Amateurfunk: Neue DARC-Gruppe in Westmittelfranken | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.03.2023 10:10

Amateurfunk: Neue DARC-Gruppe in Westmittelfranken

Peter Pfisterer (links) und Michael Moller zählen zu den Gründungsmitgliedern der neuen Ortsgruppe Westmittelfranken im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC). Die Vereinsmitglieder treffen sich monatlich im Gasthof Linden im gleichnamigen Windelsbacher Ortsteil, um von ihrem Schwarmwissen zu profitieren. (Foto: Kristina Schmidl)
Peter Pfisterer (links) und Michael Moller zählen zu den Gründungsmitgliedern der neuen Ortsgruppe Westmittelfranken im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC). Die Vereinsmitglieder treffen sich monatlich im Gasthof Linden im gleichnamigen Windelsbacher Ortsteil, um von ihrem Schwarmwissen zu profitieren. (Foto: Kristina Schmidl)
Peter Pfisterer (links) und Michael Moller zählen zu den Gründungsmitgliedern der neuen Ortsgruppe Westmittelfranken im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC). Die Vereinsmitglieder treffen sich monatlich im Gasthof Linden im gleichnamigen Windelsbacher Ortsteil, um von ihrem Schwarmwissen zu profitieren. (Foto: Kristina Schmidl)

Peter Pfisterer aus Diebach und Michael Moller aus Rothenburg frönen dem Hobby des Amateurfunkens. Sie sind seit vielen Jahren Mitglieder im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC). Um nicht mehr gar so weite Fahrtwege zu Vereinstreffen in Kauf nehmen zu müssen, ist auf ihre Initiative eine neue Ortsgruppe Westmittelfranken gegründet worden.

Die neue Ortsgruppe Westmittelfranken im Deutschen Amateur-Radio Club trifft sich an jedem letzten Freitag im Monat um 19.30 Uhr im Gasthof Linden im Windelsbacher Ortsteil Linden. Sie wurde am 27. Januar mit neun Mitgliedern gegründet. „Mittlerweile sind wir aber schon 14“, sagt Michael Moller. Die Gruppe besteht aus Männern und Frauen aller Altersklassen. Sie stammen aus Rothenburg, Diebach, Adelshofen, Wettringen, Burgbernheim, Werneck, Würzburg, Weißenburg und Eichstätt.

Humanitäre Hilfe im Katastrophenfall

Was sie verbindet, ist ihr Interesse an Technik, der Wille stets etwas dazuzulernen, sich mit anderen Menschen über Landesgrenzen hinweg auszutauschen und im Katastrophenfall humanitäre Hilfe per Funk leisten zu können.

Michael Moller und Peter Pfisterer haben ihr Interesse am Funken schon in jungen Jahren entdeckt. „Bereits als Kind habe ich Mamas Küchenradio auseinandergenommen, seine Bestandteile inspiziert und es wieder zusammengesetzt“, erzählt Pfisterer.

Zulassungsprüfung bei der Bundesnetzagentur

Und das Gerät habe nach diesem Experiment sogar wieder einwandfrei funktioniert. Ein Erfolgserlebnis. 1996 legte der heute 57-Jährige seine Zulassungsprüfung als Funkamateur bei der Bundesnetzagentur ab. Moller (54) absolvierte sie bereits 1989.

Der Amateurfunk unterschiede sich grundlegend vom CB-Funk, erläutern die beiden. „Als Funkamateure stehen wir hinsichtlich unseres Wissens und unserer Fähigkeiten den Profis in nichts nach. Der einzige Unterschied zu professionellen Funkern besteht darin, dass wir nicht bezahlt werden“, erklärt Moller. Dem Begriff Amateur hafte in Deutschland leider oft der Beigeschmack des Stümperhaften an. Doch das sei falsch.

