabei können die Teilnehmer dem Glückspiel an Fürstenhöfen aus dem 18. Jahrhundert frönen – freilich nur mit Spielgeld und unter den Augen des Markgrafen.
Als einen der Höhepunkte hob Nadja Wilhelm das Gymnasium Carolinum hervor. Dieses öffnet die eigene historische Bibliothek für die Besucher. Auch die Staatliche Bibliothek wartet mit Schätzen aus der Vergangenheit auf. Bei „Geladen beim Markgrafen“ geht es um ein Lichterfest anlässlich des Besuchs des Königs aus Preußen. Hier wird unter anderem der Heimatverein die Besucher mit seinen historischen Tänzen erfreuen. Der Programmpunkt findet in Kooperation mit dem Theater Ansbach statt. Den Abschluss der Festspiele bildet derweil die „Fürstliche Gartenlust“ – inklusive Kutschfahrten im Hofgarten.
Für Nadja Wilhelm steht fest, dass dieses Programm eines Jubiläums würdig ist. „So stelle ich mir Festspiele vor, auch in der Zukunft.“ In welchem Turnus das geschehen wird, dazu äußerte sie sich nicht. Nur so viel: Die Finanzierung müsse man mit dem Stadtrat diskutieren.