Ansbach will den Stadtteil Kammerforst leiser machen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.11.2025 19:25

Ansbach will den Stadtteil Kammerforst leiser machen

Das ungeliebte Kleinpflaster in der Ortsdurchfahrt in Kammerforst soll im kommenden Jahr verschwinden, wenn es nach dem Willen der Stadt Ansbach geht. (Foto: Winfried Vennemann)
Das ungeliebte Kleinpflaster in der Ortsdurchfahrt in Kammerforst soll im kommenden Jahr verschwinden, wenn es nach dem Willen der Stadt Ansbach geht. (Foto: Winfried Vennemann)
Das ungeliebte Kleinpflaster in der Ortsdurchfahrt in Kammerforst soll im kommenden Jahr verschwinden, wenn es nach dem Willen der Stadt Ansbach geht. (Foto: Winfried Vennemann)

Seit vielen Jahrzehnten sind die Anwohner des Ansbacher Stadtteils Kammerforst vom Lärm genervt, wenn Autos und Lastwagen über das kleinteilige Pflaster der Ortsdurchfahrt rollen. Die Stadt möchte Abhilfe schaffen, wartet aber noch auf grünes Licht vom Freistaat.

Als die steile Urlasstraße in den Jahren 2020 bis 2022 saniert wurde, machten die Asphaltierungsmaschinen kurz hinter dem Kammerforster Ortsschild Halt, denn die Sanierung der Ortsdurchfahrt war für das Jahr 2024 geplant – auch weil gleichzeitig mit der Straßensanierung die großen Rohre für den Starkregenkanal zur Rezat im Untergrund versenkt werden sollten.

Doch dann bekam Ansbachs Kämmerer Christian Jakobs ein Problem mit der Regierung von Mittelfranken, die ihm die Genehmigung des Haushaltes 2024 versagte. Sparen war angesagt, und es traf die Kammerforster Ortsdurchfahrt, die nicht nur aus dem Haushalt, sondern auch gleich aus der mittelfristigen Finanzplanung flog. Aktuell ist der Umbau – laut den Planungen von 2024 immerhin für 1,7 Millionen Euro – für das Jahr 2028 vorgesehen.

400 Quadratmeter Straße

Die Lärmbelastung sorgt im Ortsteil also weiterhin für anhaltenden Unmut, wie auf der jüngsten Stadtteilversammlung für den Ansbacher Osten deutlich wurde. Drängender wurde das Problem offenbar auch, weil ein gastronomischer Lieferbetrieb im Ort für zusätzlichen Verkehr sorgt, wie Kammerforster Bürgerinnen und Bürger in der Versammlung erklärten. Oberbürgermeister Thomas Deffner kündigte immerhin an, man plane, das gepflasterte Stück Straße im Dorf schon vor der großen Umbaumaßnahme zu asphaltieren.

Auf Anfrage der FLZ erklärte Anne Ziegler vom Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters, es gehe um rund 400 Quadratmeter kleinteiliges Pflaster, die ausgebaggert und durch eine Asphaltdecke ersetzt werden sollen. Die Maßnahme werde zwischen 50.000 und 60.000 Euro kosten, so Ziegler. Die Bauarbeiten seien für kommendes Jahr geplant.

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Der Teufel steckt im Detail

Doch der Teufel steckt wieder einmal im Detail. Es geht nicht darum, ob man diese fünfstellige Summe im über 200 Millionen Euro großen Haushalt 2026 unterbringt. Es geht darum, ob diese Maßnahme eventuell die Förderung des großen Umbaus 2028 durch den Freistaat gefährden könnte. Die Anfrage der Stadt bei der Regierung von Mittelfranken läuft.

Pikantes Detail aus der Geschichte: Eigentlich hätten die Urlasstraße und mit ihr die Kammerforster Ortsdurchfahrt bereits 1957 asphaltiert werden sollen. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Übungsgelände am Urlas – einst Exerzier-Areal der Ulanen – von der US-Armee genutzt, und regelmäßig rollten die amerikanischen Panzer von der Hindenburgkaserne über die Urlasstraße. Dem war die Straße natürlich nicht gewachsen, und es bildeten sich immer wieder große Schlaglöcher.

Doch als man die Straße deshalb vor 68 Jahren asphaltieren wollte, stieß man auf den Widerstand der Landwirte aus Kammerforst, Grüb und Wengenstadt. Sie befürchteten, dass ihre Pferdefuhrwerke auf der steilen Straße hinunter ins Rezattal ins Rutschen geraten könnten. So bekam die Straße ein kleinteiliges Pflaster, in dessen Fugen die Hufe der Pferde auch im Winter Halt fanden.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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