Nur typengeprüfte Geräte sind gestattet

Genau wie die Profis dürfen auch Funkamateure ihre Geräte selbst bauen. CB-Funkern ist ausschließlich die Verwendung typengeprüfter Geräte gestattet, die nicht verändert werden dürfen. Amateurfunker hingegen dürfen als Inhaber einer persönlichen Genehmigung, die in Deutschland lebenslang gilt und weltweit anerkannt ist, ihre Geräte selbst entwickeln und konstruieren.

Dem Amateurfunkdienst sind international bestimmte Frequenzbereiche zugewiesen, innerhalb derer die Sende- und Empfangsfrequenzen frei gewählt werden dürfen. Die Sendeleistung der verwendeten Geräte ist durch nationale Bestimmungen festgelegt. Sie darf je nach Zeugnisklasse bis zu 750 Watt betragen.

Mit einfachsten Mitteln Wellen auslösen

Pfisterer und Moller sind Inhaber der höchsten Lizenzklasse A. Außerdem gibt es noch die Klassen E und zum Einstieg die Klasse N.

Was die beiden Männer am Amateurfunk fasziniert, ist die Möglichkeit, mit einfachsten Mitteln – und sei es mit einem Draht als Antenne – Wellen auszulösen, die dann um die ganze Welt gehen, um mit jemandem kommunizieren zu können, der sich an einem anderen Erdteil befindet. „Dafür dürfen wir auch Satelliten, sogar die internationale Raumstation ISS, nutzen. Auch darin ist Amateurfunk verbaut“, erläutert Moller.

Völkerverständigung als oberstes Ziel

Funkamateure seien gesellige Menschen, die den Austausch lieben und bei Problemen ihr Schwarmwissen bemühen, um zu helfen. Wissen zu teilen ist nach Mollers Meinung Zweck eines Ortsverbands: „Wir lernen mit und voneinander und lösen Probleme gemeinsam.“ Eines unserer größten Ziele ist die Völkerverständigung“, betont der Rothenburger.

„Wer miteinander redet, schließt niemanden aus. Wir tragen unsere Gespräche gerne hinaus in die Welt.“ So habe er sich erst kürzlich per Funk mit einem Münchner Kollegen ausgetauscht, der in Bolivien lebt, erzählt der 54-Jährige, der als Pilot großer Frachtmaschinen arbeitet. Auch sein Funkamateur-Kollege Pfisterer hat einen Beruf ergriffen, der technisches Verständnis voraussetzt: Er arbeitet als Service-Techniker in der IT.

Die beiden bedauern, dass der Amateurfunk mit dem Aufkommen von Internet und Handy gesellschaftlich an Stellenwert verloren habe. Doch wenn etwa das Handynetzwerk ausfalle, seien Funkamateure dazu in der Lage, unabhängig miteinander zu kommunizieren. Sie verfügen mehrheitlich über das notwendige Wissen, um unter widrigsten Verhältnissen überlebenswichtige Kommunikationswege offen zu halten.

Amateurfunkdienst kann Leben retten

Im Katastrophenfall habe der Amateurfunkdienst schon oft bewiesen, wie nützlich und lebensrettend er bei Erdbeben, Überschwemmungen und Schneekatastrophen und auch bei individuellen Hilferufen von Menschen in Not sein kann, betonen die beiden Männer.

„Über weitere Mitglieder würden wir uns sehr freuen“, unterstreicht Pfisterer. Für Neuzugänge aus dem CB-Funk will die neue Ortsgruppe ab dem Sommer Ausbildungskurse für Funkamateure in den Klassen N und E starten. Außerdem soll ein Lötkurs für Kinder angeboten werden. „Schließlich haben wir auch ganz junge Interessenten“, verrät Möller. Schon für Kinder sei es möglich, Lizenzprüfungen abzulegen.

Fragen zur Ortsgruppe Westmittelfranken und zum Amateurfunk beantworten Pfisterer und Moller am 29. und 30. April bei der Stadtmosphäre in Rothenburg. Das Duo wird bei dem Stadtfest mit einem Stand vertreten sein.

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