Am Steilhang bei Tauberzell ist ein guter Wein gewachsen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.09.2024 14:16

Am Steilhang bei Tauberzell ist ein guter Wein gewachsen

Der Jahrgang 2024 wird ein guter, glaubt Winzer Christian Stahl (links). Seine Leute, darunter Sorin Rincu und Aurel Bucunea (von rechts), waren gestern am Hang über Tauberzell mit der Lese einer roten Rebsorte beschäftigt, die für die Produktion eines Trauben-Seccos gedacht ist. (Foto: Jürgen Binder)
Der Jahrgang 2024 wird ein guter, glaubt Winzer Christian Stahl (links). Seine Leute, darunter Sorin Rincu und Aurel Bucunea (von rechts), waren gestern am Hang über Tauberzell mit der Lese einer roten Rebsorte beschäftigt, die für die Produktion eines Trauben-Seccos gedacht ist. (Foto: Jürgen Binder)
Der Jahrgang 2024 wird ein guter, glaubt Winzer Christian Stahl (links). Seine Leute, darunter Sorin Rincu und Aurel Bucunea (von rechts), waren gestern am Hang über Tauberzell mit der Lese einer roten Rebsorte beschäftigt, die für die Produktion eines Trauben-Seccos gedacht ist. (Foto: Jürgen Binder)

Für die mühsame Arbeit im Steilhang könnte das Wetter besser sein. Der Qualität der Trauben schaden die kühlen Temperaturen und gelegentliche Regenschauer aber nicht. Im Weinberg der Stahls über Tauberzell (Landkreis Ansbach) läuft die Lese. Gestern wurde eine rote Traubensorte geerntet, aus der Secco werden soll. Den Müller-Thurgau-Reben werden noch ein paar Tage gegönnt.

Der Winzerhof Stahl aus Auernhofen bewirtschaftet in der Gemarkung Tauberzell eine Weinbergfläche von etwa fünfeinhalb Hektar. Davon liegt der größte Teil im Bereich Hasennestle. Vor allem sind das jene Flächen, auf denen Müller-Thurgau-Trauben angebaut werden.

Für die Bedürfnisse dieser Sorte passe die Lage bei Tauberzell perfekt, betont Winzer Christian Stahl. Der Hang gehe auf bis zu 400 Meter über dem Meeresspiegel hoch. Dadurch sei es dort stets etwas kühler als weiter unten. Davon profitiere diese Rebsorte, die eher frühreif sei und mild-fruchtige Weine mit angenehmer Säure ergebe.

Ertrag wird unterdurchschnittlich

Der Ertrag werde in diesem Jahr unterdurchschnittlich sein, so die Einschätzung von Christian Stahl. Er denke, dass das Volumen gegenüber Normaljahren heuer um bis zu 50 Prozent geringer ausfalle. Statt 5000 Litern Wein pro Hektar erwarte er nur etwa 2500 Liter. Die Müller-Thurgau-Quantität werde 2024 also entsprechend überschaubarer sein. In punkto Qualität sei dafür aber mit einem sehr hohen Niveau zu rechnen, so Stahl.

Eine wichtige Voraussetzung für die in diesem Jahr zu erwartende „sehr kleine, aber feine Ernte“ seien die Nächte mit moderatem Spätfrost im April und Mai gewesen, die zwar Ertrag gekostet hätten, aber dafür sorgten, dass die Müller-Thurgau-Rebe in Sachen Alkohol und Säure nicht über das Ziel hinausschieße, sondern genau den Spielraum lasse, Wein mit der entsprechenden gewünschten Eleganz hinzubekommen.

Im April 2025 werde der Jungwein 2024 auf den Markt kommen, so Christian Stahl. Um das zu ermöglichen, muss im Steilhang oberhalb von Tauberzell in den nächsten Tagen aber auch richtig schwer gearbeitet werden. Christian Stahl hat dafür ein Team aus erfahrenen Leuten, die alljährlich zur Weinlese aus Rumänien anreisen.

Nicht den richtigen Zeitpunkt verpassen

Gestern waren Sorin Rincu, Aurel Bucunea und die anderen mit der Lese einer roten Rebsorte beschäftigt, aus der Christian Stahl Traubensaft-Secco herstellen will. Die Müller-Thurgau-Stöcke kämen vermutlich in der nächsten und übernächsten Woche an die Reihe, sagt der Winzer. „Je länger die Traube am Stock bleibt, desto besser ist die Aromen-Ausreife“, erklärt er dazu. Den richtigen Zeitpunkt verpassen dürfe man dabei aber natürlich auch nicht.

Die Frage des perfekten Timings beschäftigt aktuell alle Winzer von Tauberzell. Die meisten von ihnen, so Bürgermeister Johannes Schneider in seiner Funktion als Vorsitzender des Weinbauvereins auf Anfrage, warteten derzeit noch ab und entschieden relativ kurzfristig, wann sie loslegten.

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