Eier muss Helga Hopf für Ostern nicht färben. Die Exemplare, die ihre Hühner auf dem Bauernhof in Buchklingen legen, haben schon von Natur aus eine schöne Tönung. Grün-, Braun- und Elfenbeinschattierungen sowie klassisches Weiß finden sich im Körbchen, das Hopf zusammengestellt hat. Auf Rot, Pink und Blau muss sie verzichten, doch das tut sie gerne.
Um die 20 Eier legt das Federvieh tagtäglich. Neben den rund 35 Hühnern erfreuen sich fünf prächtige Hähne ihres Lebens im Gehege. An den Kragen geht es keinem der Zweibeiner: „Bei uns sterben alle eines natürlichen Todes“, sagt Helga Hopf, die mit ihrem Mann Peter Meyer einen Milchviehbetrieb betreibt.
Schon seit Längerem halten die beiden überwiegend alte Hühnerrassen. Ihre Vorwerkhühner gehören zu den gefährdeten Nutztierrassen. Die Tiere wurden, wie Helga Hopf erklärt, um 1900 in Hamburg von Kaufmann Oskar Vorwerk erzüchtet. Ihr Vorteil: Sie haben keine spezifischen Haltungsanforderungen.
Als äußerst widerstandsfähig – auch gegenüber rauem Klima – gelten die Königsberger Hühner, die aus der gleichnamigen Region stammen. In Buchklingen können sie wie ihre Artgenossen selbst entscheiden, ob sie ins Gehege wechseln oder lieber im Hühnerhaus verweilen.
Während einige auch kältere Temperaturen nicht schrecken, bleiben andere lieber im Wärmeren. Nur bei Regen und Sturm sind sich alle einig: Sie verlassen ihre Unterkunft nicht. In der bunten Schar finden sich auch die eigentlich aus Frankreich stammenden Maran-Hühner. „Sie gibt es in vielen Farbschlägen – von schwarz bis kupferbraun, von weiß bis grau“, erzählt Hopf. Während die Eier der Marans dunkelbraun sind, fallen die der ursprünglich aus England stammenden Sussex gelbbraun aus.
Hübsch anzuschauen sind die Sperber-Hühner, die ein geschecktes Federkleid haben, das ähnlich aussieht wie beim gleichnamigen Greifvögel. „Diese Hühner sind stark gefährdet“, auch ein Grund für Helga Hopf, diese Tiere zu halten.
Auf die Frage, wer denn die grünen Eier legt, zeigt sie auf die Grünleger: Hier ist der Name also Programm. Nicht nur die Hühnerschar ist bunt, auch die Lege-Nester sind es. Peter Meyer funktionierte knallrote Plastikkanister in Nester um. Nach dem gründlichen Reinigen schnitt er große Löcher in die Vorderseite und legte die Behältnisse mit Stroh aus. Den Hennen scheint es darin zu gefallen, sagt er schmunzelnd.
Vor Ostern haben sie wieder fleißig gelegt, so dass es an Eiern in ganz verschiedenen Farbschattierungen wahrlich nicht mangelt.