Den Pokal hat der Ansbacher Goalballer Fabian Diehm in diesem Jahr wieder in die Höhe gestemmt, in der Bundesliga klappte die Titelverteidigung nicht – trotz Heimvorteil und viel Unterstützung.
Chemnitz, Marburg, Rostock und zum Abschluss Nürnberg waren die Bundesliga-Spielorte diese Saison und natürlich nutzten Freunde und Familie von Diehm die Chance, den Nationalspieler live im nahen Nürnberg zu sehen.
Etwas weiter war der Weg für die rund 60 Fans aus Rostock, die den RGC Hansa im Saisonfinale unterstützten. Sie sahen im entscheidenden Spiel eine enorme Aufholjagd ihrer Mannschaft, die gegen Chemnitz gewinnen musste, um den Titel zu verteidigen. Die Sachsen lagen zur Halbzeit mit 8:4 vorn und führten dann sogar mit 12:5. Der RGC zeigte Kampfgeist und kam bis 26 Sekunden vor Schluss auf 13:14 heran. Mehr war nicht drin und so landete Rostock diesmal in der Abschlusstabelle auf Rang zwei hinter Chemnitz, das mit zehn Siegen aus zehn Spielen eine optimale Saison spielte.
„Wir haben zweimal knapp gegen Chemnitz verloren, das verdient den Titel geholt hat“, sagt Diehm, dessen Vertrag mit den Rostockern noch ein weiteres Jahr läuft.
Mehrmals pro Jahr setzt er sich in den Zug Richtung Ostsee, um mit den Kollegen zu trainieren, die meiste Zeit allerdings übt der in einer Ansbacher Praxis angestellte Physiotherapeut allein daheim in der Lehrberger Sporthalle. 25 Tore erzielte Diehm in der Liga. Der aus Diebach bei Rothenburg stammende Thomas Steiger, der ebenfalls für Rostock spielt, kam auf 13 Treffer.
Besser als in der Liga lief es für Rostock im Pokal. Beim Finalturnier in Hamburg fehlte Steiger, dennoch holte Hansa erneut den goldenen Pott. Viertel- und Halbfinale gewannen die Rostocker jeweils mit zehn Toren Differenz. Das Endspiel gegen Blista Marburg entschieden die Rostocker durch eine konzentrierte Leistung mit 9:6 für sich. Bei der Siegerehrung dann Goldkonfetti, Medaillen, Pokal.
Ähnliche Szenen haben Diehm und Steiger bei der Nationalmannschaft zuletzt nicht erlebt. Für die Paralympics in Paris konnte sich das deutsche Männerteam nicht qualifizieren. Das nächste Ziel für die Auswahl ist die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Finnland. Und wenn es ganz gut läuft, erlebt Diehm 2028 in Los Angeles nach Tokio 2020 seine zweiten Spiele. „Bis dahin ist natürlich noch sehr viel Zeit“, sagt Diehm, „aber wir werden alles versuchen, um uns zu qualifizieren.“
Goalball ist ein Mannschaftssport für Menschen mit Sehbehinderung. Auf einem 18 mal neun Meter großen Spielfeld stehen sich zwei Teams mit jeweils drei Spielern gegenüber und versuchen, einen Klingelball ins gegnerische Tor zu werfen, das die komplette Breite des Spielfeldes einnimmt. Zwecks Chancengleichheit tragen alle Spieler eine Dunkelbrille. In Deutschland wurde 2013 eine Bundesliga eingeführt.