Anna-Petra Vogel von einem Betrieb aus Altershausen ist Bayerns beste Stuckateurin | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 10.02.2026 20:55

Anna-Petra Vogel von einem Betrieb aus Altershausen ist Bayerns beste Stuckateurin

Jonathan Stirnweiß ist stolz auf Anna-Petra Vogel. Sie räumte bei den Prüfungen richtig ab und wurde Beste in Mittelfranken, Bayern und Zweite auf Bundesebene im Stuckateurhandwerk. (Foto: Christa Frühwald)
Jonathan Stirnweiß ist stolz auf Anna-Petra Vogel. Sie räumte bei den Prüfungen richtig ab und wurde Beste in Mittelfranken, Bayern und Zweite auf Bundesebene im Stuckateurhandwerk. (Foto: Christa Frühwald)
Jonathan Stirnweiß ist stolz auf Anna-Petra Vogel. Sie räumte bei den Prüfungen richtig ab und wurde Beste in Mittelfranken, Bayern und Zweite auf Bundesebene im Stuckateurhandwerk. (Foto: Christa Frühwald)

Anna-Petra Vogel ist Stuckateurin – und was für eine: Sie darf sich als Beste ihres Fachs in Mittelfranken und Bayern bezeichnen und als deutsche Vizemeisterin. Seit Herbst 2025 ist die junge Frau Gesellin in ihrem Ausbildungsbetrieb, der Firma Stirnweiß in Altershausen. Demnächst will sie die Meisterschule besuchen.

Den Gesellinnenbrief hat sie seit einigen Monaten in der Tasche, doch das war eigentlich eine Selbstverständlichkeit für die Hochbegabte. Weit weniger selbstverständlich waren ihre Prüfungsergebnisse. Sie wurde zunächst als Siegerin der Handwerkskammer in Mittelfranken ausgezeichnet und anschließend auch zur bayerischen Landessiegerin gekürt. Deutschlandweit reichte es zu Rang 2 – eine Leistung, auf die ihre Chefs und Ausbilder, Jonathan und Norbert Stirnweiß in Altershausen, extrem stolz sind. Anna-Petra Vogel ihrerseits schwärmt nicht nur von ihrem Traumberuf, sondern auch von ihrem Lehrbetrieb.

Anna-Petra wollte keine Vorzugsbehandlung

Lange, so erzählt sie, habe sie gar nicht gewusst, welchen Beruf sie eigentlich erlernen möchte. Der Freund ihrer Mutter war schließlich der entscheidende Faktor: Der „Stiefvater in spe” besitzt einen Stuckateur-Betrieb und konnte Anna-Petra für den Beruf begeistern. Bei ihm selbst allerdings wollte sie nicht lernen, um im Familienunternehmen keine Vorzugsbehandlung zu erfahren.

Anna-Petra Vogel stammt aus Oberfranken, genauer gesagt aus dem Landkreis Hof. Da sie jedoch im gesamten heimatlichen Regierungsbezirk keinen für sie passenden Ausbildungsplatz fand, verschlug es sie nach Mittelfranken. In Altershausen fühlt sich die junge Frau pudelwohl. Sie fand eine kleine Wohnung und wurde sofort ins Dorfleben integriert.

Wenn die Stuckateur-Gesellin von ihrer Arbeit spricht, leuchten ihre Augen. Männerdomäne hin oder her, sie fühlt sich pudelwohl in ihrem Job. Es sei zwar ein körperlich anstrengender Beruf, aber daran habe sie sich schnell gewöhnt, erzählt sie. Für sie ist es durchaus nicht unwichtig, dass man am Ende eines Arbeitstages sehr genau erkennen kann, was man geleistet hat, auch das sei eine Art Belohnung. Schließlich verleihen sie und ihre Kollegen den Häusern und Räumen ihr individuelles Aussehen, sei es im Innenausbau oder bei der Arbeit an der Fassade. Anna-Petra kennt sich vor allem aus in den Bereichen Wärmedämmung, Trockenbaukonstruktionen, Altbausanierung und dekorative Oberflächen – das sind ihre Schwerpunkte.

Das könnte Sie auch interessieren
Personelle Neuausrichtung beim Bürgerbündnis Stadt und Land Wassertrüdingen50.000 Euro-Projekt: Spielplatz in Segringen lockt mit vielfältigen MöglichkeitenDer 75. Kirchentag am Hesselberg: So vielseitig war das NachmittagsprogrammWechselhafte Geschichte: Feuerwehr Ermetzhofen feiert 150-jähriges BestehenFriedliches Pfingstwochenende: Polizei Dinkelsbühl zieht positive BilanzGrund- und Mittelschule Schillingsfürst: Lesung für die Fantasie„Fang mer ou”: Die neue Rathauschefin von Geslau legt mit einem Mundartsatz losGroße Verabschiedungsfeier für Bürgermeister Karl Fickel in GerolfingenBier-Fest zum Brauerei-Jubiläum zog in Dinkelsbühl viele Menschen an150 Jahre Henkel: Buntes Familienfest am Unternehmensstandort WassertrüdingenNeustadt/Aisch: Der Jazzchor von Susanne Schönwiese ist jetzt GeschichteEnsembles der Städtischen Musikschule Ansbach mit buntem Mix in zwei KonzertenSchlossfest Dietenhofen: Warum der Mut zum Open Air belohnt wurdeCarolinum Ansbach: Immer der Nase nach – Hundetraining zwischen KlassenzimmernUnterstützung für Waisenkinder in Kenia: Verein Havilah Hope setzt Engagement fort

Jetzt im Nationalteam der Stuckateure

Tatsächlich allerdings könnte sich Anna-Petra Vogel mittlerweile wohl ein ganzes Häuschen selbst bauen. Denn zum Unterricht in Theorie und Praxis gehörten auch das Fliesenlegen, Mauern und das Erstellen des Dachstuhles. Nach drei Jahren Ausbildung mit Blockunterricht ist Anna-Petra Vogel sattelfest, zumal sie auch die Handwerksmathematik aus dem Effeff beherrscht, inklusive des technischen Zeichnens: Stuckateurin ist ein vielseitiger Beruf.

Mittlerweile ist sie im Nationalteam der deutschen Stuckateure angekommen und fährt ein Auto mit dem Logo ihres Handwerks für ein Jahr kostenlos. Sie weiß, dass ihre hervorragenden Leistungen nicht von ungefähr kommen, denn die Firma Stirnweiß ist der einzige Betrieb in der Bundesrepublik, der schon dreimal bundesweit ausgezeichnete Lehrlinge hatte. „Das ist hier ein super Team”, schwärmt Vogel. Die Nachfrage, ob sie als junge Frau auf dem Bau nicht untergehe, verneint sie entschieden: Der Ton sei längst nicht mehr so schroff, wie er früher wohl gewesen sein soll, und Jonathan Stirnweiß, einst selbst schon Deutschlands bester Stuckateur-Geselle, bestätigt mit einem leicht ironischen Augenzwinkern: Doch, doch – auf dem Gerüst werde heute auch schon mal „Bitte” und „Danke” gesagt.

Übrigens: Die Berufskleidung der Frauen unterscheidet sich bei Anna-Petra Vogels Handwerk ein wenig von jener der Männer: Die Oberteile haben ein pinkfarbenes Logo. Und wenn es ihr irgendwie gelingen sollte, zwei weitere weibliche Auszubildende für die Firma Stirnweiß zu begeistern, dann würde der Chef extra für die jungen Frauen einen passenden Sprinter kaufen: in knalligem Pink. Versprochen.

north