Alte Fahrer, frisches Auto: Der VW Golf Sportsvan beim TÜV | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.06.2026 06:14

Alte Fahrer, frisches Auto: Der VW Golf Sportsvan beim TÜV

Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf? Der Golf Sportsvan hat als kleiner Van auf den ersten Blick recht wenig Ähnlichkeit mit dem klassischen Golf.  (Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn)
Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf? Der Golf Sportsvan hat als kleiner Van auf den ersten Blick recht wenig Ähnlichkeit mit dem klassischen Golf. (Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn)
Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf? Der Golf Sportsvan hat als kleiner Van auf den ersten Blick recht wenig Ähnlichkeit mit dem klassischen Golf. (Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn)

Warum VW dem Nachfolger des Golf Plus den Namen Golf Sportsvan gab? Wohl, um das angestaubte Image des vornehmlich von älteren Fahrern gewählten Hochdach-Ablegers des Wolfsburger Kompaktwagens aufzupeppen. Mit Blick auf die Spritzigkeit ist das Modell auch in der einstigen Neuauflage kein Sportler geworden, wohl aber ein praktischer Minivan geblieben.

Und einen Vorteil weist er vor: Als „typisches Rentnerauto“ sei der Sportsvan meist besser gewartet als ein normaler Golf, so der Automobilclub ADAC. Als einen „Streber bei der Hauptuntersuchung“ bezeichnet ihn der „Auto Bild TÜV-Report 2026“. 

  • Modellhistorie: Staffelübergabe vom Plus zum Sportsvan war bei dessen Marktstart im Jahr 2014, nachdem der Neuling und Nachfolger des Golf Plus bei der IAA im Jahr zuvor dem Publikum vorgestellt worden war.Zur Überarbeitung im Jahr 2017 kamen neue TSI-Benziner unter die Motorhaube, LED-Beleuchtung an Bord. Das Angebot an Assistenzsystemen wurde erweitert, das Sondermodell IQ.Drive hatte davon einige serienmäßig an Bord - von der adaptiven Geschwindigkeitsregelung mit Abstandhalten über Spurhalteassistent und Totwinkelwarner mit Ausparkassistent bis zum Parklenkassistenten. 2020 zog VW einen Schlussstrich unter das Kapitel Hochdach-Golf. 
  • Karosserie und Varianten: Irgendwo zwischen Golf und Touran reiht sich der Sportsvan ein. Er ist höher als das Kompaktmodell Golf und auch mancher Kombi und bezieht dabei nur Anleihen eines Minivans wie der Touran. Die Sitzposition ist recht hoch, das Stauvolumen vorzeigbar. Allradantrieb wurde nicht angeboten, auch kein alternativer Antrieb. 
  • Abmessungen (laut ADAC): 4,34 m x 1,81 m x 1,58 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 590 l bis 1.520 l. 
  • Stärken: Angenehmes Platzangebot, gute Verarbeitung und einen Kofferraum im Kombiformat sind Vorzüge, die der Report nennt. Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) bleiben sämtliche Fahrwerkskomponenten - von den Achsaufhängungen über die Lenkung bis zu Federn und Dämpfern unter dem Mängelschnitt.Ähnlich gut ist das Abschneiden im Beleuchtungskapitel sowie bei den Bremsbauteilen, wo selbst die Beanstandungsquoten beim Scheibenverschleiß weit unter dem Durchschnitt bleiben. Abgasanlagen sind bis ins Alter haltbar, Ölverlust ist selten. 
  • Schwächen: Wahre Schwächen zeigt der Sportsvan zumindest auf dem Prüfstand der HU nicht. Der TÜV-Report berichtet aber, dass die Zweimassenschwungräder der TDI-Motoren und Turbolader der 1,4-Liter-TSI-Benziner teils vorzeitig verschleißen. Rückrufe habe es wegen Airbags, fehlerhafter Schraubenfedern hinten und Leckagen der Einspritzanlage gegeben. 
  • Pannenverhalten: Der ADAC hat speziell zum Sportsvan keine Daten, aber zum technisch nahezu identischen Golf 7, der in der Pannenstatistik des Clubs „zuverlässig bis sehr zuverlässig“ abschneidet und keine auffälligen Bauteile aufweist. Zum Golf könne der Sportsvan in der Statistik „leichte Unterschiede“ aufweisen. Diese sind wegen der besseren Wartung, zu der ältere Halter häufig tendieren, wohl positiv. 
  • Motoren: Benziner (Drei- und Vierzylinder mit Frontantrieb): 63 kW/85 PS bis 110 kW/150 PS; Diesel (Vierzylinder mit Frontantrieb): 81 kW/110 PS bis 110 kW/150 kW. Der Vorgänger Golf Plus konnte noch in der Autogasversion Bifuel bestellt werden.

Marktpreise (laut „DAT Marktspiegel“ der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):

  • Golf Sportsvan 1.0 TSI BlueMotion Trendline (6/2015); 85 kW/116 PS (Dreizylinder); 148.000 Kilometer; 8.019 Euro.
  • Golf Sportsvan 2. TDI BMT/Start-Stopp Highline (6/2018); 110 kW/150 PS (Vierzylinder); 132.000 Kilometer; 14.340 Euro.
  • Golf Sportsvan 1.5 TSI Start-Stopp ACT IQ.Drive OPF (6/2020); 110 kW/150 PS (Vierzylinder); 86.000 Kilometer; 17.704 Euro.

© dpa-infocom, dpa:260619-930-247410/1


Von dpa
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