Als Abschlussarbeit: Film über Parasport wird in der Hochschule Ansbach gezeigt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.01.2026 13:54

Als Abschlussarbeit: Film über Parasport wird in der Hochschule Ansbach gezeigt

„Der Film ist für mich sehr persönlich”, sagt Daniela Bertuzzi über ihre Abschlussarbeit. (Foto: privat/Daniela Bertuzzi)
„Der Film ist für mich sehr persönlich”, sagt Daniela Bertuzzi über ihre Abschlussarbeit. (Foto: privat/Daniela Bertuzzi)
„Der Film ist für mich sehr persönlich”, sagt Daniela Bertuzzi über ihre Abschlussarbeit. (Foto: privat/Daniela Bertuzzi)

Warum erhalten herausragende Leistungen im professionellen Behindertensport kaum mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit? Damit beschäftigte sich Daniela Bertuzzi in ihrer Abschlussarbeit. Entstanden ist der 45-minütige Dokumentarfilm „(Un)sichtbare Champions“, den die Hochschule Ansbach am kommenden Samstag vorführt.

Die Masterabsolventin verbindet darin das Thema der fehlenden Sichtbarkeit für Parasport mit persönlichen Geschichten. Im Mittelpunkt stehen Athletinnen und Athleten aus dem Behindertensport sowie Perspektiven aus Sponsoring und Sportjournalismus. Bei der Vorführung sind unter anderem die Protagonistinnen und Protagonisten Para-Taekwondo-Athlet Aziz Hanefi, Para-Schwimmerin Gina Böttcher, der Penny-Sponsoring-Manager Stefan Eickelmann und Michael Freitag, Manager der Para-Eishockey-Nationalmannschaft, dabei.

Der Impuls für den Film entstand während des Studiums, nachdem Bertuzzi gemeinsam mit weiteren Studierenden einen Trailer für die deutsche Para-Eishockey-Nationalmannschaft produziert hatte. „Dadurch bin ich intensiver mit dem Parasport in Kontakt gekommen und habe viele Gespräche mit den Sportlern geführt”, erklärt die 26-Jährige. „Das hat mir schnell gezeigt, wie viel hier noch unerzählt bleibt. In dem Moment war mir klar, dass dieses Thema mehr braucht als einen kurzen Trailer und einen eigenen Dokumentarfilm verdient.”

Persönliche Erfahrungen mit dem Thema Behinderung

Gleichzeitig begleitet Bertuzzi das Thema Inklusion schon lange privat. Erfahrungen mit ihrem besten Freund und einer guten Freundin, die beide im Rollstuhl sitzen, haben ihr gezeigt, wie Menschen auf das Thema Behinderung reagieren. „Diese Begegnungen haben mich stark geprägt und mir gezeigt, wie groß die Distanz im Kopf vieler Menschen ist. Der Film ist für mich auch ein Versuch, diese Distanz zu verkleinern.“

Die Absolventin schloss erfolgreich den Bachelorstudiengang Ressortjournalismus sowie den anschließenden Master Multimediale Medienproduktion jeweils an der Hochschule Ansbach ab. Inzwischen arbeitet sie als Videojournalistin in Deutschland und der Schweiz.

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Der Film soll zum Nachdenken anregen

Als Regisseurin der Dokumentation möchte Bertuzzi aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen. „Ich wünsche mir, dass sich der Horizont erweitert”, sagt Bertuzzi. „Wenn das Publikum nach dem Film anders hinschaut als vorher, hat er sein Ziel erreicht.” Für die Journalistin tragen Medien hier eine große Verantwortung, „weil sie Bilder und Haltungen prägen und diese Unsicherheiten entweder abbauen oder verstärken können”.

Im Umgang mit Parasport erkennt die 26-Jährige ein generelles Medienproblem, das sie auch bei der Vermarktung ihres Films feststellte: „Viele Medienhäuser wollen den Film kostenlos zeigen oder halten ihn für zu nischig. Dadurch entsteht ein Kreislauf aus Unsichtbarkeit. Wenn etwas nicht gezeigt wird, kann es auch keine Relevanz entwickeln. Gleichzeitig bleibt viel Schubladendenken bestehen und genau das müsste aufgebrochen werden.”


Sie bewegen sich oft
zwischen Spitzenleistung und Unsichtbarkeit.

Daniela Bertuzzi

Während der Dreharbeiten nahm Bertuzzi wahr, dass ihre Protagonistinnen und Protagonisten ebenfalls diesen Herausforderungen begegnen: „Alle verbindet ein hoher eigener Anspruch und der Wunsch, gesehen zu werden”, sagt die Regisseurin. „Sie leisten viel, kämpfen für Anerkennung und bewegen sich oft zwischen Spitzenleistung und Unsichtbarkeit.”

Bertuzzi fordert mehr Mut in Redaktionen

Sie hofft auf eine kontinuierlichere Berichterstattung über den Parasport und nicht nur kurzzeitige Aufmerksamkeit bei Großereignissen. „Es braucht mehr Mut in Redaktionen und bei Entscheidern, Parasport selbstverständlich mitzudenken und nicht als Sonderfall zu behandeln.”

Deshalb nahm der Film auch Perspektiven aus dem Sponsoring und dem Sportjournalismus auf. Für Bertuzzi ist die fehlende Sichtbarkeit kein Zufall, sondern habe strukturelle Ursachen. Daher würde sie sich für ihre Dokumentation ein breites Publikum wünschen: „Der Film ist dafür gemacht, Menschen zu erreichen, die sonst vielleicht keinen Berührungspunkt mit Parasport haben. Erst in der breiten Öffentlichkeit kann er seine volle Wirkung entfalten.”

Für Interessierte zeigt die Hochschule Ansbach den 45-minütigen Dokumentarfilm „(Un)sichtbare Champions“ am Samstag, 24. Januar, um 18 Uhr im Ambrosius-Hörsaal im zentralen Gebäude 70 auf dem Hochschulcampus.


Constantin Prosch
Constantin Prosch
Volontär
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