Die deutschen Goalballer sind bei der Europameisterschaft im Viertelfinale ausgeschieden. Die Mannschaft um den Ansbacher Fabian Diehm und Thomas Steiger aus Diebach unterlag Israel mit 6:8 (Halbzeit 2:4).
„Wir wissen sehr wohl, dass dort viele gute Teams vor Ort sein werden, die einen in einem Viertelfinale zum Stolpern bringen können“, sagte Bundestrainer Stefan Weil vor dem Turnier. Als hätte er eine Ahnung gehabt.
Statt weiter vom Ticket für die Paralympics zu träumen, saßen die Deutschen schon nach dem ersten Spiel der Endrunde deprimiert auf dem Hallenboden, während die Israelis den Halbfinaleinzug feierten. Sie hatten bei ihren Würfen mit dem gut ein Kilogramm schweren Klingelball auf das neun Meter breite Tor mehr Lücken in der gegnerischen Abwehr gefunden.
Die deutschen Männer haderten im Verde Complex, wenige Kilometer außerhalb von Podgorica gelegen, mit der Chancenverwertung. Latte, Pfosten, ein vergebener Penalty, die Angriffsleistung war in der Summe zu dürftig, um über den Vorrundendritten zu triumphieren.
Deutschland ging das Spiel ohne Steiger im Aufgebot und dafür mit dem Chemnitzer Dreierblock, bestehend aus Oliver Hörauf, Felix Rogge und Rouven Schetelich als Startformation an. Und musste ständig einem Rückstand hinterherlaufen.
Den 2:0-Vorsprung aus der Startphase verteidigte Israel eisern. Näher als auf ein Tor kam Deutschland nicht heran (2:3, 4:5). Der Treffer zum 6:8 zwei Minuten vor Schluss sorgte nochmals für Hoffnung, doch weder mit Auszeiten noch Wechseln gelang dem deutschen Team die Wende. Diehm kam zehn Minuten vor Schluss aufs Feld und zeigte auf der zentralen Position einige gute Abwehraktionen. Ein Tor gelang dem Center nicht.
Das Turnier in Montenegro war die letzte Chance, ein Ticket für die Paralympics im kommenden Jahr zu ergattern. Nur der Sieger qualifiziert sich für Paris.
Durch die Reduzierung des Teilnehmerfeldes von zehn auf acht Teams ist es für die Kontinente mit einem großen und ausgeglichenen Teilnehmerfeld wesentlich schwerer geworden, sich für die Paralympics zu qualifizieren.
In der Vorrunde hatte sich Deutschland mit drei Siegen und einer Niederlage als Gruppenzweiter souverän für die K.-o.-Runde qualifiziert.
Gegen den hohen Favoriten und späteren Gruppensieger Litauen gab es zum Auftakt nach einem Spiel mit vielen Wendungen eine 5:6-Niederlage. Es folgte ein 8:0 über Belgien, zu dem Diehm zwei Tore und Steiger eines beitrug. Griechenland wurde mit 9:6 besiegt und richtig in Torlaune präsentierte sich der Europameister von 2019 beim 14:5 gegen Großbritannien. Zwei Treffer gingen auf das Konto von Steiger, der gemeinsam mit Diehm im Team von RGC Hansa Rostock diese Saison den Titel in der Bundesliga und den Pokal gewonnen hatte.