Die US-Streitkräfte bauen ihre Präsenz in Ansbach aus. Rund 1000 zusätzliche Soldaten und ihre Familien lassen die Zahl der Amerikaner auf 12.000 wachsen. Etwa 600 GIs sollen in der Barton-Kaserne an der Meinhardswindener Straße stationiert werden. Dazu baut die US-Armee den Standort bis 2030 für über 300 Millionen Dollar zu einer modernen Militär-Basis um.
Mit einer kleinen Zeremonie übergab Garnisons-Kommandeur Oberst Aaron Dixon jetzt das erste renovierte Gebäude an den Kommandeur der 7. Pionier-Brigade, Oberst Kyle Moulton. In dem für 2,3 Millionen Dollar umgebauten Komplex wird das Hauptquartier der Brigade untergebracht, rund 200 Soldaten sollen hier Dienst tun.
Ungleich größer ist die zweite zusätzliche Einheit, das 1st Battalion, 57th Air Defense Artillery Regiment (1-5/7 ADAR) mit 400 Soldaten, eine Luftabwehreinheit, die die Nato-Truppen in Europa und Afrika vor Bedrohungen aus der Luft schützen soll.
Diese Truppen finden noch eine Kaserne vor, die über viele Jahre im Dornröschenschlaf war und 2021 eigentlich an die deutschen Eigentümer zurückgegeben werden sollte. Aufgrund der durch die Ukraine-Krise veränderten geopolitischen Lage wurde diese Entscheidung in Washington rückgängig gemacht. Jetzt steht in den nächsten sechs Jahren der Umbau des Standortes an.
Bereits im Gange sind mehrere kleine Projekte wie der Umbau eines Gebäudes für einen Lebensmittelkiosk, die Einrichtung eines Waschbereichs in einem bestehenden Gebäude und die Modernisierung des Fitness-Centers für insgesamt sechs Millionen Dollar.
Als Nächstes steht im August der Abriss eines Tanklagers und einer Tankstelle an – einschließlich der Entsorgung des kontaminierten Bodens. Die Beseitigung des verseuchten Erdreichs werde rund fünf Millionen Dollar kosten und unter Aufsicht des Staatlichen Bauamts Nürnberg vonstatten gehen, versicherte Garnisonssprecherin Gerlinde Hoyle.
Auf dem freiwerdenden Areal wird ab Herbst 2026 eine über 100 Meter lange Wartungshalle für die rund 850 Fahrzeuge der beiden Einheiten errichtet. Rund 80 Millionen Dollar wird das kosten. Größter Brocken ist der Bau von zwei Truppen-Unterkünften für rund 260 GIs ohne Familie, der im Frühjahr und Herbst 2025 beginnen soll und etwa 200 Millionen Dollar kosten wird.
Danach steht noch die Renovierung zweier bestehender, vierstöckiger Gebäude an, die das Hauptquartier der Luftabwehr-Einheit aufnehmen sollen. An Baukosten sind hier geschätzte 22 Millionen Dollar angesetzt. Parallel zu diesen Bauarbeiten wird die Wasserversorgung der Kaserne für geschätzte 2,5 Millionen Dollar auf ein Trennsystem umgestellt.
Alle Bauprojekte über 7,5 Millionen Dollar müssten in Washington bewilligt werden, erklärte die Armee-Sprecherin, für das eine oder andere Projekt stehe die Kostenzusage noch aus. Was aber wohl nur noch Formsache ist, „denn die Einheiten sind ja schon da, es geht gar nicht mehr anders“, so Hoyle. Bis die neuen Unterkünfte fertig seien, müsse man eben „zusammenrücken“.
Man werde wohl für den Baustellenverkehr ein provisorisches Kasernentor einrichten, um den Haupteingang zu entlasten, so Torger Torgersen von der Liegenschafts-Abteilung der Garnison. Bis 2029 oder 2030 würden 90 Prozent der Gebäude und Einrichtungen der Barton-Kaserne neu sein, erklärte Torgersen.
In der Mitte der Kaserne, wo sich jetzt noch ein riesiger Parkplatz befindet, werde es eine ausgedehnte Grünfläche geben, um die sich die Truppen-Unterkünfte und die Gebäude für Soldaten mit Familien gruppieren. Das Ganze wird eine Fußgängerzone, die Fahrzeuge der Truppe sollen ein ausgegliederter Parkplatz und ein Parkhaus aufnehmen.