Das Aquella-Freizeitbad in den Sommermonaten schließen, um Kosten zu sparen? Diese Idee brachten die Grünen im Stadtrat ein. Prompt kam Kritik von einigen Vereinen. Die Ansbacher Bäder- und Verkehrs-GmbH (ABuV) erklärt jetzt, warum der Vorschlag mehr schaden könne, als dass er einen Nutzen bringt.
Stadträtin Sabine Stein-Hoberg machte diesen Vorschlag, als das Gremium in nicht öffentlicher Sitzung über Kürzungen im Ansbacher Busverkehr beriet. „Mein Vorschlag richtete sich auf die Prüfung der Optionen einer möglichen zumindest bereichsweisen Schließung in wenigen Wochen im Sommer“, wurde Stein-Hoberg in einer Pressemitteilung der Grünen-Stadtratsfraktion zitiert.
Die ABuV betreiben gemäß der Mitteilung die beiden Bäder und die Stadtbusse. „Die zu tragenden Kosten entstehen durch beide Bereiche.“ Es sollte transparent gemacht werden, ob und welche Einsparmöglichkeiten es gibt. Aus Sicht der Grünen ist die Entscheidung, bei den Bussen Kürzungen vorzunehmen, überhastet und mit zu wenig Fakten getroffen worden.
„Selbstverständlich muss der Schwimmunterricht gesichert sein. Nach wie vor halten die Grünen eine gründliche Sanierung des Aquella und damit verbundene Energieeinsparungen für den besten und zukunftsweisenden Weg“, wird in der Mitteilung betont.
Dass über Einsparmöglichkeiten diskutiert wird, ist einerseits legitim. Andererseits ruft dies auch immer wieder Kritik hervor – so wie jetzt geschehen. „Mit Erschrecken stellen wir fest, dass im Stadtrat die Idee diskutiert wird, das Aquella in den Sommermonaten zu schließen“, heißt es in einem Schreiben des TSV 1860 Ansbach an die Stadträte. „Dies würde bei den ohnehin zu geringen Wasserflächen in der Stadt zu drastischen Einschränkungen im Vereinssport führen.“ Auch der Betrieb von Schwimmkursen wäre laut dem Schreiben nicht mehr möglich.
„Allein bei der DLRG würde dies bedeuten, dass 16 bis 32 Kinder weniger im Sommer das Schwimmen erlernen würden.“ Deshalb könne man vor solchen Überlegungen nur warnen.
Das Aquella dient den Bürgern, Vereinen und Schulen ganzjährig und wetterunabhängig als Freizeiteinrichtung und Sportstätte, wie ABuV-Sprecher Robert Hlava auf Nachfrage mitteilt. Eine Schließung im Sommer „hätte den Verlust einer attraktiven Freizeitstätte für Familien zur Folge“. Für das Schul- und Vereinsschwimmen sowie für Schwimmkurse würde das zudem einen großen Einschnitt bedeuten. „Sie müssten zum Großteil entfallen und wären nur noch in einem sehr begrenzten Umfang im Freibad möglich“, erklärt Hlava. „Gleiches gilt für Wasser-, Gesundheits- und Sportkurse.“
All das würde aus Sicht der ABuV einen Imageverlust für die Stadt bedeuten. Außerdem wäre dann damit zu rechnen, dass Besucher in andere Bäder abwandern – mit Auswirkungen auf die Wintermonate. „Weniger Badegäste bedeuten auch weniger Einnahmen.“ Was man bei den Überlegungen zudem bedenken muss: „Eine längere Außerbetriebnahme technischer Anlagen kann zu hohen Schäden führen“, führt Hlava aus. Die Badewassertechnik im Aquella zum Beispiel stamme zum großen Teil aus dem Jahr 1989.
Grundsätzlich macht die ABuV klar, dass der Betrieb von Bädern ein Teil der kommunalen Daseinsvorsorge ist. „Ihre Bedeutung für die Gesundheit, Fitness, Erholung und den Spaß der Bürger ist unbestritten.“ Der Betrieb sei in der Regel nicht kostendeckend möglich. Die Kommune müsse entscheiden, welche finanziellen Mittel sie zur Verfügung stellen will oder kann.
Zu beachten ist der ABuV zufolge auch, dass das Aquella auch im Sommer gut besucht wird. Der verregnete August war sogar der besucherstärkste Monat 2023. Im zurückliegenden Jahr hat das Bad sogar die Schallmauer von 200.000 Besuchern durchbrochen. Eine derart hohe Zahl habe es zuletzt 2007 gegeben.